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Stralsund „Wie sich Deutschland selbst zerlegt...“
Vorpommern Stralsund „Wie sich Deutschland selbst zerlegt...“
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00:00 20.02.2017
Ulrich Schneider, Chef des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, stellte am Freitag sein aktuelles Buch in Stralsund vor. Quelle: Foto:christian Rödel

Die langen, breiten Koteletten im Gesicht sind das äußere Markenzeichen von Ulrich Schneider, seines Zeichens kämpferischer Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Auf Einladung der Stralsunder SPD-Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen gastierte der promovierte Erziehungswissenschaftler am Freitag im Brauhaus in der Knieperstraße, wo der gebürtige Ruhrpottler sein neuestes Buch „Kein Wohlstand für alle“ vorstellte. Dieser gewählte Buchtitel ist natürlich eine Provokation und stellt Ludwig Erhards These vom „Wohlstand für alle“ bewusst auf den Kopf. Schneider spitzt bekanntlich zu, wie politisch interessierte Fernsehzuschauer es wohl schon wissen dürften, denn in unzähligen TV-Talkshows trat der 59-jährige Überzeugungstäter stets auf, wenn es um das Thema „Armut in Deutschland“ geht. Deutschland fällt nach Schneiders Überzeugung immer weiter auseinander: Sozial, regional und politisch. In seinem Buch analysiert der in Oberhausen geborene Arbeitersohn auch die sozialpolitische Situation in Mecklenburg-Vorpommern. Die Einschätzung fällt angesichts von 124 000 Hartz-4-Empfängern im Lande selbstredend negativ aus. „Wie sich Deutschland selbst zerlegt“, machte Schneider auch an alltäglichen Beobachtungen deutlich, wenn er darüber berichtet, wie Eltern von Klassenkameraden seiner Kinder sich fadenscheinige Dinge ausdenken, um zu begründen, warum ihre Kinder nicht an Schulausflügen oder Abi–Bällen teilnehmen können. „Es fehle schlicht das Geld dafür“, so Schneider, der solche finanziellen Kalamitäten auch aus den so genannten Mittelschichtsfamilien kenne. Schneider räumte ein, dass zwar keiner frieren oder hungern müsse, aber die gesellschaftliche Teilhabe erodiere in breiten Bevölkerungsschichten. Der 2016 in die Linkspartei eingetretene Verbandsfunktionär wirbt unter anderem dafür, die Steuern auf hohe Einkommen und Vermögen, aber auch auf große Erbschaften drastisch zu erhöhen. „Die Bildungsdurchlässigkeit muss wie zu Willy Brandts Zeiten gewährleistet werden, damit auch Kinder aus einfachen Verhältnissen studieren können“, forderte Schneider.

OZ

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