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Behrenwalde Aus der Traum vom Biodorf Behrenwalde

Gemeinde hat Biogasanlage und Holzhackschnitzel-Heizung abgelehnt, weil Investitionen nicht gestemmt werden können

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Behrenwalde. Das Thema Bioenergiedorf ist in Behrenwalde nun endgültig vom Tisch. Bei der Einwohnerversammlung, die diese Problematik nochmals aufgriff, stand am Montagabend auch Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, Rede und Antwort.

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Gemeinde hat Biogasanlage und Holzhackschnitzel-Heizung abgelehnt, weil Investitionen nicht gestemmt werden können

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Dabei haben es sich die Gemeindemitglieder so schön ausgemalt. Unabhängigkeit von den konventionellen Energieversorgern und die Abschirmung von deren steigenden Preisen sprechen für solch ein Projekt. „Und warum sollten wir Lieferanten in der Ferne unterstützen, wenn das Geld so in unserer Region bleiben könnte“, erklärt Gerhard Egner, der Energiebeauftragte der Gemeinde. Neben den finanziellen Einnahmen könnten so je nach Umfang außerdem auch Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.

Das bedeutet jedoch, dass die Gemeinde in der Lage sein muss, einen Großteil ihres Strom- und Wärmebedarfs unter Nutzung von überwiegend regional bereitgestellter Biomasse selbst zu decken. Doch eine Biogasanlage, die bereits vor Jahren ins Gespräch kam, wurde von den Einwohnern abgelehnt.

Hierfür war nicht nur die befürchtete Beeinträchtigung eines erhöhten Verkehrs von landwirtschaftlichen Fahrzeugen ausschlaggebend. „Wenn man schon Güllefahrzeuge in Kauf nimmt, muss der Bürger auch was davon haben“, meint Egner. Doch erwartet günstigere Strompreise wurden den Einwohnern nicht geboten. Außerdem wären die Investitionskosten in der lang gestreckten Gemeinde weiter gestiegen, denn man hätte noch weitere kleinere Zwischenstationen einrichten müssen.

Aus den gleichen Gründen ist auch die Idee einer Holzhackschnitzel-Heizung nun zu den Akten gelegt worden. „Was nützt eine verbesserte Kohlendioxidbilanz, wenn dem Bürger eventuell sogar Mehrkosten entstehen“, sagt der Energiebeauftragte. Auch hier würden am Ende keine deutlich geringeren Verbrauchskosten stehen, die solche Investitionskosten, die mit einer nötigen Umstellung zwangsläufig anfallen, für die Haushalte rechtfertigt. „Und je weniger Leute wir davon überzeugen können, desto teurer wird es für den Einzelnen“, so Egner.

Dabei hat eine Umfrage in der Gemeinde belegt, dass der Großteil der Einwohner sowieso schon mit Holz heizt, wie die stellvertretende Bürgermeisterin Kathrin Jacobs betont. Das ließe sich für jeden Haushalt auch mit verhältnismäßig geringen Investitionskosten umstellen, doch gibt es allein dafür keine Gelder vom Land. „Fördermittel sind hier nur für Investitionen der Kommunen möglich, nicht für Einzelhaushalte“, erklärte Minister Pegel.

Daran ändert auch eine Umstellung der Straßenbeleuchtung nichts, zumal diese auch eher schleppend voranschreitet. „Die Umstellung in einem Schwung ist für unsere Gemeinde zu teuer“, sagt Kathrin Jacobs. „Allerdings werden defekte Lampen bereits durch LED ersetzt, so dass bei uns nach und nach eine Umstellung erfolgt“, betont die stellvertretende Bürgermeisterin. Das ist zwar umweltfreundlich, aber Bioenergiedorf wird man damit natürlich nicht.

Von Wenke Büssow-Krämer

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