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„Wer weiß, wie tief der Bodden und wie hoch der Kirchturm ist?“

Ribnitz-Damgarten „Wer weiß, wie tief der Bodden und wie hoch der Kirchturm ist?“

Clara Barkusky organisiert in den Sommerferien Ausflüge und Erlebnisse für junge Leute mit wenig Geld und viel Zeit

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Clara Barkusky (21) arbeitet als Integrative Flüchtlingshelferin in der Ribnitzer Marienkirche.

Quelle: Carolin Riemer

Ribnitz-Damgarten. Clara Barkusky ist voller Tatendrang. Die 21-jährige Ribnitzerin arbeitet seit Juni als Integrative Flüchtlingshelferin in der Ribnitzer Marienkirche – und sie hat sich viel vorgenommen. Nicht nur ausländische Kinder, die sie „neue Nachbarn“ nennt, sollen von ihrer Arbeit profitieren, sondern auch deutsche Kinder. „Hauptsächlich die, die im Ribnitzer Neubaugebiet wohnen. Aber ausgeschlossen wird bei mir niemand“, sagt sie und ihre blauen Augen blitzen lebenslustig. Die Abiturientin strahlt Feuereifer aus.

Bei mir wird niemand ausgeschlossen! Tolle Erlebnisse müssen nicht immer viel Geld kosten. Das möchte ich den Jugendlichen zeigen.“Clara Barkusky,

Integrative

Flüchtlingshelferin

In den Sommerferien ab dem 25. Juli bietet Clara Barkusky nun erstmals Ausflüge und Erlebnisse für junge Leute an. Mädchentage, Wissensreisen, Schatzsuchen, Film- und Bastelnachmittage oder Ausflüge auf den Ribnitzer Kirchturm oder ins Deutsche Bernsteinmuseum – sie ist auch offen für Ideen, die die Kinder haben. „Das Problem ist doch heutzutage, dass Kinder und Jugendliche hauptsächlich an ihrem Handy, ihrer Spielkonsole oder sich selbst interessiert sind“, findet sie. Gerade wenn die Eltern wenig Geld und Zeit haben – nicht in den Urlaub fahren können – hängen die jungen Leute oft planlos auf Schulhöfen oder auf dem Bestwood-Gelände ab. „Deswegen möchte ich mich einbringen und ihnen zeigen, dass man auch mit wenig Geld eine Menge erleben kann.“

Flyer mit ihren Angeboten hat sie bereits in der Bernsteinschule verteilt. Zunächst plant sie einen Tag pro Woche für die Jugendlichen ein. „Wenn Interesse besteht, kann ich das aber auch ausweiten.“

Hauptsächlich richtet sie sich an 8- bis 14-Jährige. „Ich möchte einen Begegnungspunkt für deutsche und ausländische Kinder schaffen“, sagt sie. Der Raum in der Prager Straße 10, den die Kirche zur Verfügung stellt, sei zwar noch etwas karg, aber für Filmnachmittage möchte sie beispielsweise ihren eigenen Fernseher von zu Hause zur Verfügung stellen. Mit den Mädels könnte sie sich Schminknachmittage vorstellen. „Oder wir schauen uns einen Liebesfilm an, organisieren Tanznachmittage. Oder wir machen Wissenreisen durch Ribnitz. Wer weiß schon, wie tief der Bodden oder wie hoch der Kirchturm ist?“ Sie möchte den jungen Leuten auch den Heimattierhof am Krankenhaus und die Bibliothek näher bringen. „Manchmal hab ich das Gefühl, ihnen fehlt der Bezug zu Angeboten, die Ribnitz-Damgarten bereit hält. Das möchte ich ändern.“ Erfahrungen hat die junge Frau gesammelt, als sie ein Praktikum bei der Schulsozialarbeiterin der Bernsteinschule absolvierte und als sie ehrenamtlich in der Kleiderkammer arbeitete und Flüchtlingen Deutschunterricht gab.

„Ich weiß, dass ein sozialer Beruf genau das Richtige für mich ist“, sagt Clara Barkusky überzeugt. Und die bis Dezember befristete Stelle in der Kirche hilft ihr, diesen Traum zu verwirklichen.

„Nach dem Praktikum bewerbe ich mich für den Studiengang ,Soziale Arbeit’ in Neubrandenburg. Die Arbeit mit Menschen gefällt mir sehr – man bekommt vor allem von ausländischen Gästen unglaublich viel Dank zurück.“ Sich als Schulsozialarbeiterin engagieren, das wünscht sich die junge Frau.

Und noch einen Vorteil hat ihr Vorhaben: „Wir können schon in diesem Sommer analysieren, wer sich ab Oktober in dem neuen Begegnungszentrum in der Demmlerstraße treffen wird und worauf die jungen Leute dann Bock haben.“

Kontakt: ☎ 015 77/784 64 30

Carolin Riemer

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