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Stralsund Windpark-Ideen sorgen für Pro und Contra
Vorpommern Stralsund Windpark-Ideen sorgen für Pro und Contra
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08:51 22.08.2015
Drei Windparks sollen rund um Stralsund entstehen. Quelle: Uwe Driest
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Franzburg

Naturfreunde, Einwohner und Kommunen laufen Sturm, einigen Flächeneigentümern kommt der Vorschlag wie gerufen: Geht es nach dem Willen der Landesregierung, sollen in der Region rund um Stralsund drei große Windparks entstehen. Franzburg mit 36 Hektar, Hugoldsdorf mit 116 Hektar und Papenhagen mit 216 Hektar sind im Entwurf zur zweiten Änderung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms als Eignungsflächen vorgesehen.

„Erst legt man hier als Ausgleichsmaßnahme für die Autobahn den Franzburg-Richtenberger See an, der mittlerweile sehr viele Vogelarten beherbergt, und dann will man hier Windkraftanlagen hinbauen – das ist doch krank“, schimpft Hedda Gehrt. Die ehemalige Kita-Leiterin wohnt in Müggenhall und hat von den geplanten Windanlagen gehört. „Die Windbauer sind ja schon arg am Wirbeln und suchen geeignete Flächen. Und das spricht sich natürlich rum. Es soll ja sogar schon Vorverträge geben“, berichtet die Frau aus Müggenhall Ausbau und ärgert sich, dass man hier nicht an die Haupteinflugschneise der Zugvögel denkt, auch den Roten Milan hat sie beobachtet.

Der Bereich zwischen Müggenhall ist vom Franzburger Windfeld arg betroffen. Deshalb fragte Hedda Gehrt am Dienstag auf der Franzburger Stadtvertretersitzung nach. „Wir haben erst vor zwei Tagen davon erfahren. Natürlich geben wir als Gemeinde auch unsere Stellungnahme zu diesem Entwurf ab. Dazu müssen wir aber gute Fakten sammeln. Wir besprechen das im Bauausschuss, und dann kommt es in der nächsten Stadtvertretung auf die Tagesordnung“, antworte Bürgermeister Dieter Holder (CDU).

Auch die Nachbarkommune Millienhagen-Oebelitz beschäftigt das Thema. Hier kann man im Falle der Umsetzung der Windpark-Ideen gleich von zwei Seiten den „Spargel“ wachsen sehen – vom Franzburger Windfeld besonders in Steinfeld und vom Hugoldsdorfer Windfeld, das bis vor die Fenster der Oebelitzer, Katzenower, Dolgener und Leplower reicht. „Wir sammeln jetzt Informationen und dann laden wir zur Einwohnerversammlung ein“, sagt Bürgemeisterin Cordula Filter (parteilos) gestern auf OZ-Nachfrage. Derweil werden die Grundstückseigentümer mit Offerten überschüttet. Und nicht jeder wird da widerstehen können und wollen.

116 Hektar Fläche für Windenergie-Investoren – das haben sich die Hugoldsdorfer immer gewünscht. „Schon vor zwei Jahren haben wir die Planer gebeten, unsere Flächen für Windbauer zu reservieren. Nun steht es endlich im Programm“, sagt Bürgermeister Peter Richter (CDU) und ergänzt: „Wir sind für Windräder, aber nur wenn die Gemeinde auch was davon hat. Wir erhoffen uns von den Windparks Geld, das zum Beispiel als Gewerbesteuer wieder in unsere Gemeinde fließt. Jeder weiß, wie leer die Gemeindekassen sind. Da kommt sowas wie gerufen. Bei der Vertragsgestaltung will uns der Städte- und Gemeindetag helfen.“ Außerdem würde man die Windräder in Hugoldsdorf kaum bemerken, insofern stören sie nicht, erklärt Peter Richter. Schon im September stellen sich die ersten Investoren vor.



Ines Sommer

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