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Stralsund hat so viele Einwohner wie zuletzt 2003/ OB Badrow beantwortet die wichtigsten Fragen

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Die Hansestadt wächst weiter

Die Altstadt zählt zu den beliebtesten Vierteln Stralsunds. Kaum ein Stadtteil ist so sehr gewachsen.

Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Stralsund. Die Hansestadt wird als Wohnort immer beliebter: Seit Jahren steigt die Einwohnerzahl wieder, jetzt hat sie einen neuen Höchststand erreicht. Laut dem Melderegister der Stadtverwaltung leben derzeit 59 155 Menschen am Sund.* Damit ist wieder das Niveau von 2003 erreicht, als nach Zahlen des Statistischen Landesamtes 59 140 Leute Stralsund ihr Zuhause nannten.

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Stralsund hat so viele Einwohner wie zuletzt 2003/ OB Badrow beantwortet die wichtigsten Fragen

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OZ: Herr Oberbürgermeister Alexander Badrow, ist damit das Ende des Wachstums erreicht oder rechnen Sie mit noch mehr Einwohnern?

Alexander Badrow: Eine Stadt muss sich entwickeln und entfalten können. Darum lautet unser nächstes Etappenziel: 70000 Einwohner bis 2030. Von überallher ziehen Menschen aller Altersgruppen, also Familien mit Kindern ebenso wie Alleinstehende und Senioren, zu uns an den Sund. Für mich ein Zeichen, dass unsere Hansestadt ein attraktiver Ort zum Leben ist.

In welchen Stadtteilen sehen Sie Potenzial für weiteres Wachstum?

Prinzipiell in allen Stadtteilen. Derzeit werden im Süden das Wohngebiet „Gärtnereigelände Andershof“ und im Norden das Wohngebiet „Nördlich Holzhausen“ neu erschlossen. Hinzu kommen Planungen für weiteren Wohnungsbau in Knieper West, an den Tribseer Wiesen, in Freienlande und in Voigdehagen. Und auch die Tribseer Vorstadt haben wir im Visier für umfassende Sanierungsmaßnahmen.

Stralsunds Sorgenkinder waren in den vergangenen Jahren die Stadtteile Knieper Nord und West. Beide haben zusammen laut Statistik in den vergangenen 15 Jahren fast 4000 Einwohner verloren.

Gleichzeitig gibt es aber gerade dort die meisten Wohnungen. Im Jahr 2015 waren in beiden Vierteln 1300 Wohngebäude mit rund 12 000 Wohnungen registriert. Das ist mehr als ein Drittel der rund 34

000 in Stralsund gemeldeten Wohnungen. Zum Vergleich: In der beliebten Altstadt gibt es 3859 Wohnungen.

Wie wollen Sie den Negativtrend in Knieper Nord und West stoppen?

Dieser Negativtrend ist gestoppt. Und zwar schon seit zwei, drei Jahren. Auch Knieper wächst wieder. Denn die großen Stralsunder Wohnungsunternehmen SWG, WGV und WGA investieren jährlich hohe Summen in die Sanierung und Modernisierung des Wohnungsbestandes. Oftmals kleine Wohnungen mit schmalen Bädern und Küchen werden zu größeren zusammengelegt und zusätzliche Dachgeschosse aufgebaut. Hinzu kommen Ersatzneubauten mit hohem Qualitätsstandard. Hier fordern wir vom Land, dass die Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau endlich und ohne Abstriche an die Kommunen weitergeleitet werden.

Damit gerade auch unsere älteren Stralsunder dank neu eingebauter Aufzüge in ihrer gewohnten Umgebung wohnen bleiben können.

Zu den beliebtesten Vierteln Stralsunds gehören die Altstadt und die Frankenvorstadt. Die Einwohnerzahl ist in der Altstadt von 2000 bis 2015 um 72 Prozent gestiegen – so stark wie fast nirgendwo sonst. Und auch in der Frankenvorstadt leben jetzt rund 600 Menschen mehr als 2009.

