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Stralsund Wald kontra Discounter: Forstamt bleibt hart
Vorpommern Stralsund Wald kontra Discounter: Forstamt bleibt hart
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00:00 31.08.2018
Die Waldfläche zwischen Greifswalder Chaussee und Straßenbauamt sorgt für viele Diskussionen. Quelle: Foto: Benjamin Fischer
Stralsund

Im Streit zwischen der Stadtverwaltung und dem Forstamt Schuenhagen um den Bau eines Discounters und eines Kindergartens auf einem Waldgrundstück im Stralsunder Stadtteil Andershof hat das Forstamt nun einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Demnach schlägt die Behörde vor, das Genehmigungsverfahren in zwei Teile zu splitten.

Dies könnte zu einer Beschleunigung des Bauvorhabens Kindergarten führen. Gleichzeitig könnten damit auch die Pläne für eine neue Seniorenwohnresidenz relativ zeitnah umgesetzt werden. Zur Verwirklichung der Pläne müsste ein Teil des Waldes auf der Fläche zwischen der Greifswalder Chaussee und dem Straßenbauamt gerodet werden. „Es steht außer Frage, dass für diese zwei Einrichtungen ein hohes öffentliches Interesse besteht“, sagte der Leiter des Forstamtes, Andreas Baumgart. Entsprechende Argumente seien von der Stadtverwaltung überzeugend dargestellt worden. Im gleichen Zug mit dem Kita-Neubau will die Stadtverwaltung bislang auch den Bau eines Supermarktes mit rund 70 Parkplätzen durchwinken, für den ein deutlich größerer Teil der Bäume gefällt werden müsste.

Aus gesetzlichen Gründen sind auf der 1,4 Hektar großen Fläche Baumfällungen ohne ein Einverständnis des Forstamtes unmöglich. Entsprechend der im Landeswaldgesetz von Mecklenburg-Vorpommern verankerten Vorgaben, sind die inzwischen auf dem Areal hochgewachsenen Bäume und Sträucher wegen ihrer Nähe zum Sundufer als Küstenschutzwald einzustufen. Das Gelände gehört seit 2016 dem Investor und Immobilienentwickler Fred Muhsal. Zu diesem Zeitpunkt war die Fläche ähnlich zugewachsen wie heute.

Nach Angaben von Vize-OB Holger Albrecht (CDU) sei beim Forstamt im Mai ein Antrag gestellt worden, der darauf ziele, den Wald zugunsten der Bebauung abholzen zu dürfen. Der Brief mit dem Kompromissvorschlag, in einem vorgezogenen Schritt lediglich Baurecht für den Kindergarten und die Senioreneinrichtung zu schaffen, stelle eine erste Erwiderung auf diesen Antrag dar, um frühzeitig auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, sagte Baumgart.

Im Gegensatz zu der Kinder- sowie der Alteneinrichtung stellt sich das Forstamt Plänen für einen zusätzlichen, daran angrenzenden Supermarkt entgegen. „Das öffentliche Interesse dafür ist von der Stadtverwaltung bisher nicht ausreichend begründet worden“, betont Baumgart, weshalb sich das gesamte Genehmigungsverfahren deshalb verlängern würde. Zudem sei fragwürdig, ob die bisher genannte Anzahl der Parkflächen wirklich zwingend sei. Baumgart: „Aus unserer Sicht gibt es zugleich ein öffentliches Interesse, den Wald zu erhalten.“

Hält die Stadtverwaltung an ihrem Plan fest, den Bebauungsplan nur im Ganzen aufstellen zu wollen, würde sie damit die unstrittigen Baupläne für den Kindergarten und die Seniorenwohnresidenz mit dem umstrittenen Bau des Einkaufsmarktes verknüpfen.

Der Standort für den neuen Discounter befindet sich in unmittelbarer Nähe des in Andershof ansässigen Real- und Aldi-Marktes. Der dortige Aldi soll Mitte nächsten Jahres schließen und sei dem Vernehmen nach deshalb der Favorit für den geplanten Neubau auf dem Waldgrundstück an der Greifswalder Chaussee.

Wie aus dem Entwurf des neuen regionalen Einzelhandelskonzeptes für Stralsund und Umgebung hervorgeht, sei ein neuer Discounter grundsätzlich zu befürworten. Die Autoren regen darin aber zusätzlich eine Einzelfallprüfung an, um wirtschaftliche Auswirkungen auf den Real vorab zu überprüfen.

Benjamin Fischer

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