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Bauamt erstrahlt in neuem Glanz

Stralsund Bauamt erstrahlt in neuem Glanz

Hansestadt ließ das einstige schwedische Regierungspalais für fünf Millionen Euro sanieren

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„Schätze wahren“ steht auf dem Plakat, das Sigrun Adam und Christine Peters vom Sanierungsträger SES gestern an Bauamtsleiter Dieter Hartlieb zum Abschluss der Rekonstruktion des heutigen Bauamtes und einstigen schwedischen Regierungspalais in Stralsund überreichten. FOTO: JÖRG MATTERN

Stralsund. Das Bauamt der Hansestadt ist gestern nach Abschluss der Sanierung offiziell wieder an seine Nutzer übergeben worden. Im Keller des Verwaltungsgebäudes kündeten da noch aufgetürmte Umzugskartons von den Mühen, die für 225 Mitarbeiter des Amtes mit der umfangreichen Sanierung des 286 Jahre alten Gebäudes verbunden waren. Für den 2. Bauabschnitt war das Haus freigezogen worden, residierte die Bauverwaltung im einstigen Finanzamt an der Lindenstraße.

Wie Bauamtsleiter Dieter Hartlieb erklärte, sind in die Erneuerung des Gebäudes fast fünf Millionen Euro gesteckt worden, davon 1,5 Millionen aus städtischen Eigenmitteln sowie 3,5 Millionen aus Städtebaufördermitteln von Land und Bund. Die Arbeiten verteilten sich über zwei Bauabschnitte. Deren erster war mit der Sanierung des Ostflügels 2011 abgeschlossen. Seit Januar 2015 wurde der Westflügel erneuert.

Der betriebene Aufwand entspricht laut Hartlieb der Philosophie der Stadtverwaltung, neben dem Rathaus in der Altstadt lebendige Verwaltungszentren zu schaffen. Solche gibt es bereits in der Schillstraße 4 bis 7, wo Ordnungsamt und Verkehrsangelegenheiten zentralisiert sind. Ebenso in der Mühlenstraße 4-6, wo unter anderem Haupt- und Rechtsamt der Stadt untergebracht sind.

Nun ist also das Bauamt wieder an seinem gewohnten Platz in der Badenstraße 17 zu finden. Das Gebäude, das auch als Meyerfeldtsches oder auch schwedisches Regierungspalais bekannt ist, wurde seit Kriegsende von der Hansestadt als Verwaltungsgebäude genutzt. Da war es aber bereits schwer gezeichnet. Ein Bombentreffer hatte am 6. Oktober 1944 den Ostflügel zerstört. Schäden, die in der Nachkriegszeit bis 1956 nur provisorisch repariert worden sind.

Mit den Folgen davon und den Spuren, die der Zahn der Zeit seit 1730 am Haus hinterlassen hatte, mussten sich die Planer bei der Vorbereitung der Sanierung auseinandersetzen. Und sie wurden auch während der Arbeiten immer wieder davon überrascht, wie Architekt Robert Mittelbach berichtete.

Etwa, als im zweiten Bauabschnitt ein verstecktes Fachwerk im Giebel zur Badenstraße entdeckt wurde, das zudem noch weitgehend von Schwamm befallen war. Christine Peters von der Stadterneuerungsgesellschaft SES, dem städtischen Sanierungsträger, verwies gegenüber der OZ darauf, dass der bautechnische Zustand des Gebäudes vor allem die Erneuerung solcher konstruktiv wichtigen Bauteile wie Mauerwerk, Decken und des Dachstuhls samt Eindeckung erforderte. Die Grundstruktur des Hauses ist dabei unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten weitgehend unverändert geblieben.

Insgesamt haben 24 Handwerksbetriebe und Unternehmen sowie acht Planungs- und Ingenieurbüros aus der Stadt, dem Umland und der Region dazu beigetragen, aus dem ehrwürdigen Palais wieder ein Schmuckstück zu machen, das auch modernen Sicherheitsanforderungen öffentlicher Gebäude gerecht wird. Da wurden Fußböden auf gleiche Höhe gebracht, Lüftungs- und Entrauchungs- sowie Blitzschutzanlagen eingebaut. Und: Das Bauamt ist jetzt auch barrierefrei zu nutzen. Dafür sorgt unter anderem ein Lift, der über den ebenfalls neu gestalteten Innenhof des Amtes zu erreichen ist.

Die Arbeiten erstreckten sich im Zuge der Sanierung tatsächlich vom Dach bis ins Kellergeschoss. So zieht jetzt unter dem Westflügel des Hauses das Archiv des Bauamtes ein. Vorher hatte es hier eine Modellbauwerkstatt und noch weiter davor auch eine Kantine gegeben.

Barockes Gebäude aus der Stralsunder Schwedenzeit

Der schwedische Generalgouverneur, Graf Johann August Meyerfeldt, ließ das schwedische Regierungspalais vom Architekten Cornelius Loos in der Badenstraße planen und bauen.

Das stattliche Gebäude , auch Meyerfeldtsches Palais genannt, wurde von 1726 bis 1730 auf einem Grundstück an der Badenstraße errichtet. Hier standen zuvor vier Giebelhäuser, die der Belagerung Stralsunds durch den „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm 1678 zum Opfer gefallen waren.

Acht der 49 Räume des Palais wurden von der Familie des Grafen bewohnt. Die anderen Räumlichkeiten waren für Repräsentations- und Dienstzwecke eingerichtet.

Schwedens König erwarb das Gebäude 1802 von den Erben des Grafen Meyerfeldt. Bis 1803 war es Sitz des Oberappellationsgerichts für die schwedischen Lehen im Deutschen Reich.

Ein Bombenangriff zerstörte am 6. Oktober 1944 den Ostflügel des Hauses.

Jörg Mattern

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