Können diese angesagten Viertel überhaupt noch weiter wachsen?

Auch Altstadt und Frankenvorstadt verfügen noch über viel Potenzial für weiteren Wohnraum. So soll ab 2018 das gesamte Quartier 33 an der Jakobikirche durch verschiedene Einzeleigentümer neu bebaut werden. Weitere Baulücken und -flächen befinden sich zum Beispiel zwischen Frankenwall und Frankenstraße. Und in der Frankenvorstadt wartet schon die Reiferbahn auf ihre bald bevorstehende Erweckung aus dem Dornröschenschlaf. Nicht zu vergessen die geplanten Mehrfamilienhäuser in der Smiterlowstraße, wo schon der riesige Spielplatz-Krake auf neue Kinder lauert. Östlich des Alten Frankenfriedhofs gibt es ebenfalls noch Raum für gute Ideen.

Welche Herausforderungen ergeben sich durch die steigende Einwohnerzahl?

Natürlich ergeben sich aus unseren Zielen auch Aufgaben, die Rahmenbedingungen müssen stimmen – nicht nur in Sachen Infrastruktur und Wohnungsbau, sondern auch in Bezug auf unsere freiwilligen Leistungen wie Theater, Zoo und Museen. Dinge, die wir uns eigentlich nicht leisten können und die trotzdem entscheidend für die Lebensqualität sind. Nach den Vorstellungen und Prognosen des Landes wären wir heute übrigens 2500 Einwohner weniger und hätten Schulen und Wohnhäuser in Größenordnungen abgerissen. Die Hansestadt hingegen erschließt lieber weiteres Bauland im Stadtgebiet, um breit gefächertes und bedarfsgerechtes Wohnen zu ermöglichen.

Schulen und Kitas platzen doch jetzt schon aus allen Nähten.

Wir brauchen Förderprogramme von Land und Bund, die den Kommunen größtmöglichen Gestaltungsspielraum im Einsatz der Mittel zur Stadtentwicklung lassen. Hinsichtlich der Infrastruktur gilt das Gleiche. Es stehen nicht nur der Ausbau von Verkehrsanlagen und Investitionen in die technische Infrastruktur auf dem Programm, sondern auch die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten für Schulen und Kitas. So liegen die tatsächlichen Einschulungszahlen für Stralsund in diesem Sommer mit 525 Schülern um 75 über den vom Land prognostizierten. Das sind drei zusätzliche Klassen, die wir unterbringen müssen. Und wollen.

* Stand 31. Dezember 2016

Mehr ältere Menschen in Stralsund / Ausländeranteil steigt

2011 ist das Wendejahr in der Bevölkerungsentwicklung Stralsunds. Bis dahin war die Einwohnerzahl seit der Deutschen Wiedervereinigung kontinuierlich geschrumpft. Von 72780 im Jahr 1990 auf 56921 im Jahr 2011. Seitdem geht es langsam aber stetig bergauf.

46,7 Jahre betrug das Durchschnittsalter der Stralsunder Bevölkerung im Jahr 2015. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 1990. Damals betrug der Durchschnitt noch 36,8 Jahre.

22 Menschen in Stralsund waren im Jahr 2015 stolze 100 Jahre alt oder sogar noch älter – zehn Männer und zwölf Frauen.

Die beliebtesten Kindernamen der Stralsunder waren im Jahr 2015 der Reihenfolge nach Anton, Ben und Alexander bei den Jungen sowie Marie, Sophie und schließlich Mia bei den Mädchen.

3,8 Prozent betrug der Ausländeranteil in Stralsund im Jahr 2015. Das sind 2195 Menschen. Diese Zahl ist seit dem Jahr 2000 immer weiter gestiegen.

Damals waren es noch 857 Menschen, was einem Ausländeranteil von 1,4 Prozent entspricht.

Alle Angaben stammen aus dem Statistischen Jahrbuch der Hansestadt Stralsund.

Noch mehr Zahlen gibt es unter

www.stralsund.de

Alexander Müller

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