Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Wenn die Mumien Süßes suchen

Reformationstag oder Halloween? Die meisten Stralsunder Jugendlichen feiern das „Geisterfest“ Wenn die Mumien Süßes suchen

Wie trendy ist das Fest der Geister, der Süßigkeiten und des Konsums. OZelot lokal schaute einmal genauer hin und fragte nach.

Voriger Artikel
Wohnen, wo einst der Graf residierte
Nächster Artikel
Grundschule soll zweizügig sein

Fotograf Moritz Werthschulte hat Swantje Schurig passend zum nahenden Halloween-Fest am 31. Oktober für das Foto möglichst schaurig in Szene gesetzt. An diesem Abend werden wieder Verkleidete unterwegs sein, um Süßes einzusammeln.

Quelle: Moritz Werthschulte

Stralsund. Hexen, Gespenster, Monster und Vampire feiern alljährlich im Oktober ihr Comeback, während in den Fenstern ausgehöhlte Kürbisse leuchten. Fast jeder weiß, dass sich die Menschen an Halloween verkleidet auf die Straßen begeben. Sie klingeln an der Haustür, sagen witzige Sprüche auf, um am Ende die begehrten Süßigkeiten zu ergattern.

OZ-Bild

Wie trendy ist das Fest der Geister, der Süßigkeiten und des Konsums. OZelot lokal schaute einmal genauer hin und fragte nach.

Zur Bildergalerie

Halloween ist kein Trend mehr, sondern mittlerweile Tradition.“Hanna Schlemminger

„Trick-or-Treating“ nennt man diese Angewohnheit, die nichts mit dem ursprünglichen Halloween-Fest zu tun hat, und vielleicht gerade deshalb viele Menschen stört. Rund 25 Prozent der Deutschen haben schon einmal so getan, als wären sie nicht zuhause.

Nachdem die verkleideten Monster von ihrer Jagd zurückgekommen sind, wird der Beutel voller Süßigkeiten ausgepackt. Fast 7000 Kalorien essen Kinder und Jugendliche an diesem Tag.

Vergleichbar müsste man 66 Bananen essen, um auf diese Kalorienanzahl zu kommen. Zu dieser Jahreszeit sind Kürbisse aber weitaus beliebter als Bananen. Im Internet gibt es tausende Anleitungen, wie man die grimmigste Fratze in seinen Kürbis schnitzt. Dieser Brauch kommt aus vergangener Zeit, um die bösen Geister zu vertreiben. Vor Hunderten von Jahren war Halloween ein Herbstfest der Druiden in Irland. Es heißt, es sei die einzige Nacht des Jahres gewesen, in der magische Kreaturen auf der Welt ihr Unwesen trieben.

Ende der 90er-Jahre tauchte Halloween verstärkt in Deutschland auf, und nach einer Umfrage von deals.com gaben rund 68 Prozent der Befragten an, das Kostümfest zu feiern. „Halloween ist für mich schon lange kein Trend mehr, sondern mittlerweile eine Tradition. Die Häuser werden geschmückt und man kann sich verkleiden oder schminken“, stellt die 16-jährige Hanna Schlemminger fest. „Auf YouTube gibt es Inspirationen für das perfekte Kostüm und Make-Up.“

Was die Kleidung betrifft, zeichnen sich jedes Jahr verschiedene Trends ab. Besonders die Comicfigur Harley Quinn hat es den Mädchen zurzeit angetan. Make-Up-Tutorials über diese Figur wurden bis zu zwei Millionen Mal angeklickt.

Die Jungen gehen eher traditionell an die Sache heran und verkleiden sich als Clowns, was vielleicht auch mit dem derzeit vermehrten Auftreten der Gruselclowns zu tun haben mag. Immer mehr Menschen ziehen sich gruselige Clownsmasken auf und machen wahllos Passanten Angst. „Es ist nicht mehr witzig, wenn man von verkleideten Menschen verfolgt wird. Man muss immer noch beachten, dass auch kleine Kinder an diesem Tag um die Häuser ziehen. Aber durch diese Aktionen wird Halloween natürlich wieder populärer“, sagt die Gymnasiastin Rike Strandt.

