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Ein Boot vom echten Bootsbauer

Stralsund Ein Boot vom echten Bootsbauer

An vielen Segel- und Motorbooten haben Philipp Schaich und seine Mitarbeiter schon ihre Spuren hinterlassen. Vier Leute arbeiten derzeit bei der Bootswerft Schaich.

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Roman Menge, Finn Hillmann, Philipp Schaich und Ralf Gülzow (v. l.) bei den Arbeiten an einem Teakdeck.

Quelle: Miriam Weber

Stralsund. An vielen Segel- und Motorbooten haben Philipp Schaich und seine Mitarbeiter schon ihre Spuren hinterlassen. Vier Leute arbeiten derzeit bei der Bootswerft Schaich. Neben dem Namensgeber und Geschäftsführer Philipp Schaich sind das Bootsbauer Roman Menge (28), Azubi Finn Hillmann (18) und Tischler Ralf Gülzow 49).

OZ-Bild

An vielen Segel- und Motorbooten haben Philipp Schaich und seine Mitarbeiter schon ihre Spuren hinterlassen. Vier Leute arbeiten derzeit bei der Bootswerft Schaich.

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Doch perspektivisch möchte sich Bootsbauer und Yachtdesigner Schaich vergrößern. Und das nicht nur räumlich, sondern auch personell. „Im April kommt ein weiterer Mitarbeiter zu unserem Team dazu und im August noch ein Auszubildender.“

Im Jahr 2010 machte sich der heute 42-Jährige am Sund selbstständig und hat seitdem sein Betätigungsfeld kontinuierlich ausgebaut. Neben der Einlagerung von Booten im Winter sind die Reparaturen ein wichtiges Standbein der Firma. „Das reicht von ganz normalen Lackierarbeiten an Holzbooten über strukturelle Arbeiten bis hin zu den zeitintensiven Erneuerungen von Teakdecks“, erklärt Philipp Schaich. Doch das ist nur ein Bruchteil der Arbeit, die das Quartett leistet.

Neben den Reparaturen an Holzbooten nehmen sich die Handwerker auch Kunststoffboote vor. „Mittlerweile arbeiten wir viel mit Carbonfaser. Das gibt uns die Möglichkeit, auch anspruchsvolle Leichtbaugeschichten zu machen.“

Doch das erklärte Ziel von Philipp Schaich ist es, mehr neue Boote und Yachten zu bauen. 2014/15 waren sie ein Dreivierteljahr mit dem Bau einer Brenta 80 — einer 27 Meter langen Segelyacht — in Greifswald beschäftigt. Die Bauleitung dafür hatte der Stralsunder, der einst in Southampton in Großbritannien Yachtdesign studierte und Erfahrungen als Abteilungsleiter und in Konstruktionsbüros bei namhaften Werften wie Hanse oder X-Yachts sammelte.

Doch zuvor lernte er das Handwerk des Bootsbauers sozusagen von der Pieke auf. Nach dem Abitur ging Philipp Schaich als Auszubildender zu einer traditionellen Werft, bevor es ans Studium ging. Im Jahr 2008 kam er schließlich nach Stralsund.

Der Wunsch, nun wieder mehr Neubauten zu machen, habe sich bei den Arbeiten an der Brenta in Greifswald gefestigt. „Ganz einfach, weil ich gesehen habe, dass wir die Kompetenz dafür haben.“ Das theoretische Wissen und die handwerklichen Fähigkeiten und ausreichend Erfahrung seien da. „Wir müssen uns da deutschlandweit nicht verstecken“, erklärt Philipp Schaich. Es ist nicht nur der Wunsch, als Konstrukteur zurück zu den Wurzeln zu gehen und das mit dem Handwerk zu kombinieren, sondern auch, „weil ich gesehen habe, dass wir es können“, ist er überzeugt. Und dabei beschränkt sich der Neubau nicht nur auf Holzboote. „Nein, das ist nicht typeneingeschränkt. Wir können sowohl Holz- als auch Kunststoffboote, Motor- oder Segelyachten bauen.“ Dabei ist dem gebürtigen Hamburger klar, dass der Blick in Richtung Kunden weit über den Tellerrand hinaus gehen wird.

Der Region sehr verbunden ist er hingegen dann, wenn es um den beruflichen Nachwuchs geht. „Es wäre schön, wenn wir junge Leute ausbilden könnten, die aus unserer Region kommen“, sagt Philipp Schaich. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Praktikum in der Firma. Wenn alles passt, kann die dreieinhalbjährige, sehr umfang- und abwechslungsreiche Ausbildung beginnen. „Dieses maritime Handwerk sollte bei der jüngeren Generation noch viel mehr im Bewusstsein sein, denn auch die Chancen, in dieser Branche einen Job zu finden, stehen gut“, sagt Bootsbauer Schaich.

Bootsbauer gesucht

Die Ausbildung zum Bootsbauer umfasst dreieinhalb Jahre.

Der Beruf ist sehr vielseitig. Dazu gehören Werkstoffkunde, das Herstellen von Vorrichtungen und Modellen, das Setzen von Masten und Spieren, Reparaturen, Instandhaltungen, Transportieren und Lagern von Booten und schließlich das Herstellen von Rümpfen und Decks sowie Innenausbau.

Voraussetzung sind nicht nur Interesse an Wasser und Booten, sondern auch ein Praktikum.

• Infos unter www.dbsv.de.

Von Miriam Weber

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