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Da hängt der Hering am Haken

Stralsund Da hängt der Hering am Haken

Aus der ganzen Republik zieht es jedes Jahr im Frühjahr Angler an den Sund. Denn dann stehen die Chancen gut, den Hering, das Silber der Ostsee, zu fangen.

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Bolko Festerling (52) aus Teterow findet beim Angeln Entspannung und kommt jedes Jahr an den Sund.

Stralsund. Der Trick ist das Anzupfen. „Also die Angel immer hoch und runter schwingen“, sagt Berndt Jung. Der 65-jährige Neubrandenburger gehört zu den unzähligen Petrijüngern, die es derzeit auf den Rügendamm zieht, um dort den Hering zu angeln.

OZ-Bild

Aus der ganzen Republik zieht es jedes Jahr im Frühjahr Angler an den Sund. Denn dann stehen die Chancen gut, den Hering, das Silber der Ostsee, zu fangen.

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„Viele Utensilien braucht man dazu nicht“, erklärt Berndt Jung. Die Angel mit dem Paternoster, einem speziellen Haken mit mehreren Kunststoffködern. „Der Hering ist nicht der schlauste Fisch“, sagt Jung mit einem Lachen. „Da reicht es, wenn man die Angel etwas bewegt, anzupft, und die Köder das Licht reflektieren, dann wird der Hering schon neugierig.“

Seit fast 20 Jahren zieht es Berndt Jung nach Stralsund, um Hering zu fangen. „Weil es Spaß macht, man den Hering gut verarbeiten kann und sich die ganze Verwandtschaft schon darauf freut, dass es Fisch gibt.“ Die Brücke zieht er der Nordmole vor, weil es „hier entspannter ist“.

Zum ersten Mal steht Moritz Klampfl mit der Angel auf der Brücke. Der Achtjährige ist mit seiner Tante Heike und dem Onkel Peter Klampfl aus Hartha in Sachsen angereist. „Bisher habe ich nur zu Hause an einem kleinen Teich geangelt, das hier ist schon toll“, ist er begeistert. Der Fisch wird später von seiner Tante, die selbst nicht angelt, verarbeitet. „Unseren Brathering, der nach einem Rezept meiner Großmutter gemacht wird, lieben alle. Den kann man dann auch gut verschenken“, sagt Heike Klampfl. Sie steht   allerdings nicht den ganzen Tag neben ihrem Mann, sondern schaut nur ab und zu mal vorbei. Zwischendurch nimmt sie Moritz dann mit, damit er sich aufwärmen kann, denn auf der Brücke pfeift der Wind ordentlich und kalt. Moritz zählt schnell nach und kommt auf vier Klamottenschichten.

Die haben auch Nico Marin (31) und Martin Langer (26) von der Insel Rügen übereinander gezogen. „Aber es ist noch immer besser hier zu stehen, als mit der Watthose im Wasser. Dazu ist es wirklich noch zu kalt“, sagt Nico. Derzeit hat der Sund schlappe vier Grad Celsius. Das zu wissen, ist für das Angeln wichtig. „Bei diesen Temperaturen weiß man, dass sich die Fische weiter unten im Wasser aufhalten, da es dort ein wenig wärmer als an der Oberfläche ist“, erklärt Martin. Die jungen Männer sind leidenschaftliche Angler, und haben vor zwei Monaten endlich ihren Angelschein gemacht.

Für Bolko Festerling bedeutet Angeln Abwechslung vom Alltag und Entspannung. Gemeinsam mit seiner Partnerin Gabriele Hildebrandt hat sich der 52-Jährige aus Teterow auf den Weg gemacht. Bis zu sieben Stunden stehen sie zusammen an der Angel. „Aber ich fange keine Fische“, wehrt Gabriele ab. „Ich leiste meinem Mann nur Gesellschaft und genieße es, an der frischen Luft zu sein.“

Nur ein paar Meter weiter steht Sebastian Krüger. Der Stralsunder gesteht: „Eigentlich ist es nicht mein Ding, von der Brücke aus zu angeln, aber fürs Boot war es heute eindeutig zu windig.“ Der 34-Jährige hat festgestellt, dass die Heringszeit bald vorbei sein dürfte. „Sie werden schon kleiner und die ersten Hornfische, die direkt nach den Heringen kommen, wurden auch schon gefangen.“ Doch in Massen fängt der junge Mann den Fisch ohnehin nicht. „Nur für den tatsächlichen Eigenbedarf“, sagt er. „Ich räuchere gern, mag aber am liebsten den Pfefferhering. Da wird der Fisch mit vielen Pfeffer- und Senfkörnern eingelegt.“

Von Miriam Weber

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