Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Wahl in den USA: Trumps Sieg überrascht Stralsund
Vorpommern Stralsund Wahl in den USA: Trumps Sieg überrascht Stralsund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 10.11.2016

Stralsunder mit Beziehungen nach Nordamerika haben den Wahlausgang in den USA gestern mit Spannung verfolgt. Die Reaktionen über den Sieg des Republikaners Donald Trump reichen von Entsetzen bis hin zu kühler Analyse des Wahlkampfes.

FH-Professor hat jahrelang in Boston gelebt: „Niemand weiß, wie es weitergeht“ / Lokalpolitikerin hat dort drei Brüder: „Wir sind entsetzt“

Thomas Mayerhofer, der zweieinhalb Jahre in Boston lebte und derzeit als Professor im Fachbereich Wirtschaft an der Fachhochschule Stralsund arbeitet, sieht die nun folgende Ungewissheit für die ganze Welt als Problem an: „Niemand weiß, wie es nun weitergeht und welche Konsequenzen dieser Sieg für Amerika und Europa hat.“Den Wahlkampf im Vorfeld hat er sowohl in den deutschen als auch den amerikanischen Medien verfolgt und festgestellt, dass in den hiesigen Medien ein eindeutiges Bild für Hillary Clinton gezeichnet wurde. Vielleicht sei die Überraschung deshalb so groß. „Ich bin auch gar nicht so sicher, ob es eine Wahl für Trump war, sondern vielmehr eine gegen Clinton.“

In der Familie der Stralsunder Bürgerschaftsabgeordneten Friederike Fechner (Grüne) war die Wahl in den USA in den vergangenen Wochen ein wichtiges Thema. Die Lokalpolitikerin hat drei Brüder in Amerika, außerdem wurde ihr Mann dort geboren. „Wir sind entsetzt. Der Ausgang der Wahl ist eine Katastrophe“, sagt sie. Trump habe einen hasserfüllten Wahlkampf ohne jeglichen Anstand geführt.

„Dieses Verhalten ist ein Angriff auf die Demokratie.“ Die Entscheidung der Menschen, Trump zu wählen, müsse man aber akzeptieren. Gerade auf dem Land sei die Unzufriedenheit der Bewohner sehr groß.

„Vielen ist aber gar nicht klar, wen sie da eigentlich gewählt haben“, sagt die Stadtvertreterin.

Einen anderen Blickwinkel hat Simon Tribe, stellvertretender Leiter des Sprachenzentrums an der FH und gebürtiger Kanadier. „Auf Kommunikationsebene war es spannend zu sehen, wie leicht es Trump hatte, seine Botschaft rüberzubringen. Er sagte einfach das, was die Leute hören wollen. Das wurde absolut unterschätzt.“ Trotz allem sei Trump der Gewinner einer demokratischen Wahl, das dürfe man bei all der Aufregung nicht vergessen.

mwe/amü

Mehr zum Thema
Greifswald Schwierige Zeiten am Theater Vorpommern: Nächste Schritte der Reform in der Schwebe - Fusion soll ohne Entlassungen klappen

Unsicherheit unter den Mitarbeitern wächst / Reformprozess geht nur schleppend voran

05.11.2016

Die Kompetenz für Vorpommern und AfD-Mann Thomas Treig bilden eine gemeinsame Fraktion / Vorbehalte gegen seine Partei findet Treig „langweilig“

05.11.2016

Martin Luther war ein Alphatier, Polarisierer und schlimmer Antisemit - die Historikerin Lyndal Roper macht Schluss mit dem Mythos vom sympathischen Reformator. In ihrer Luther-Biografie untersucht sie auch die Bedeutung von Luthers Darmträgheit für die Reformation.

09.11.2016

Die Stralsunder sollen mehr als 100 Weihnachtsmänner zusammentrommeln / Die Eisbahn am Alten Markt wird größer – dafür fällt die Kindereisenbahn weg

10.11.2016

Die Lutherkirche in der Hansestadt Stralsund soll in einigen Jahren saniert werden. Um dieses Vorhaben voranzutreiben, lädt die Gemeinde am Sonnabend, den 12.

10.11.2016

Stralsunder Unternehmer berichtete beim Integrationsgipfel über seine Erfahrungen mit angestellten Flüchtlingen

10.11.2016
Anzeige