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Stralsund Die Felder nicht mehr bestellt: Aus für Rügener Kohlwochen
Vorpommern Stralsund Die Felder nicht mehr bestellt: Aus für Rügener Kohlwochen
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03:48 10.09.2013
Kohl-Ernte auf Wittow: Damit ist es nun vorbei. Quelle: Stefan Sauer
Bergen

Auf die traditionellen Rügener Kohlwochen müssen die Insulaner in diesem Jahr verzichten. Der Grund dafür ist simpel: Es fehlt an heimischem Kohl. Weil die Agrar GmbH „Wittow Süd“ — der letzte große Kohlanbaubetrieb auf der Insel — den Anbau des runden Gemüses im Frühjahr dieses Jahres eingestellt hat, gibt es auf Rügen nur noch einige Kleinproduzenten.

„Die Kohlwochen sind mit dem Rügener Kohl auf Wittow verbunden, der nun nicht mehr angebaut wird“, erklärt Wilfried Rothkirch, Rügener Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Und ohne den sei die Veranstaltung hinfällig. „Man kann ja nichts bewerben, was nicht mehr da ist", sagt Rothkirch. Im Fall des Wittower Kohls sei dies die besondere Qualität aufgrund des guten Bodens und des milden Seeklimas. Nun müssten die Gastronomen der Insel notgedrungen auf den Großhandel zurückgreifen. Trotzdem stehe bei vielen Restaurants zur Kohlsaison nach wie vor dieses Gemüse auf der Speisekarte — wie beispielsweise die Wittower Kohlpfanne im Hotel Moritzdorf.

Weil der Rügener Kohl nicht mehr angebaut wird, bezieht das Hotel diesen nun von zwei lokalen Großhändlern: „Woher dieser Kohl kommt, wissen wir nicht“, sagt Geschäftsführerin Doris Simanowski. „Den Kohl einzeln bei Bauern oder Kleingärtnern zusammenzusuchen, ist für uns zu zeitaufwendig.“

Auch Frank Ihlefeld, Geschäftsführer des Gasthauses Lindenkrug in Poseritz, bedauert, dass es die Kohlwochen in diesem Jahr nicht mehr gibt: „Ich finde es schade, das war ein schöner Aufhänger“, sagt Ihlefeld. „Die Kombination von Saison und Regionalität war genial, aber trotzdem wollen wir nicht auf die Saison verzichten. Auch wenn man nun erwähnen muss, dass der Kohl nicht mehr von der Insel kommt.“ Letztlich spiele auch die Zubereitung eine wichtige Rolle. Seit zehn Jahren brutzelt er beim traditionellen Erntefest auf dem Rügenhof in Putgarten seine Kohlrouladen. „Das werden wir in diesem Jahr trotzdem machen, auch wenn es nicht mehr unter dem Titel Rügener Kohlwochen läuft“, verspricht Ihlefeld.

Auch Karin Pisch, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Rügen, verfolgt seit längerem den Rückgang der heimischen Kohlanbaubetriebe: „Gerade auf Wittow gab es eine Reihe von Unternehmen, die Kohl angebaut haben.“ Die Agrar GmbH Wittow Süd sei das Letzte gewesen, das übrig geblieben war. „Ich finde das sehr schade. Die Kohlwochen waren schließlich Tradition auf der Insel“, sagt Pisch.

Kohlgerichte auf Erntefest

10 Hektar Fläche hatte die Agrar GmbH „Wittow Süd“ für ihren Kohlanbau genutzt. Seit dem Frühjahr 2013 wurde dort nichts mehr angebaut.
Traditioneller Start für die „Rügener Kohlwochen“ war in den vergangenen Jahren das Erntefest auf dem Rügenhof in Putgarten. Dieses findet in diesem Jahr am 29. September ab 11 Uhr statt.

Auch wenn es in diesem Jahr keine offiziellen „Rügener Kohlwochen“ gibt, müssen Besucher des Erntefestes nicht auf verschiedene deftige Kohlgerichte verzichten.

Stefanie Büssing

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