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Das wünschen sich Stralsunds Ehrenamtler

Stralsund Das wünschen sich Stralsunds Ehrenamtler

Das Ehrenamt soll gestärkt werden, darüber sind sich Kommunalpolitiker einig. Doch was vielerorts zur leeren Phrase verkommt, will ein Ausschuss der Bürgerschaft nun genauer wissen und startet eine Umfrage.

Stralsund. Alle reden von der Stärkung des Ehrenamts – auch in Stralsund. Doch wie soll das funktionieren – was erwarten Fußballtrainer, Hobbykünstler oder Organisatoren von Vereinsfesten von der Stadt? Wie soll eine Anerkennung aussehen? Um das herauszufinden, startet der Bürgerschaftsausschuss für Kultur und Sport jetzt eine große Umfrage.

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Das Ehrenamt soll gestärkt werden, darüber sind sich Kommunalpolitiker einig. Doch was vielerorts zur leeren Phrase verkommt, will ein Ausschuss der Bürgerschaft nun genauer wissen und startet eine Umfrage.

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„Die Ehrenamtlichen sollen uns sagen, wie wir sie unterstützen können. Hilft eine monatliche Freikarte für den Bus? Oder ist dem Übungsleiter mehr damit geholfen, wenn er in Sport- und Kultureinrichtungen freien Eintritt hat? Wir wissen es nicht, und das müssen wir ändern, denn wir wollen hier nichts beschließen, was nachher an den Akteuren vorbeigeht“, sagt Maik Hofmann (Bürger für Stralsund), der den Ausschuss leitet und nun extra für dieses Thema einen Unterausschuss gegründet hat. Man wolle weg von leeren Dankes-Phrasen und den Einmal-im- Jahr-auf-der-Bühne-stehen-Aktionen.

„Der politische Wille ist klar: Wir wollen nicht reden, sondern endlich was tun. Mit dem Strelapass konnten wir uns nicht durchsetzen. Eine andere Idee, die im Ausschuss geboren wurde, ist die Einführung einer Ehrenamtskarte. Rostock hat sowas“, berichtet Maik Hofmann.

Doch auch die kostenlose Nutzung von Parkplätzen, freier Eintritt für Museen, Einkaufsrabatte, Gutscheine, billiger Strom, Zuschüsse für bestimmte Dinge – all das wäre denkbar. „Aber wir wollen nicht einfach was beschließen, und dann geht das womöglich an den Wünschen der Ehrenamtlichen vorbei. Deshalb liegt uns diese Umfrage wirklich am Herzen. Die Leute sollen uns einfach schreiben, was sie von der Stadt erwarten, um der Anerkennung in Worten auch mal was Zählbares folgen zu lassen“, so der 40-Jährige, der sich in seiner Freizeit bei den Rettungsschwimmern als Übungsleiter engagiert und weiß, was da in der Freizeit geleistet wird. „Wenn ich nur an die vielen Eltern denke, die mit Fahrzeugen absichern, dass Handballer und Fußballer zu ihren Auswärtspunktspielen kommen. Oder an den Trainer, der jedes Wochenende mehrere Mannschaften begleitet. Selbst die ehrenamtlichen Finanzer bekommen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe meist nicht mehr als einen feuchten Händedruck“, so Maik Hofmann, der betont, dass es dem Ausschuss darum gehe, den wirklichen Bedarf zu ermitteln. Allein im Stralsunder Sport reden wir da schon von ungefähr 340 ehrenamtlichen Übungsleitern.

Einigkeit herrscht in der Stralsunder Bürgerschaft darüber, dass man für die Würdigung des Ehrenamts auch richtig Geld in die Hand nehmen muss. „Wir haben jetzt noch keine konkrete Summe eingeplant.

Wir wollen die Umfrage abwarten und dann einen Vorschlag erarbeiten, mit dem wir im späten Herbst in die Haushaltsdebatte gehen“, stellt der Kommunalpolitiker, der seine Brötchen als Fachpfleger für Psychiatrie verdient, klar und schiebt gleich hinterher: „Das Paket, das wir da schnüren wollen, ist natürlich ohne Partner nicht umsetzbar. Aber ich bin mir sicher, dass wir von Stadtwerken, Verkehrsgesellschaft und anderen Firmen keine Abfuhr bekommen“, will sich Hofmann seinen Optimismus nicht nehmen lassen.

Die Umfrage startet jetzt und wird in Kultur, Sport und Wirtschaft getragen – dafür sorgen alle Fraktionen der Bürgerschaft. Dann sollen Hauptthemen herauskristallisiert werden. Im Anschluss wolle man mit den Partnern aus der Wirtschaft Verhandlungen führen.

Ziel ist es, Ende 2016 einen konkreten Vorschlag zur Abstimmung zu bringen. „Ich drücke da jetzt auf Tempo. Wir reden seit 2014 darüber, und nichts passiert.“ Dennoch wolle man alles gründlich vorbereiten, deshalb die breit angelegte Initiative der Arbeitsgruppe. Dabei gehe es nicht nur um Anerkennung, sondern auch darum, ehrenamtlichen Nachwuchs zu finden.

Umfrage startet ab sofort per E-Mail

In der neuen Arbeitsgruppe sitzen Vertreter aller Bürgerschaftsfraktionen und tauschen ihre Ideen aus. Erstes Ergebnis ist das Starten einer Umfrage. Stralsunder, die sich ehrenamtlich engagieren, sollen bitte über den Sommer unter der E-Mail-Adresse stralsund-ehrenamtskarte@gmx.de mitteilen, welche Unterstützung sie von der Stadt erwarten. Da soll es keine Tabus geben.

Die Idee einer Ehrenamtskarte stammt aus der Hansestadt Rostock. Die zeichnet seit September 2011 Ehrenamtliche mit der Rostocker Ehrenamts-Card aus. Das Konzept wurde mit dem Fachkreis Ehrenamt erarbeitet.

20 000 Euro hat Rostock für diese Würdigung des Ehrenamts in ihren 2016er-Haushalt eingestellt.

Ines Sommer

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