200 Millionen Euro geben Menschen in Deutschland jährlich für Gruselprodukte und Halloweenpartys aus. „Ganz wichtig für eine gelungene Party sind die richtigen Kostüme, eine gruselige Dekoration und passendes Essen. Eine Feier ist nur dann gut, wenn viele Leute verkleidet sind. Da kann man den ganzen Abend rätseln, was die Kostüme darstellen sollen“, gibt der 23-jährige Felix Parnow Preis.

Ob man an Halloween nun ordentlich feiert oder lieber Kürbissuppe schlürft, ist am Ende jedem selbst überlassen.

Sabrina Scholz (18) besucht die 12. Klasse des Hansa-Gymnasiums.

Ekelschnecken und Grabstein-Desserts

Eine witzige Beschäftigung zu Halloween ist immer wieder die Ekelschnecke. Das Ziel ist es, seine Gäste zu schocken, sich dabei zusammen zu ekeln und Spaß zu haben. Was man braucht sind viele Nahrungsmittel und ein Würfel. Einige Häppchen dürfen lecker sein, andere nicht. Gut eignet sich zum Beispiel grün gefärbtes Marzipan. Das kann man prima als Popel verkaufen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt!

Die Appetizer werden hintereinander in einer Schnecke aufgereiht. Das Zentrum kann zum Beispiel eine geräucherte, ganze Sardine sein, die einen noch anguckt. Es wird reihum gewürfelt und der Spieler muss das essen, was die Augenzahl des Würfels zeigt. So löst sich nach und nach die Schnecke von hinten nach vorne auf.

Das bekannteste Last-Minute-Halloweenkostüm ist wohl das Bettlaken mit zwei Löchern für die Augen – und fertig ist der Geist. Aber wie wäre es mal mit einem Zombiekostüm? Dazu braucht man nicht viel.

Einfach eine alte Hose an den Beinen unterschiedlich lang abschneiden und sie ein bisschen ausfransen. Als Oberteil kann man ein altes weißes Hemd nutzen. Dies einfach falsch zuknöpfen, einen Ärmel abschneiden und zur Hälfte in die Hose stecken. Falls man kein Hemd hat, macht es auch ein altes T-Shirt, in das man ein paar Löcher reinschneiden kann. Um dem Ganzen den letzten Schliff zu verpassen, kann man sich mit Haarspray die Haare zu allen Seiten abstehend stylen und das Gesicht mit brauner und grauer Schminke bemalen. Und fertig ist der Zombie. Wer es jedoch etwas eleganter möchte, kann es ja mit dem Vampir versuchen. Jungen ziehen sich dazu ein weißes Hemd, schwarze Hose und eine Fliege oder Krawatte an. Mädchen können es auch so halten oder sie ziehen sich ein schwarzes Kleid an. Bei beiden Kostümen gilt es, den Umhang nicht zu vergessen. Der kann zum Beispiel eine rote oder schwarze Decke sein, die man mit einem angenähten Knopf am Hals schließen kann. Zu guter letzt werden die Haare bei den Jungen nach hinten gegelt und Mädchen machen sich einen Pferdeschwanz.

Oder wie wäre es mit einer Grabstein-Leckerei? Für sechs Portionen braucht man einen Liter Milch, 100 Gramm Zucker, zwei Päckchen Schokopuddingpulver, zwei Schokomuffins, sechs Getreidekekse, Schoko-Zuckerschrift und Zuckerblümchen zum Verzieren. Zunächst wird der Schokopudding gekocht. Diesen gibt man in sechs möglichst eckige Schälchen und lässt sie auskühlen. Vor dem Servieren werden die Muffins zerbröselt und als „Erde“ auf den Puddings verteilt. Auf die Kekse werden mit der Zuckerschrift Grabinschriften geschrieben. Danach platziert man die Grabsteine am Ende der Schale im Pudding. Zum Schluss verziert man die „Gräber“ mit den Zuckerblumen. Wenn man keine passenden Portionsförmchen hat, klappt es auch mit einer flachen Auflaufform, in der die Pudding-Gräber nebeneinander liegen.

