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Durch den Tunnel an den Strand

Glowe Durch den Tunnel an den Strand

In Höhe der Dünenresident in Glowe entsteht derzeit eine Fußgängerunterführung unter der stark befahrenen Landesstraße.

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In Höhe der Glower Dünenresidenz wird gegenwärtig ein Fußgängertunnel unter der Landesstraße gebaut.

Quelle: Maik Trettin

Glowe. Ab Herbst müssen die Glower nicht mehr über die Straße, wenn sie zum Strand wollen. Sie können untendurch gehen. In Höhe des Ferienhausgebietes „Dünenresidenz“ haben die Arbeiten für eine so genannte Fußgängerunterführung begonnen. Ende September soll der Tunnel fertig sein.

Die Investoren, die auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge seit 2005 ein Ferienhausgebiet mit hochwertigen Häusern entwickeln, kommen damit einer Forderung des Straßenbauamtes und dem Wunsch der Gemeinde nach, den Gästen einen sicheren Zugang zum Strand zu gewährleisten. Das Areal grenzt unmittelbar an die vielbefahrene Landesstraße am Beginn der Schaabe. Jenseits der Fahrbahn sind nur noch Wald, Strand und Meer. Mit dieser Nähe zur Ostsee hatten die Anbieter seinerzeit Kaufinteressenten angelockt und ihnen den sicheren Fußweg unter der 7,50 Meter breiten Straße vertraglich zugesichert. Ebenso haben sich die Investoren vorab verpflichtet, für die notwendigen Unterhaltungskosten des Bauwerks aufzukommen. Das dafür notwendige Geld wurde bereits im voraus gezahlt, sagt Eric de Roode, der vor Ort Ansprechpartner für die Besitzer und Bewohner der „Dünenresidenz“ ist.

Denn mit der hohen sechsstelligen Investitionssumme für den Tunnel ist es nicht getan. „Wir werden außen einen Pumpenschacht für das Wasser setzen, das sich in der Unterführung sammeln könnte“, sagt Karl Heerdegen, Geschäftsführer des mit dem Bau beauftragten Unternehmens Estra. Dafür wird ebenso Strom gebraucht wie für die Beleuchtung des Tunnels — und für den Betrieb des Aufzugs. Der Weg unter der Straße muss nämlich auch behindertengerecht sein. Landseitig wird das mit einer entsprechend langen Rampe bei einem Gefälle von sechs Prozent garantiert. Seeseitig war ursprünglich die gleiche Lösung vorgesehen. Doch damit wäre das Bauwerk zu weit in den Wald gerückt. Die jetzt bestätigte Planung sieht den Bau einer Treppe vor und eines Lifts, den gehbehinderte Menschen nutzen können.

Diese Variante verursacht zwar Mehrkosten von rund 100 000 Euro. „Aber anders hätten wir das Vorhaben nicht umsetzen können, sagt de Roode.

Der Baubeginn hat sich durch die Umplanungen verzögert. Ursprünglich wollten Karl Heerdegen und seine Kollegen schon im Frühjahr beginnen und den Verkehr mit einer Ampel halbseitig die Baustelle passieren lassen. Jetzt, mitten in der Hochsaison, ist das auf dieser wichtigen Strecke unmöglich. Die Autos rollen derzeit auf zwei provisorischen Umgehungsspuren an den Bauleuten vorbei. Die rammen gegenwärtig die Träger in den Boden. Dazwischen werden dann Holzbohlen gesetzt und ein Bett aus Unterbeton hergestellt. In das kommen fünf vorgefertigte Tunnelsegmente mit einer lichten Höhe von 2,80 Metern und einer Innenbreite von 2,50 Metern, teilt Axel Winkel vom Stralsunder Ingenieurbüro Küchler mit. Sind die verlegt, wird die Baugrube verfüllt und die Fahrbahndecke darüber wieder geschlossen.

Es ist eine anspruchsvolle Baustelle, weiß Axel Winkel. Knapp fünf Meter tief müssen die Estra-Arbeiter im Boden baggern und dabei sehen, dass sie das Grundwasser abgepumpt bekommen. „Ohne Baubehinderung sollten wir mit der Unterführung bis Ende September fertig sein“, prognostiziert Heerdegen. Bis dahin kommen Rüganer und Gäste an dieser Stelle wie gewohnt über die Straße: Etwa 150

Meter weiter an der Verkehrsinsel in Höhe des Kurplatzes.

Wasserdichter Bau

45 Meter lang wird der Tunnel, der dicht unter der Landesstraße L 30 verläuft. Die Unterführung wird behindertengerecht sein. Auf der Seeseite gibt es eine Treppe und für Rollstuhlfahrer einen Aufzug. Radfahrer müssen ihre Räder schieben und können an der Treppe eine Rinne nutzen. Auf der Landseite gibt es statt eines Aufzugs eine lange Rampe mit einem Gefälle von sechs Prozent.

Der künftige Tunnel wird aus

Fertigteilen zusammengesetzt, die

aus Stahlbeton vorgefertigt wurden. Um sie einsetzen zu können, muss

in der Baugrube das Grundwasser

abgesenkt werden. Der Bau ist später druckwasserdicht.

 

Maik Trettin

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