Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Altes Stralsunder Leichenhaus im Dornröschenschlaf

Stralsund Altes Stralsunder Leichenhaus im Dornröschenschlaf

Besitzer des historischen Gebäudes ist der Landkreis / Die Zukunft der Immobilie bleibt offen

Voriger Artikel
Sundair startet mit eigenem Flugzeug
Nächster Artikel
Altes Leichenhaus im Dornröschenschlaf

Die historische Leichenhalle wurde im 19. Jahrhundert erbaut und befindet sich neben dem heutigen Ärztehaus.

Quelle: Foto: Marlies Walther

Stralsund. Ein unscheinbarer roter Backsteinbau unmittelbar am Straßenrand des Frankenwalls gehört zu jenen Gebäuden in Stralsund, deren Zukunft offenbar völlig offen ist.

OZ-Bild

Besitzer des historischen Gebäudes ist der Landkreis / Die Zukunft der Immobilie bleibt offen

Zur Bildergalerie

Fenster und Türen des ungenutzten Bauwerkes sind vernagelt oder zugemauert. Wir begaben uns auf Spurensuche. Und die führt zum ehemaligen städtischen Leichenhaus.

Denn genau zu diesem Zweck wurde das Haus wahrscheinlich Anfang der 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts errichtet, wie Stadthistoriker Dr. Andreas Neumerkel herausfand. Denn der Bau steht unmittelbar neben dem ersten von der Stadt gebauten Krankenhaus. Das war in den Jahren von 1862 bis 1866 auf der Grundlage von Entwürfen des Stadtbaumeisters Ernst von Haselberg entstanden. Heute ist dort das Ärztehaus untergebracht.

Die alte Leichenhalle befindet sich hinter der einstigen Navigationsschule in der Marienstraße 1, die 1852 erbaut wurde. In den Archivakten befindet sich ein Bericht über eine Bürgerschaftssitzung vom 4. Juli 1882, aus dem hervorgeht, dass beim Bau des Leichenhauses 1146 Mark gespart wurden. Das Geld wurde im selben Jahr für einen Gas- und Wasseranschluss verwendet. Bis dahin standen für Obduktionen lediglich Petroleumleuchten zur Verfügung.

Die Leichenhalle diente vorrangig für Menschen, die im Krankenhaus verstorben oder durch einen Unfall zu Tode gekommen waren. Da es zu jener Zeit auf den Friedhöfen keine Leichenhallen gab, konnten aber auch Stralsunder oder Bewohner der umliegenden Gemeinden ihre verstorbenen Angehörigen in die Halle bringen. Das wurde über eine Gebühr geregelt. Die betrug im Jahr 1904 für Stralsunder fünf Mark. Für außerhalb Verstorbene musste das Doppelte gezahlt werden.

In dem schlichten Bau wurden auch Beerdigungsfeiern durchgeführt, weil es damals keine speziellen Feierhallen gab, wie Andreas Neumerkel berichtet. Der Zugang der Trauernden sei durch einen Torweg am Frankenwall oder von der Marienstraße aus erfolgt.

Belegt ist zum Beispiel, dass dort die Trauerfeier für einen berühmten Stralsunder stattfand. Es handelt sich um Wilhelm von Büchsel, den Onkel der bekannten Malerin Elisabeth Büchsel und Chef des Admiralsstabes der Kaiserlichen Marine. Wilhelm von Büchsel verstarb am 7. April 1920. Die Halle selbst war vermutlich bis 1949 in Betrieb. Eine neue Leichenhalle wurde 1954 auf dem Stralsunder Zentralfriedhof gebaut.

Zuständig für das seit Jahren leerstehende Gebäude, das aufwändig saniert werden müsste, ist heute der Landkreis Vorpommern-Rügen, wie Pressesprecher Olaf Manzke auf OZ-Anfrage bestätigte. Im Zuge der Kreisgebietsreform habe die Behörde die Bausubstanz „im Paket“ mit weiteren Immobilien des umliegenden Komplexes von der Stadt übernommen.

„Die alte Leichenhalle ist so nicht nutzbar“, erklärt Manzke. Und es sei auch sehr schwierig, den Bau zu veräußern, obwohl es Kaufinteressenten gebe. Das Problem: Die Leichenhalle stehe auf mehreren Grundstücken. Die Zugänglichkeit zu den weiteren Gebäuden und den Parkplätzen, die sich auf dem Gelände befinden, müsse jederzeit gewährleistet sein. „Deshalb ist derzeit weder an einen Verkauf noch eine Nutzung gedacht“, sagt Manzke. Das Gebäude befinde sich „in einem gesicherten Zustand“. Und dafür werde auch weiter Sorge getragen.

Marlies Walther

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Waase/Wusse
Minister Harry Glawe stoppt am Rastplatz des neuen Radweges. Der wurde von der Ummanzerin Regina Kather (r.) angefertigt. In Augenschein genommen wird er von Bürgermeister Holger Kliewe (2.v.r.) und Steffen Schulze, Chef des Bauamtes des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Der Radweg von Waase nach Wusse ist fertig. Weitere Projekte für Radler hat die Gemeinde in Planung.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.