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Stralsund Wer kann sich Wohnen hier noch leisten?
Vorpommern Stralsund Wer kann sich Wohnen hier noch leisten?
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17:35 02.05.2018
Blick aus der Luft auf die erste Reihe in Zingst. In dem Ort gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum für Leute ohne Spitzengehalt. Quelle: Foto: N. Fellechner

Die Immobilienpreise gehen durch die Decke, statt Wohnraum entstehen nur noch Ferienappartements und die Mietwohnungen, die es gibt, sind kaum bezahlbar. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Vorpommerns Küstenorten vom Darß über Rügen bis nach Usedom ist für viele Menschen problematisch. Diese rasante Entwicklung soll nun mit einem Projekt zum sozialen Wohnungsbau zumindest abgebremst werden.

„„Das ist kein So- zialhilfeprogramm. Auch eine vierköp- fige Familie mit einem Haushalts- einkommen von bis zu 3000 Euro brutto kann in so eine Wohnung ziehen.“Christian Pegel (SPD), Infrastrukturminister
„„Auf Sylt ist der Prozess des Neokapitalismus abgeschlossen. Hier sind wir bei der Hälfte. Wie viel von unserem Land gehört uns eigentlich noch?“Mathias Brodkorb (SPD), Finanzminister

Der Barther Bürgermeister und SPD-Landratskandidat Stefan Kerth hatte am Montag die SPD- Landesminister Christian Pegel und Mathias Brodkorb sowie mehrere weitere Bürgermeister in das Hotel Speicher Barth eingeladen, um über ein Konzept gegen den Wohnungsmangel zu diskutieren. „Auf Sylt ist der Prozess des Neokapitalismus bereits abgeschlossen. Hier sind wir bei der Hälfte. Wir müssen uns fragen: Wie viel von unserem Land gehört uns eigentlich noch?“, sagte Finanzminister Mathias Brodkorb.

Laut Infrastrukturminister Pegel stehen in MV bis 2021 rund 80 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Mindestens zehn Millionen Euro davon gehen nach Vorpommern-Rügen, das zur Modellregion werden könnte. Das Geld reicht für etwa 250 Wohnungen. Ein Problem dürften allerdings die hohen Grundstückspreise werden. Damit das Fördergeld nicht allein dadurch aufgebraucht wird, soll es einen Pakt der öffentlichen Hand geben. Land, Landkreis und Kommunen schließen sich zusammen und geben ihre eigenen Grundstücke für den Wohnungsbau deutlich vergünstigt ab. Bisher sind die Kommunen angehalten, ihre Grundstücke zum Zwecke der Haushaltskonsolidierung meistbietend zu verkaufen.

Bauen könnte dann mit dem Fördergeld prinzipiell jeder Investor, der sich den Regeln unterwirft – vom kommunalen Wohnungsunternehmen bis zum Hotelbetreiber, der Wohnungen für seine Mitarbeiter schaffen will. Das heißt: Die Miete darf maximal 5,50 Euro betragen und nur für Sozialwohnungen qualifizierte Familien können einziehen. Laut Pegel darf ein vierköpfiger Haushalt maximal über ein Einkommen von 3000 Euro brutto verfügen.

Angesichts der Knappheit von Wohnraum haben einige Arbeitgeber angefangen, selbst Wohnraum für ihre Mitarbeiter zu schaffen. Dazu gehört das Hotel „Meerlust“ in Zingst. Dort leben mehrere Angestellte in Wohnungen, die vorher als Ferienappartements vermietet wurden. „Ich verzichte damit auf viel Geld. Aber anders geht es nicht mehr. Ich bekomme sonst keine Leute“, sagt Geschäftsführer Joachim Rudolph. Eine Auszubildende könne nach ihrer Schicht in der Nacht nicht mehr von Zingst nach Ribnitz-Damgarten fahren, nur weil es da noch eine bezahlbare Wohnung gibt. Für Rudolph ist die Vermietung eine Dauerlösung. „Ich glaube nicht, dass die Kommunen das Problem lösen können“, sagt er.

Alexander Müller

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