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Wildfremden Menschen um den Hals fallen

Stralsund Wildfremden Menschen um den Hals fallen

Auch junge Leute lassen sich vom Fußball-Fieber anstecken / Sie schauen am liebsten in der Gruppe den Spielen der deutschen Elf zu / Beliebtester Ort ist der Hafen

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Sabrina Scholz und Lucy Hatje (v. r.) schauen am liebsten am Hafen mit vielen anderen Fußball.

Quelle: Sabrina Scholz

Stralsund. Gespannte Gesichter vor Bildschirmen, gigantische Jubelrufe und ein schwarz-rot-goldenes Farbenmeer – die typischen Anzeichen, dass wieder einmal das Fußball-Fieber ausgebrochen ist.

OZ-Bild

Auch junge Leute lassen sich vom Fußball-Fieber anstecken / Sie schauen am liebsten in der Gruppe den Spielen der deutschen Elf zu / Beliebtester Ort ist der Hafen

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Obwohl ich nicht auf diesen ganzen Fan-Kult stehe, schaue ich mir gern die deutschen Spiele an, am liebsten am Hafen. Nach dem WM-Titel wäre der Sieg bei der EM die Krönung.“Arne Oller (16)

Zu Hause haben wir eine große Lein-

wand aufge-

stellt, um mit Freunden und Nachbarn die Spiele zu sehen. Das macht super viel Spaß und alle fiebern mit der deutschen Mannschaft mit.“Florian Wobig (14)

Auch wenn ich mich sonst nicht so für das Fuß-

ballgeschehen interessiere, bin ich von der EM begeistert, besonders die Spiele mit deutscher Beteiligung habe ich verfolgt.“Lucas Bäcker (15)

Umfrage: Sabrina Scholz (3), Vincent Huysmann (2)

Ich habe mich von dem EM-Fieber nicht anstecken lassen, mich hat Fußball vorher auch noch nie wirklich interessiert. Aber jeder hat ja eigene Sachen für die er sich interessiert.“Eric Töpfer (15)

Da ich ein absoluter Fußballfan bin, versuche ich, mir alle Spiele anzuschauen. Ich genieße die Atmosphäre beim Public Viewing, wenn ich mir mit meinen Freunden die Spiele ansehe.“Felix Parnow (22)

Gemeinsam mitfiebern

Als Public Viewing werden öffentliche Live-Übertragungen auf große Leinwände oder Bildschirme von sportlichen Großveranstaltungen bezeichnet.

In Stralsund besteht morgen ab 21 Uhr bei der „Werkstatt“ und dem „Anker“ auf der Hafeninsel die Möglichkeit, sich das Halbfinale anzusehen. Auch im Bürgergarten kann auf einem großen Bildschirm das Spiel verfolgt werden.

Doch wie und wo lässt sich die derzeitig laufende Europameisterschaft am besten feiern? Der Klassiker für jeden Fan bleibt immer noch das Public Viewing. Der Grund dafür liegt in der simplen aber launigen Methode begründet.

Man nehme eine sehr große Leinwand, auf der man live das Fußballspiel zeigt, gewährleiste eine ausreichende Versorgung mit Getränken und Fan-Artikeln und schon fallen sich begeisterte Fußball-Liebhaber, die sich noch nie zuvor gesehen haben, nach einem Tor ihrer Mannschaft gegenseitig in die Arme.

Verständlich, wenn sowas auch bei der jüngeren Generation gut ankommt. So findet es zum Beispiel der 17-jährige Marco Pürsing immer wieder gut, „zusammen mit Fremden und Freunden die Anspannung kurz vor einem Tor mitzuerleben, das ist viel besser als allein vor dem Fernseher zu hocken“.

Die Deutschlandspiele werden als Public Viewing unter anderem vor der „Ankerwerkstatt“ im Hafen, also in der besten Location, gezeigt. Vor Ort der Nationalmannschaft zuzugucken wird nämlich etwas schwer, schließlich passen zum Beispiel in das Stade de France, Frankreichs größtes Stadion, circa 90000 Zuschauer rein – und das bei Millionen von Fans! Da haben es die Isländer schon deutlich leichter.

Und wer wird Europameister? Da ist sich Marco sicher: „Deutschland! Nachdem wir gegen Italien gewonnen haben, sind die härtesten Gegner hinter uns“, sagt Marco voll Überzeugung.

Public Viewing mal ganz anders haben diese zwei Fußballfans erlebt. „Es war das erste Mal und einfach ein Test, im Kino zu schauen“, erzählt der 15-jährige Nicolas Glaser. Er verfolgte zusammen mit Janne Drechsler die 90 Minuten Ballwechsel zwischen Deutschland und der Slowakei, ohne Kampf um eine Sitzgelegenheit. Für den gleichaltrigen Janne eine angenehme Erfahrung, denn „Gemütliche Sitze, ein scharfes großes Bild und viel zum Snacken“, versüßten den deutschen Sieg um Längen. Nur die Stimmung ließ bei den rund 20 Zuschauern zu wünschen übrig, vielleicht waren die Sitze doch zu bequem?

„Unter freiem Himmel ist es noch was ganz anderes“, stellt Janne fest.

Beide sind sich einig: Das Wichtigste ist das gemeinsame mitfiebern. Ob im Kino, auf der heimischen Couch oder am Hafen, Fußball verbindet. Und dass nun alle der deutschen Mannschaft für das morgige Halbfinale die Daumen drücken, liegt wohl auf der Hand.

Richard Weinz (17) und Lara-Sophie Meisel (15) besuchen das Hansa-Gymnasium.

Richard Weinz und Lara-Sophie Meisel

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