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Stralsund Die Stralsunder Sofamacher

Der Familienbetrieb Polsterei Schröder feiert Geburtstag. Seit sieben Jahrzehnten ist das Unternehmen in der Hansestadt zu Hause.

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Dirk Schröder führt heute das Familienunternehmen Polsterei Schröder. Fotos (2): Miriam Weber

Stralsund. Dirk Schröder lehnt sich entspannt auf dem samtroten Biedermeier-Sofa zurück. Um ihn herum lagern Stoffballen und Muster, es gibt Gardinen und Teppiche. „Ich schaue positiv in die Zukunft“, sagt der 45-Jährige. Und wenn er einen Blick zurück wirft, sieht er dort ein mittlerweile 70-jähriges Familienunternehmen. Mit dem Namen Polsterei Schröder kann in Stralsund wohl fast jede Familie etwas anfangen.

OZ-Bild

Der Familienbetrieb Polsterei Schröder feiert Geburtstag. Seit sieben Jahrzehnten ist das Unternehmen in der Hansestadt zu Hause.

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In dritter Generation führt Dirk Schröder den Familienbetrieb, hat auch seine Ausbildung zum Polsterer dort absolviert. „Eigentlich war von Anfang an klar, dass ich das Geschäft des Vaters mal übernehmen werde. Und ich wollte auch nichts anderes machen“, sagt er. „Es macht mir Spaß, auch wenn sich das Betätigungsfeld immer wieder ändert.“ So war sein Vater Klausdieter Schröder der letzte Tapeziermeister, dann nannte sich das Ganze Polsterei und heute geht der Kunde zu einem Raumausstatter.

Sieben Jahrzehnte Polsterei Schröder sind eine Erfolgsgeschichte. Große Krisen gab es nie, eher Umstellungen. „Bis zur Wende waren wir ausschließlich Handwerker“, sagt Dirk Schröder. Danach kam dann auch der Handel dazu. „Man musste ja auch schauen, wo man die Nischen für sich entdeckt.“ Mittlerweile stellt Dirk Schröder jedoch fest, dass sich viele der Kunden wieder auf das eigentliche Handwerk besinnen. „Das Polstern, Reparieren und Beziehen rückt wieder mehr in den Mittelpunkt, das Handwerk ist eindeutig im Aufwind.“ Das sei ohnehin einer der spannenden Punkte bei seinem Beruf. „Alles ist ständig im Wandel, man muss mit der Zeit gehen.“

Am 1. Juni 1946 gründete Tapeziermeister Karl-Heinz Schröder die Firma und baute sie auf. 1973 war es dann sein Sohn Klausdieter, der das Geschäft weiterführte. Schließlich begannen seine Söhne ihrer Ausbildung im Familienbetrieb. „Mein Vater ist ein Vorbild für mich. Er hat das Unternehmen mit viel Weltoffenheit und Toleranz geführt.“ Und das ist auch das Ziel Dirk Schröders: „Noch lange zufriedene Kunden zu haben.“

Eine schöne Geschichte erzählen sich die Schröders übrigens immer wieder gern – die des Elisabeth-Büchsel-Bildes von Firmengründer Karl-Heinz Schröder. Aber was haben der Tapeziermeister und die bekannte Stralsunder Malerin gemeinsam? „In den Nachkriegsjahren hat sie sich bei meinem Schwiegervater Stoff geholt, um sich daraus Socken zu nähen“, erinnert sich Gisela Schröder. Geld wollte Schröder damals nicht dafür sehen, also bat die Malerin darum, den Mann malen zu dürfen. „Eigentlich war das so gar nichts für ihn“, sagt Gisela Schröder mit einem Lachen. Doch das Bild wurde gemacht und ist noch heute in Familienbesitz.

Von der Kohlenhandlung zur Spar- und Kreditbank

Einst waren die Frankenstraße 34 und 35 zwei Häuser, ein großes Giebelhaus und ein kleines Traufenhaus.

Der Kern der Nummer 34 stammt aus dem Mittelalter, seine heutige Gestalt erhielt das Haus in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Bei der letzten Sanierung (1996/97) erhielt das Gebäude seine ursprüngliche Farbigkeit zurück.

Die Geschichte der beiden Häuser ist eng mit der der einst bedeutenden Stralsunder Familie Israel verbunden.

1773 gründete Kaufmann Johann Heinrich Israel eine Kohlen- und Stabeisenhandlung, 1795 erwarb er die Frankenstraße 34. 1895 kaufte die Familie die Nummer 35 dazu.

1885 übernahm Otto Israel die Firma und baute sie aus. Nun war es nicht mehr nur eine Eisen- und Kohlenhandlung, sondern auch eine Reederei, und es wurden Bankgeschäfte getätigt.

Otto Israel war Bürgerschaftsmitglied und hatte ab 1894 deren Vorsitz inne. Sein Bruder Johann Heinrich Max war ab 1898 Bürgermeister von Stralsund.

Anfang 1900 wurde die Neuvorpommersche Spar- und Kreditbank gegründet, die ihren Sitz in der Frankenstraße 34/35 hatte. Im Keller gab es damals eine große Stahlkammer. 1907 zog die Bank an den Neuen Markt 7, dem heutigen Sitz der Sparkasse.

Familie Israe l war bis Ende der 1930erJahre im Besitz der beiden Häuser in der Frankenstraße.

Miriam Weber

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