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Wer Platt schnackt, kann bald zum Star werden

Grimmen Wer Platt schnackt, kann bald zum Star werden

Petra Schwaan-Nandke glaubt, wer in 20 Jahren dieses alte Sprachgut perfekt beherrscht, wird an Universitäten eine unglaublich gefragte Person sein

Grimmen. „In 20 Jahren werden nicht mehr sehr viele Menschen Platt snacken können“, ist sich Petra Schwaan-Nandke sicher.

Die passionierte Kämpferin für den Erhalt und die Pflege der niederdeutschen Sprache hatte genau aus diesem Grund unter dem Motto „Vörpommerns next Plattdütsch-Lüchten zum Plattdeutsch-Casting in die Räumlichkeiten der Grimmener Musikschule aufgerufen. „Ich suche vier bis sechs Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren“, betont die Plattschnackerin aus Wilmshagen und erklärt: „Es geht darum, auch in Zukunft Leute in der Region zu haben, die, wenn ich irgendwann mal nicht mehr bin, für den Erhalt kämpfen, weil sie das Plattdeutsche beherrschen.“ Ganz nebenbei geht Petra Schwaan-Nandke fest davon aus, dass Leute die vielleicht in 20 Jahren dieses alte Sprachgut perfekt beherrschen, alleine an Universitäten unglaublich gefragt sein werden. „Man wird sich darum reißen, dass diese Leute an den Universitäten Vorlesungen geben. Denn erst wenn keiner mehr die Sprache spricht, werden viele erkennen, dass etwas fehlt“, glaubt sie.

Dass Adrian Fiete Horn aus Rakow, welcher der einzige Casting Besucher in Grimmen war, aber diesem Anspruch gerecht werden muss, ist für Petra Schwaan-Nandke in diesem Moment total egal. „Erstmal geht es darum in spielerischer Form die Lust am Plattdeutschen zu wecken“, beschreibt sie und legte sofort los. „Stell dir mal vor, du hättest eine Scheibe mit deinem Ball eingeschossen. Wie würdest du dies deiner Mutter beichten?“, fragte sie Adrian Fiete und dieser machte etwas, was Petra Schwaan-Nandke so unglaublich an Kindern schätzt. Der junge Rakower ließ seiner Fantasie einfach freiem Lauf und beichtete der Wilmshagenerin das imaginäre Vergehen flüsternd. „Wenn es uns gelingt, dieses intuitive kindliche Verhalten irgendwann mal bewusst abzurufen, sind wir auf der Erfolgsspur“, sagt die Castingchefin laut lachend. Insgesamt hat Petra Schwaan- Nandke vier Kinder gefunden. „Ich werde mich in ganz unregelmäßigen Abständen, aber sicher einmal in der Woche mit den Knirpsen an unterschiedlichen Orten treffen. Wir werden spielen, reden und einfach ganz alltäglichen Quatsch machen und nebenbei fast unbemerkt Plattdeutsch lernen“, beschreibt sie ihren Plan und brachte Adrian Fiete Horn bei der Verabschiedung dazu, seinen ersten Plattdeutschen Satz zu sagen. „Mok't gaud“, kam es über seine Lippen.

Von Raik Mielke

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