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Stralsund „Wir sind an der Grenze des Machbaren“
Vorpommern Stralsund „Wir sind an der Grenze des Machbaren“
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00:37 15.03.2018
Die Auferstehungskirche in Grünhufe mit dem Nachbarschaftszentrum ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Quelle: Foto: Alexander Müller
Stralsund

Konfliktpotenzial, aber keine Katastrophe: Bis zu 200 Jugendliche treffen sich freitagabends im Nachbarschaftszentrum in Grünhufe. „Natürlich sind das vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund“, erklärte Thomas Nitz, Organisator des Nachbarschaftszentrums in Grünhufe, vor dem Ausschuss für Familie, Sicherheit und Gleichstellung. Doch das Problem seien gar nicht die verschiedenen Nationalitäten der jungen Menschen, sondern die Masse.

Zu wenige offene Angebote für Jugendliche in den Abendstunden / Thomas Nitz hofft auf Ergebnisse aus Gesprächen

In der Vergangenheit hatten sich Anwohner über den Lärm am Wochenende beschwert (die OZ berichtete). Dazu konnte Thomas Nitz nur erklären: „Wir schließen den Treff um 21 Uhr, achten vorher schon darauf, dass die Jüngeren das Gelände verlassen. Aber das dann noch nicht sofort Ruhe einkehrt, ist klar.“ Polizeihauptkommissar Roland Kleina erklärte dazu vor dem Ausschuss: „Wir bestreifen das Gebiet, wir kommen auch mal mit den jungen Leuten ins Gespräch, aber es ist in der vergangenen Zeit zu keinen Polizeieinsätzen dort gekommen.“

Thomas Nitz führte weiter aus: „In den Plattenbauten in Grünhufe leben 19,2 Prozent Menschen mit einem Migratonshintergrund. In der gesamten Stadt sind es, inklusive Grünhufe, 5,7 Prozent.“

Er verwies darauf, dass die Jugendlichen, die das offene Angebot der Jugendarbeit nutzen, nicht nur aus dem Stadtteil Grünhufe kommen würden. Das sei dadurch bedingt, dass es kaum weitere Angebote für junge Menschen in den Abendstunden gibt. Sie würden einen Ort suchen, an dem sie sich sicher fühlen. „Unsere Arbeit hat sich auf Grund der schieren Masse in den vergangenen Monaten verändert. Wir können gar nicht mehr das leisten, was wir einmal angestrebt haben und was Thomas Gürgen von der Lutherischen Auferstehungsgemeinde aufgebaut hat. Wenn sich bis zu 200 Jugendliche treffen, dann ist das keine Jugendarbeit mehr, sondern nur noch ein Beaufsichtigen, wir sind an der Grenze des Machbaren.“

Trotz allem schaut Thomas Nitz optimistisch in die Zukunft: „Wir sprechen hier von Herausforderungen und personellen Engpässen, aber wir sprechen nicht von einer Katastrophe. Wir werden unsere Jugendarbeit weiter fortsetzen und sind nebenbei mit vielen Leuten in Gesprächen auf der Suche nach Lösungen.“

Anja Schmuck, Integrationsbeauftragte der Stadt, erklärte dazu, dass man im Moment sowohl an einer personellen Verstärkung arbeite als auch an weiteren Möglichkeiten für Jugendtreffs. „Eine derzeit vielversprechende Idee ist, dass das Stadtteilzentrum in Knieper West, das von der SIC betrieben wird, ebenfalls ein Angebot in den Abendstunden macht.“

Für die Mitglieder des Ausschusses war nach den Ausführungen klar, dass dringender Handlungsbedarf besteht. „Da müssen wir auch den Landkreis mit in die Pflicht nehmen“, erklärte Ausschussvorsitzende Sabine Ehlert (Bürger für Stralsund). Heike Carstensen (SPD) ergänzte: „Zum Glück ist es so, dass es wieder mehr Kinder gibt. Die Einrichtungen sind voll. Doch gerade deshalb müssen wir nach einer langfristigen Lösung suchen und dafür sorgen, dass es wieder mehr Angebote gibt. Das sind wir den Jugendlichen schuldig.“

Miriam Weber

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