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Stralsund Wenn die Schrift zum Kunstwerk wird
Vorpommern Stralsund Wenn die Schrift zum Kunstwerk wird
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09:17 14.03.2018
Jana Albrecht lebt mit ihrem Mann, dem Künstler Eduard Albrecht, in Krummenhagen. Zur Familie gehören viele Tiere, unter anderem immer ein „wandelnder Rasenmäher“, ein Schaf. Quelle: Fotos: Privat
Stralsund

Schriftbilder ist der Titel der Ausstellung, die derzeit im Keller der Stadtbibliothek zu sehen ist. Der Name ist Programm. Denn jedem Bild der Künstlerin Jana Albrecht liegt Schrift zu Grunde. „Auch wenn man diese auf manchen Werken gar nicht mehr auf den ersten Blick sieht“, erklärt die 63-Jährige.

Am Freitag lädt Jana Albrecht um 17.30 Uhr zu einem Künstlergespräch in die Bibliothek. „Es wird ein wenig Musik geben und die Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Ihre Arbeiten sind noch bis zum Ende des Monats zu sehen. „Es sind Bilder aus verschiedenen Schaffensjahren“, verrät sie. Nachdem ihre letzte Ausstellung rund 20 Jahre zurückliegt, freut sie sich nun, ihre Bilder wieder einer breiteren Öffentlichkeit zeigen zu können. „Es ist etwas Beglückendes.“ Die größte Herausforderung sei es allerdings für sie gewesen, die passenden Rahmen zu finden, die an der Backsteinmauer halten.

Ansonsten sind Bilder von ihr jederzeit im eigenen Café zu sehen. „Ich bin nun seit 24 Jahren in der Gastronomie und habe am Alten Markt seit vielen Jahren das Nicolaicafé“, erzählt sie. Die Arbeit im Café mache ihr zwar Spaß, sei aber damals eine ganz pragmatische Entscheidung gewesen, denn „allein von der Kunst können wir nicht leben“.

Der Lebensweg von Jana Albrecht ist bunt wie ihre Bilder selbst. Geboren in Nordböhmen lebte die Familie in Prag und zwei Jahre in Tunesien. Nach ihrem Studium an der Prager Fachschule für angewandte Gestaltung ging sie nach Leipzig und studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Dort lernte sie ihren Mann Eduard Albrecht-Hagen kennen, mit dem sie nach Krummenhagen zog. Kunst ist in der Familie Albrecht immer ein wichtiges Thema gewesen. Nicht nur ihr Mann ist Künstler, auch die beiden erwachsenen Kinder haben sich der Kunst verschrieben – auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Während es die Tochter zu einem Modedesign-Studium zog, ist der Sohn Kunst-Lehrer an einem Gymnasium geworden.

„Das, was ich mache, die Kalligrafie, ist ein Handwerk“, sagt Jana Albrecht. „Und das kann zur Kunst gesteigert werden.“ Der Ursprung der meisten Bilder ist ein Text. „Es gibt Autoren, die mich mein ganzes Leben begleiten“, sagt sie. Dazu zählen unter anderem Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn oder Georg Trakl. Manchmal sind die Texte in Schrift noch sichtbar, manchmal kann man sie nur noch erahnen oder auch gar nicht mehr als solche wahrnehmen.

Künstlergespräch mit Jana Albrecht in der Stadtbibliothek, Badenstraße 13, Freitag 17.30 Uhr.

Miriam Weber

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