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Stralsund Von gierigen Jägern und entspannten Sammlern

Isabelle Bendig (17) hat das Abenteuer Pilze sammeln gewagt

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Isabelle Bendig hat es genossen, mit ihrem Opa Pilze sammeln zu gehen, und hat festgestellt, dass es große Unterschiede beim Sammeln gibt.

Stralsund. Es ist Pilzzeit! Aber was macht man als junger Mensch von Heute, wenn einen das Sammelfieber packt? Die Jugend von Heute ist anders als die von vor ein paar Jahrzehnten. Google, Social Networks und Online Gaming haben den jungen Generationen die Natur nicht unbedingt näher gebracht. Also, was tun? Genau, man hängt sich an den Opa dran und lernt von ihm, welche Pilze einen nicht grün und blau werden lassen.

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Isabelle Bendig (17) hat das Abenteuer Pilze sammeln gewagt

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Dass sich das witziger gestaltet als ein Film von Bully Herbig habe ich beim Einsteigen ins Auto nicht vermutet. Die Art und Weise des Pilzesammelns zwischen Jung und Alt ist grundverschieden. Meinen Opa hat der Tatendrang schon beim Aussteigen aus dem fahrbaren Untersatz erfasst. Sofort ist er in den Wald losgestiefelt, denn die Pilze roch man bis auf die Straße. Dabei hatte der Tag gar nicht so gut begonnen, denn der Großvater wollte eigentlich spätestens um 10 Uhr im Wald sein, tatsächlich schafften wir es erst rund zwei Stunden später. Zur großen Schande meiner Mutter und mir, war Opa daran überhaupt nicht schuld. Großvaters Erfahrungen lehren: Die besten und schönsten Pilze gibt es zur frühen Stunde. Ansonsten haben sie schon alle anderen weggeschnappt. Diese Sorge hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Jedenfalls wanderte Opa schon in den Tiefen des Waldes, als ich mich noch in Skihose, Kniestrümpfen und dicke Schuhe kämpfte. Schal, Rollkragenpulli und Mütze durften nicht fehlen. Zu groß die Angst der Jugend vor Zecken. Dann flitzte ich, soweit es mir in meiner Michelin-Männchen-Montur mögliche war, meinem Opa hinterher.

ich hatte keine Ahnung, welche Pilze essbar waren, und lugte erst einmal in den Behälter des Wissenden hinein. Ein paar Mal vergewisserte ich mich noch der ungefährlichen Genießbarkeit der Pilzarten, doch dann war kein Halten mehr. Ich schnitt und schnitt und schnitt... Ausreißen war ja nicht. Denn ich lernte, dass sie sonst nicht nachwachsen. Aber davon hätte niemand etwas.

Ich schnitt jeden essbaren Pilz, den ich finden konnte, ab. Es waren viele. Es waren große, kleine, mittlere. Sie standen im Kreis, in Gruppen, aufgereiht und angefressen. So füllten meine Mama und ich zwei große Bottiche. Irgendwann fanden wir dann Opa wieder. Ich war gelinde gesagt, geschockt. Wir waren schon eine halbe Stunde im Wald und mein Großvater hatte noch nicht mal die Hälfte seines Korbes voll. Er schnitt nur die schönsten von den schönen Pilzen ab. Und er warf sie auch nicht einfach in den Eimer. Er säuberte jeden einzelnen von ihnen.

Als er unsere Mengen sah, schmunzelte er und zog eine Augenbraue hoch. Mein Großvater sammelte nur so viel, wie er auch brauchte, und er nahm nur die Schönen, weil es keinen Grund dafür gab, alle zu nehmen. Immerhin war der Wald voll von Leckereien.

Jung und Alt sammeln definitiv anders. Jung kennt sich nicht aus. Alt hat seine alt bewährten Reviere. Aber das ist auch völlig okay so.

Mein Opa zeigte mir, welche Pilze ich nehmen konnte, und er zeigte mir, wo welche Arten zu finden waren. Pilzesammeln hat nichts mit Schnelligkeit zu tun.

Allerdings kann ich noch etwas verraten: Mein Opa hatte am Ende des Tages eine Zecke und ich nicht!

Isabelle Bendig (17) lernt am Hansa-Gymnasium.

Isabelle Bendig

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