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Weihnachtsbaum überstrahlt den Roten Stern

Weihnachtsbaum überstrahlt den Roten Stern

Richtenberger spendieren zehn Meter große Fichte für den Markt / In kniffliger Aktion wurde Baum transportiert und aufgestellt / Wichtelfest steigt am Freitag

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In einer etwa dreistündigen Aktion wurde die Weihnachtsfichte vom Zandershäger Weg bis auf den Richtenberger Marktplatz transportiert und dort vorsichtig aufgestellt. Am Freitag wird sie geschmückt – und das ist der Auftakt zum 11. Wichtelfest.

Quelle: Foto: Hannes Perlitz

Richtenberg. Nicht nur die großen Städte des Landes, sondern auch das kleine Richtenberg gönnt sich einen Weihnachtsbaum, der jedes Jahr auf dem Marktplatz aufgestellt wird.

In trauter Gesellschaft mit dem Denkmal. Die Einheimischen haben sich längst daran gewöhnt, dass der Rote Stern, der an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Sowjetsoldaten erinnert, über jeder Veranstaltung leuchtet. Und so haben die Richtenberger auch für sich beschlossen, dass das gen Himmel ragende rotgezackte Ehrenmal, das sie trotz aller Mühen eh nicht loswerden, super zum Karneval passt. Und auch die Weihnachtszeit lassen sich die Vorpommern nicht durch ein Denkmal verderben.

Der diesjährige Richtenberger Weihnachtsbaum wurde von Familie Schönfeld aus dem Zandershäger Weg in Richtenberg spendiert. Das große Aufstell-Spektakel konnten die Einheimischen am Donnerstagvormittag verfolgen. Innerhalb von drei Stunden war der Baum aufgerichtet. Diesmal ist es eine Fichte, die zehn Meter groß ist und etwa zwei Tonnen wiegt. So ein Prachtstück hatte Richtenberg schon lange nicht mehr.

Der Gemeindearbeiter Dirk Rasch aus Wolfshagen hat den Baum abgesägt. Organisiert wurde das Ganze vom Richtenberger Stadtarbeiter Manfred Garnitz. Unterstützung bekam die „BaumCrew“ von den Ein-Euro-Jobbern. Der Hof Perlitz sorgte für den Transport. Jens Jasmann saß am Steuer des elf Meter langen Transportanhängers. „Er fuhr das Gesamtgespann mit 18 Metern Länge rückwärts bis zum Abholort und manövrierte dann mit Baum zum Markt“, berichtet Hannes Perlitz der OZ. Er selbst steuerte den Teleskoplader des Betriebes Perlitz, der als Hubgerät diente. Denn immerhin kann die Maschine vier Tonnen heben.

„Ich habe den Baum auf den Anhänger befördert und dann auf dem Markt aufgestellt“, sagt der junge Mann, der sich übrigens auch in der Feuerwehr Wolfshagen engagiert. Alle an der kniffligen Aktion Beteiligten freuten sich am Ende, dass der etwa fünf Meter breite Baum trotz laufenden Verkehrs durch die engen Straßen befördert werden konnte. „Die Fichte wurde ohne nennenswerte Schäden an den Ästen transportiert und aufgerichtet“, stellt Hannes Perlitz fest und meint noch: „Die Größe des Baumes brachte die Technik und auch uns schon an die Grenze des Machbaren. Trotzdem ist es durch vereinte Kräfte gelungen, eine tolle Fichte aus einem Richtenberger Vorgarten auf den Markt zu transportieren.“

Die Schaulustigen, die die Aktion neugierig verfolgten, können schon nächste Woche wieder auf den Markt kommen. Am Freitag nämlich steigt das Wichtelfest, und das wird schon zum elften Mal in Richtenberg durchgeführt.

Treffpunkt ist um 15.30 Uhr auf dem Markt, da wird die Weihnachtsfichte geschmückt. Und auch das ist Tradition: Die Kindergartenknirpse aus der Kita Sonnenschein hängen dann Selbstgebasteltes an die Zweige. Und auch der Bürgermeister Karldiether Wegner macht mit. Weil die Lütten ja an die oberen Zweige gar nicht ankommen, ist jedes Jahr die Feuerwehr mit der Leiter dabei und hilft beim Schmücken, während die Eltern und Großeltern von unten anfeuern. Und da stehen sie nicht allein, denn der Wichtel Alwin und die Hexe Lilli sorgen ebenfalls für Stimmung.

Leuchtet die Fichte nun schön bunt, sind alle Gäste auf den Hof des Kulturtreffs eingeladen. Vor dem Hofcafé ist ein kleiner Markt aufgebaut. Es können Gestecke gebastelt werden, es gibt frische Waffeln und viele andere Leckereien. Außerdem kann an der Feuerschale Stockbrot gebacken werden. Keyboarder Peter Hoth sorgt für die musikalische Umrahmung. „Die Volkssolidarität bäckt Plätzchen, die die Kinder verzieren können. Es gibt Ponyreiten, und auch eine Überraschungstisch wartet auf die Kleinen“, sagt Anke Schülke, Chefin der Awo-Kita Sonnenschein. Ihr Team und der Kulturtreff haben das Ganze organisiert.

Krönender Abschluss ist um 17.30 Uhr das traditionelle Märchenspiel der Theatergruppe des Kulturtreff-Vereins. Diesmal heißt es „In der Hölle ist der Teufel los.“

Ines Sommer

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