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Dauerbaustelle lässt Händler verzweifeln

Stralsund Dauerbaustelle lässt Händler verzweifeln

Die aufgerissene Heilgeiststraße in Stralsund hält schon seit fünf Monaten die Kundschaft aus den Geschäften fern.

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Trotz Baustelle geöffnet: Doch das Plakat hilft kaum. Nur wenige Kunden verirren sich in die Geschäfte der Heilgeiststraße.

Quelle: Wenke Büssow-Krämer

Stralsund. Die Dauerbaustelle in der Heilgeiststraße bringt die Gewerbetreibenden zur Verzweiflung und einige von ihnen bereits an den Rand des Ruins. Seit Anfang April leiden die Geschäftsinhaber nicht nur unter Lärm und Schmutz, sondern auch unter der ausbleibenden Kundschaft.

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Die aufgerissene Heilgeiststraße in Stralsund hält schon seit fünf Monaten die Kundschaft aus den Geschäften fern.

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Um etwa ein Drittel ist der Umsatz bei Bianca Sen-Dornack im Jeans-Saloon zurückgegangen. „Im Moment ist es so, dass ich selber keinen Verdienst habe“, bestätigt die 49-Jährige. „Und wir können da noch froh sein, dass es uns schon 25 Jahre gibt und uns unsere Stammkunden die Treue halten.“ Allerdings bekommt auch sie langsam Probleme, die Verträge mit den Lieferanten einzuhalten.

Sandra Karow wurde solch ein Lieferantenvertrag bereits gekündigt, da sie bestimmte Mindestbestellmengen nicht mehr abnehmen konnte. Von 55 Prozent Umsatzeinbruch berichtet die Inhaberin des Geschäfts „Lieblingsstücke“. „Für mich ist es nun schon das zweite Jahr, in dem ich die Baustelle vor der Tür habe“, sagt die 51-Jährige.

Denn während im letzten Jahr der Abschnitt von der Wasserstraße bis zur Ecke Jacobichorstraße fertiggestellt wurde, ist in diesem Jahr das Stück von eben dieser Ecke – an der sich auch das Geschäft von Sandra Karow befindet – bis zum Quartier 17 dran. „Dass das gemacht werden muss ist klar, aber keiner hat uns gefragt, wie man uns unterstützen kann“, kritisiert die Inhaberin.

Bei der Geschäftsfrau liegen die Nerven blank. „Auch Prozentaktionen ziehen die Leute nicht wirklich an, wenn man hochwertige Waren verkauft“, sagt Karow. Eine Mitarbeiterin, die jeden Freitag für sie im Geschäft stand, musste Karow bereits entlassen. Stattdessen ist der Laden nun freitags geschlossen. Einen, wenn auch kleinen, positiven Nebeneffekt kann sie der anhaltenden Situation dann doch abgewinnen. „Die Baustelle hat die Geschäftsleute näher zusammenrücken lassen. Wir haben inzwischen eigentlich ein gutes Netzwerk aufgebaut“, betont die Geschäftsfrau. Mitgefühl zeigen in diesen Zeiten viele Vermieter, die viel Geduld mit den Betroffenen aufbringen und bei Mietzahlungen entgegenkommen.

Sabine Vierk hat sich dennoch auf den Weg über die Baustelle gemacht, um ihr persönliches Lieblingsstück zu erstehen. „Ich komme ganz gezielt hier her, würde die Straße ansonsten nicht hinuntergehen.

Aber es ist für Kunden doch recht beschwerlich“, bestätigt die Stralsunderin.

Christoph Burkhardt sieht dieses Problem in seiner „Schnittchenfabrik“ auch täglich. „Die Kunden sehen doch nur Baustelle“, sagt der 36-Jährige. „Noch dazu kommt, dass die Wegführung ständig geändert wird und auch ich manchmal schauen muss, wie ich morgens in meinen Laden komme.“

Das Hauptproblem sieht er jedoch ebenfalls in der Kommunikation mit den Betroffenen. Obwohl die Arbeiten nach anfänglicher Planung Ende Oktober abgeschlossen sein sollten, steht auch dieser Termin längst auf der Kippe. „Dass das gemacht werden muss ist richtig, aber wie und in welchem Zeitraum“, fragt sich der Gastronom.

Auch Thekla Kuhnke, die das Bekleidungsgeschäft „Anziehend“ betreibt, ist ratlos. „Das Problem ist, dass es zu lange dauert. Da hängt unsere Existenz dran“, so die 47-Jährige. Nachdem man auf Laufkundschaft schon lange nicht mehr bauen kann, bangt sie nun auch schon um das Weihnachtsgeschäft. Dabei fühlt sie sich von der Stadt im Stich gelassen. „Man sollte sich mit uns Händlern zusammensetzen. Aber niemand fragt uns, wie man helfen kann, damit wir überleben.“

Birgit Saric versucht die Fixkosten in ihrem Schuhladen in diesem Zeitraum so gering wie möglich zu halten. „Wenn man keine Rücklagen hat, ist man aufgeschmissen“, gesteht sie. Die Stadtverwaltung will sich Ende der Woche zu dem Thema äußern.

Wenke Büssow-Krämer

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