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Stralsund Vorpommerns Katholiken künftig mit drei Zentren
Vorpommern Stralsund Vorpommerns Katholiken künftig mit drei Zentren
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00:00 15.03.2016
Die Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“ am Frankenwall in Stralsund gehört künftig gemeinsam mit Rügen, Darß, Zingst, Grimmen, Demmin und Altentreptow zur größten Pfarrei Deutschlands. Quelle: Alexander Müller

Die 14000 Katholiken Vorpommerns organisieren sich gegenwärtig neu. „So wird es 2020 drei größere Pfarreien geben“, informiert Propst Frank Hoffmann.

„Stralsund wird künftig gemeinsam mit Rügen, Darß, Zingst, Grimmen, Demmin und Altentreptow die größte Pfarrei Deutschlands“, erzählt er. Nummer zwei wird Pasewalk mit Hoppenwalde, einer katholischen Insel der Region. Die Zahl der Pasewalker Gemeindemitglieder wuchs in den letzten Jahren um 100 Prozent. Das ist vor allem eine Folge des Zuzugs polnischer Bürger in die Grenzregion. Im Erzbistum Berlin hat ein Drittel der Katholiken einen Migrationshintergrund.

Der dritte große pastorale Raum, wie das im Kirchendeutsch heißt, umfasst den Sitz des Propstes ,also Greifswald sowie Anklam, Wolgast und Usedom. „Wir schließen keine Kirchorte“, betont Frank Hoffmann. Neben einem leitenden Pfarrer wird es künftig zwei weitere Pfarrer geben. Es gehe bei dieser neuen Struktur vor allem um eine gewisse Professionalisierung der Arbeit. Diese soll durch die Einstellung von Verwaltungsspezialisten für eine große Pfarrei erreicht werden, um eine Weiterentwicklung sowie um die Vernetzung, die besonders Christen hilft, die in Orten mit wenigen Katholiken leben, erläutert der Propst. Mit dieser Reform wird nicht zuletzt auf ein gestärktes Ehrenamt gesetzt . „Wir haben im Erzbistum nicht zu wenige Priester“, betont Frank Hoffmann. „Aber es gibt zu wenige Priester, die als leitende Pfarrer arbeiten können.“

Die Reform im gesamten Erzbistum Berlin läuft seit 2012 unter dem Leitmotiv „Wo Kirche Raum gewinnt“. Sie wurde von Kardinal Rainer Maria Woelki angestoßen. Drei Jahre lang konnten die Gemeinden über ihre Zukunftsvorstellungen nachdenken. Dabei durften die Pfarreien selbst entscheiden, mit wem sie zusammengehen wollten.

So wurde beispielsweise zwischendurch die Frage aufgeworfen, ob die Pfarrei Anklam getrennt werden sollte und Demmin zu Greifswald kommt. Zur Eröffnung der neuen pastoralen Räume war der Berliner Erzbischof Heiner Koch in der letzten Woche im Bereich Stralsund unterwegs.

Jetzt habe die nächste Stufe der Reform begonnen, erläutert Frank Hoffmann. Wie eine Betreuung weniger Katholiken in einem Ort aussehen könne, dazu gebe es bereits Erfahrungen. Ein gutes Beispiel sei die vor zwei Jahren ins Leben gerufene Reihe „Sommerfrische in Brandshagen“. So finde etwa in guter Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde ein Sonntagnachmittagsgottesdienst in der Dorfkirche statt. Anschließend wird zum Kaffeetrinken und einem kleinen Familienausflug eingeladen. Ebenso werde das Erntedankfest werde gemeinsam gefeiert.

„Wir haben eine ganze Reihe neuer Ansätze und Formate entwickelt, die es früher nicht gab“, berichtet Probst Hoffmann. Beispielsweise für eine Studentenseelsorge an der Fachhochschule Stralsund, die es zuvor praktisch nicht gab. „Ich habe zum Essen eingeladen, und fünf Studenten kamen“, erzählt Hoffmann, der zugleich Studentenseelsorger ist. „Es gab inzwischen schon ein gemeinsames Wochenende von Greifswaldern und Stralsunder Studenten in Glashagen.“ Hoffmann etablierte zudem Abende für Forschende und Lehrende in Greifswald.

Die Flüchtlingsarbeit gemeinsam mit der Caritas, die Diskussion um das Kirchenasyl — der Kalender des Propstes ist übervoll. Dass die Reform ihn künftig weitgehend von der Verwaltungsarbeit befreien soll, das freut ihn sehr.

Dekanat Vorpommern

Am 1. November 2004 entstand das Dekanat Vorpommern des Erzbistums Berlin durch Zusammenlegung der Dekanate Stralsund und Greifswald.‘

Dekanate sind Untergliederungen, dem Wortsinn nach — Decem = Zehn — für etwa zehn Pfarreien. Das Dekanat Vorpommern wird von Propst Frank Hoffmann geleitet.

Mit der neuen Gemeindestruktur möchte sich die katholische Kirche stärker den Menschen in Vorpommern zuwenden.

Von Eckhard Oberdörfer

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