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30 Jahre unter Druck

Stralsund 30 Jahre unter Druck

Bei Kruses wird gefeiert: Zum Firmenjubiläum findet am 9. September ein Hoffest statt

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Das Team des Druck- und Verlagshauses Kruse, v l.: die Mediengestalter Clemens Bietz (27) und Jana Hasselberg (34), die Inhaber Barbara (60) und Wolfgang (63) Kruse, Mediengestalterin Ulrike Harschlag (41) und Kommunikations-Designerin Julia Mahler (29).

Quelle: Foto: Marlies Walther

Stralsund. Sie sind in Feierlaune und haben allen Grund dazu: Seit 30 Jahren wird im Hause Kruse feste gedruckt, seit zehn Jahren hat sich das Unternehmen als Verlag für regionale Literatur einen Namen gemacht. Und darauf wollen die Mitarbeiter am 9. September gern mit Kunden, Autoren, Freunden und vielen Neugierigen anstoßen.

„Wir laden zu einem Hoffest ein. Und gern können die Besucher auch einen Blick hinter die Kulissen werfen“, sagt Barbara Kruse, die gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang das Unternehmen führt. Und das tut sie nach nicht immer leichten Jahren heute mit ganz viel Vergnügen. „Ja, ich komme jeden Tag gern zur Arbeit und bin dankbar, dass wir so ein junges, tatkräftiges Team um uns herum haben“, erklärt die Stralsunderin.

Hervorgegangen ist das Unternehmen aus dem Betrieb ihres Vaters, der im Jahr 1963 seine Lichtpauserei gegründet hatte. 1987 entschloss sich die Familie, dass Wolfgang Kruse die Firma übernimmt. Und das war keineswegs ein einfaches Unterfangen. Doch Kruses kämpften sich durch. „Ja, wir haben auch Existenzängste kennengelernt. Da bin ich ganz ehrlich“, gibt Barbara Kruse zu. Schmunzeln muss sie, wenn sie an die frühere technische Ausstattung denkt, an den ersten privaten Kopierer zum Beispiel, den sie sich zu DDR-Zeiten angeschafft haben. Der hatte die Angewohnheit , ziemlich schnell heiß zu laufen und bestimmte so den Arbeitsrhythmus.

Barbara und Wolfgang Kruse, die lange in Franzburg lebten, haben es geschafft, sich am Markt zu behaupten. 2007 zog der Digitaldruck nach einem zehnjährigen Zwischenspiel in der Schillstraße zurück an den Stammsitz, Frankenstraße 53. Gekauft wurde das Haus als Ruine, saniert mit Hilfe von Fördermitteln.

Mehr Geschichten über das Gebäude kann man am nächsten Sonnabend beim Tag der offenen Tür von Historiker Dr. Andreas Neumerkel erfahren. Der Archivar sei es auch gewesen, der praktisch eine Initialzündung für die Gründung des Verlags – das zweite Standbein der Firma – gab. „Hier steht die ganze Technik, da kann doch auch noch was anderes passieren“, hatte er die Unternehmer ermutigt, wie Barbara Kruse lachend erzählt. Inzwischen werden längst nicht nur Flyer, Plakate, Post- oder Visitenkarten und Baupläne gedruckt. In den letzten zehn Jahren sind tatsächlich über 100 Buchtitel und Kalender erschienen.

Den Startschuss hatte das Stralsunder Straßenlexikon von Andreas Neumerkel und Jörg Matuschat „Von der Arschkerbe bis Zipollenhagen“ gegeben. „Wir waren erstaunt, dass es so gut lief“, so Barbara Kruse. Nach dem Motto „Die Geister, die ich rief...“ sei daraus tatsächlich mehr geworden. Der n Verlag war geboren Und das freut die ehemalige Bibliothekarin besonders. „Unser Vorteil besteht darin, dass auch Kleinstauflagen gedruckt werden können“, fügt Marketing-Chefin Julia Mahler hinzu. Barbara Kruse möchte nur ungern einen der zahlreichen Autoren besonders hervorheben. Natürlich gebe es Renner. Die „Stralsunder Hefte“ haben es bereits bis zum 9. Band gebracht (Buchpremiere am 12. September im Remter). Ein Verkaufsschlager seien auch die „Gutshäuser und Schlösser auf der Insel Rügen“ (Andre Kobsch, Ilka Zander, Jörg Matuschat). Und dann nennt die Chefin doch einen berührenden Roman, der ihre persönliche Bestseller-Liste anführt: „Im Zweifel für’s Leben“ von Ingo Küster, der das Schicksal von Gisela Schönow aufgeschrieben hat.

Tag der offenen Tür mit historischen Hausgeschichten

Besucher sind zum Tag der offenen Tür am 9. September von 10 bis 16 Uhr in das Druckhaus, Frankenstraße 53, eingeladen. Dann können sie einen Blick hinter die Kulissen werfen und mit den Mitarbeitern auf das runde Jubiläum anstoßen.

Geschichten über Stralsunds Straßen und speziell das Haus in der Frankenstraße 53 kann man bei Vorträgen von Dr. Andreas Neumerkel um 11, 13 und 15 Uhr hören.

Auf dem Staude-Plan von 1647 ist auf dem Grundstück ein großes Giebelhaus zu sehen. Bei der Belagerung der Stadt durch den Großen Kurfürsten von Brandenburg im Jahr 1678 brannte das Haus fast vollkommen nieder. 1696 baute Bäcker Hans Lewenhagen auf den mittelalterlichen Grundmauern ein neues Haus. Bis in die 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts befand sich dort immer eine Bäckerei. 1897 wurde ein Schaufenster eingebaut. Der Backofen stand in einem Seitengebäude. Dort befinden sich heute Produktionsräume der Druckerei.

Marlies Walther

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