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Wie viel Würde hat der Mensch?

Stralsund Wie viel Würde hat der Mensch?

Bei dem Projekt „Tage ethischer Orientierung“ hinterfragten 100 Schüler, wie würdevoll die Gesellschaft ist.

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Marielene Armbruster, Annika Schwake, Fabian Eichstädt, Alexander Foerster, Jasmin Borowski und Vivien Klawitter (v. l.) gehörten zu den Teilnehmern des Teo-Projektes.

Quelle: Fotos: Miriam Weber (3)/pia Bönisch

Stralsund. Was ist das eigentlich, die Würde des Menschen? Und was bedeutet es, dass sie unantastbar ist, wie es im Grundgesetz steht. Bei den Tagen ethischer Orientierung (Teo), einem Projekt der Nordkirche, haben sich damit 100 Acht- bis Zehntklässler aus Stralsunder Schulen befasst.

OZ-Bild

Bei dem Projekt „Tage ethischer Orientierung“ hinterfragten 100 Schüler, wie würdevoll die Gesellschaft ist.

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„Ein Grundanliegen von Teo ist es, andere Lernorte für Schüler zu finden“, erklärt Pastor Dr. Eberhard Buck. „Gemeinsam mit vielen Netzwerkpartnern können wir seit 16 Jahren für Schüler Veranstaltungen in ganz Norddeutschland anbieten.“ Mit dem Projekt in Stralsund betritt Teo trotz allem Neuland. „Weil wir das erste Mal ein Projekt vor Ort machen, ohne Übernachtungen und wir arbeiten direkt mit lokalen Partnern zusammen“, sagt Buck.

Und so näherten sich in den vergangenen Tagen die Schüler dem Thema „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ auf völlig unterschiedliche Weise. In Gruppen, bunt gemischt aus Schülern des Schulzentrums am Sund, des Förderzentrums, der Hermann-Burmeister- und Diesterweg-Schule und des Hansa-Gymnasiums hinterfragten sie die vermeintlich verlorene Würde von Menschen, die sich strafbar machten. Dabei stand ein Besuch der Justizvollzugsanstalt auf dem Programm. Was sind menschenwürdige Arbeitsbedingungen, was denken die Bürger der Hansestadt über den Artikel 1 des Grundgesetzes, gibt es eine Würde im Alter, wie würdelos sind Bedingungen der Produktion von Mode, müssen sich Flüchtlinge eine Würde verdienen? Und schließlich brachte eine Gruppe das Thema Würde in einem Theaterstück auf die Bühne. Die Ergebnisse der einzelnen Workshops werden heute in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung präsentiert.

„Es war ein absolut spannendes Projekt“, sagt Fabian Eichstädt von der Burmeister-Schule. Der 15-Jährige besuchte mit seiner Gruppe nicht nur die Bewohner des Pflegeheims St. Josef. „Wir haben auch eine Führung durch das neu eröffnete Hospiz bekommen und konnten mit einem Bestatter ein Interview führen.“ Er gibt zu: „Mit den älteren Leuten zu reden, war cool, aber im Hospiz und beim Bestatter so nah am Tod zu sein, war komisch.“ Ila Bluhm vom Hansa-Gymnasium ergänzt: „Es war ergreifend und man ist sich der eigenen Sterblichkeit bewusst geworden.“ Auch die 15-Jährige fand das Projekt toll.

„Schon allein, weil man auch viele andere Leute kennengelernt hat.“ Ihre Eindrücke verarbeiteten sie am iPad in einem E-Book.

Einig waren sich zum Projektende alle darüber, dass das Thema Würde immer aktuell ist und vor allem immer wieder hinterfragt werden sollte.

Tage ethischer Orientierung

Seit 16 Jahren gibt es das Programm Tage ethischer Orientierung (Teo) in Mecklenburg-Vorpommern.

Die verschiedenen Veranstaltungen werden mischfinanziert durch die Evangelische Kirche, Teilnehmerbeiträge und Fördermittel, unter anderem bis 2017 aus dem Europäischen Sozialfonds.

Wichtiges Anliegen von Teo ist es, dass Schüler an anderen Orten als der Schule lernen. Dafür gibt es mittlerweile viele Netzwerkpartner.

In Stralsund hatte Teo lokal Premiere. Die Projektteilnehmer waren nicht außerhalb ihrer Heimatstädte untergebracht. Dank der Projektpartner waren sie jedoch in verschiedenen Einrichtungen unterwegs.

Beteiligt waren 100 Schüler aus Regional- und Förderschulen und Gymnasien, außerdem Stralsunder Lehrer, Studierende der Unis Rostock und Greifswald, der Arbeitskreis Schule und Wirtschaft, Schulsozialarbeiter, die Diakonie, die JVA und kirchliche Jugendmitarbeiter.

Von Miriam Weber

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