Schaurig Schönes im Zoo

Unter dem Motto „Never ending Halloween und kein Ende abzuseh’n“ wird am 31. Oktober ab 16.30 Uhr in den Stralsunder Zoo eingeladen. Im Vorfeld können sich große und kleine Gruselfans bei McDonalds schminken lassen. Der Zoo erwartet seine Gäste zu einem nächtlichen Rundgang mit vielen Überraschungen in der Eulenscheune oder beim Füttern der Wölfe.

Leichenfinger und Hexengulasch werden vom Bistro Delikater angeboten, am Lagerfeuer kann Stockbrot gebacken werden.

PRO & CONTRA HALLOWEEN

Wie es in der Geschichte oft der Fall ist, hat die ganze Sache „Halloween“ erst lange nach dem eigentlichen Ursprung im Mittelalter angefangen, Spaß zu machen. Die Iren, die in die USA auswanderten, passten ihren alten Brauch an das lebensfroh aufblühende Amerika an. Schon als Kind liebte ich es, mich am Halloween-Abend zu verkleiden und einmal im Jahr gruselig zu sein.

Halloween macht Spaß, vielleicht auch, weil man nicht durch einen typischen „Familienfestcharakter“ dazu genötigt wird, mitzumachen. Die armen Gruselmuffel, die mit verunstalteter Haustür enden, sollte mit Bedauern gesagt sein, dass Leute, die sich nicht benehmen können, das ganze Jahr über frei herumlaufen. Traurig aber wahr: diese Rüpel verschandeln auch ohne Vampirkostüm anderer Menschen Eigentum, erlaubt ist das an Halloween trotzdem nicht. Glücklicherweise haben die meisten Menschen Spaß daran, Süßigkeiten unters ( meist noch kleine )Volk zu mischen. Die erfreuliche Mehrheit fragt nett, lächelt unter der Blutkruste im Gesicht nach einigen Süßigkeiten und verschwindet wieder, ohne einer Haustür etwas zu Leide getan zu haben. Swantje Schurig

Manchmal klingeln die Banden schon am Nachmittag um 14 Uhr, an dem Tag, an dem die meisten das so genannte Halloween-Fest feiern. Die Mühe für ein nettes Kostüm machen sie sich meistens gar nicht mehr, aber dafür fordern sie umso mehr Süßkram. Sollte es beim ersten Mal nicht genug sein, kommen sie einfach eine Stunde später noch einmal wieder. Aber sollten die kleinen Egomanen nicht das Gefühl haben, schon genug zu bekommen, dann wird eben mit Kreide gekrakelt oder anderweitig an den Häusern herumgeschmiert. Gehört so was wirklich zur Kindheit dazu? Was haben wir überhaupt mit Halloween zu tun? Immerhin verrät eine kurze Recherche, dass dieses Fest ursprünglich aus der englisch geprägten Welt kommt. Erst in den 90ern schwappte der Trend auch zu uns über, als Ersatz für den Karneval, welcher wegen politischer Krisen abgesagt wurde. An den mutigen Mönch, der vor vielen Jahren wagte, gegen eine allmächtige Kirche zu rebellieren, erinnern sich an diesem Tage nur wenige. Doch ein Blick in den Kalender zeigt, dass der 31. Oktober „Reformationstag“ heißt. Wie viele Kinder wohl noch wissen, was das bedeutet?Richard Weinz

Isabelle Antonia Huhn/laura Martens Sabrina Scholz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Stralsund
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.