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Wintergerste ist bereits vom Halm geholt

Thomashof Wintergerste ist bereits vom Halm geholt

Die Ernte läuft auf den Feldern im Landkreis, aber die Preise fürs Getreide machen den Bauern in diesem Jahr zu schaffen. Nur beim Raps kann mit höheren Erlösen gerechnet werden.

Thomashof. Der prüfende Blick zum Himmel war gestern für Manfred Geschke nicht zu vermeiden. Zusammen mit Kollegen bereitete der Komplexleiter der Agrarproduktionsgesellschaft Tribsees zwei Mähdrescher für den Einsatz auf einem 130 Hektar großen Rapsschlag vor. „Das Wetter soll schon mitspielen“, sagt der 61-Jährige, der seit 1963 auf den Feldern um die Trebelstadt Verantwortung in der Ernte hat.

Seit dem 18. Juli wird in der Agrarproduktionsgesellschaft geerntet. „Mit der Wintergerste ging's auf 295 Hektar los“, erklärt Ulrich Baumann, Chef des Unternehmens. Die Gerste ist inzwischen vom Halm, und beim Raps sind von 320 Hektar gut zwei Drittel geschafft. Zwei Mähdrescher und zwölf Leute sind jetzt im Einsatz ohne auf die Uhr zu achten. „Am Donnerstag konnte bei günstigen Bedingungen sogar bis 24 Uhr auf dem Feld gearbeitet werden“, sagt Baumann.

Ansonsten bleibt der Landwirt zurückhaltend: „Die Ernte läuft, aber die Preise stimmen eigentlich nur beim Raps.“ Bei der Wintergerste senkte die EU den Interventionspreis gegenüber 2000 um etwa neun Prozent. In der Praxis heißt das: Gab's im letzten Jahr durchschnittlich 21 Mark je Dezitonne, so liegt der Preis derzeit bei 18 Mark. Auch beim Weizen hat Baumann Befürchtungen. Die jüngste Trockenheit habe sich ungünstig ausgewirkt, sagt er rechnet mit Ertragsausfällen und dass Qualitätseinbußen auf den Preis drücken. Hoffnung dagegen beim Raps. Der machte vor drei Wochen einen unerwarteten Sprung im Preis auf etwa 45 Mark je Dezitonne (vor Jahresfrist 36 Mark). Baumann hofft, damit Weizen und Gerste im Erlös etwas kompensieren zu können.

Dass die Ernte im Landkreis Nordvorpommern in diesem Jahr besser ausfällt als 2000, damit rechnet Reinhard Ruschinzik vom Bauernverband Ribnitz-Damgarten/Stralsund. Bereits im vergangenen Jahr lag der Kreis mit seinen Ergebnissen über dem Landesdurchschnitt. Wurden im Land bei der letzten Rapsernte 38,8 Dezitonnen je Hektar geerntet, waren es im Kreis 43,5. Bei Gerste lag das Verhältnis 67 zu 73,5 Dezitonnen je Hektar. Mit einer guten Ernte seien aber noch nicht alle Bauern aus dem Schneider, weiß Ruschinzik. So mancher Betrieb habe wegen drückender Verbindlichkeiten die Ernte bereits auf dem Halm verkaufen müssen. Diese Firmen hätten jetzt keine Gelegenheit, etwas aufs Lager zu legen und dann abzuwarten, bis sich die Preise erholen.



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