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Elmenhorster kreiert „Stralsunder Jung“

Elmenhorst Elmenhorster kreiert „Stralsunder Jung“

Doppelkümmel wird für die Fischhalle in der Hansestadt gebrannt / Guter Schluck geht auch zum Oktoberfest

Elmenhorst. „Andere lassen sich etwas in Stein meißeln, ich mache einen Schnaps“, bringt es Bernd Klein von der Stralsunder Fischhalle kurz und bündig auf den Punkt. „Er ließ nicht locker, war wie eine Nervensäge“, erklärt Klaus Derer. Er ist der Inhaber der Elmenhorster Mosterei und Obstbrennerei. Klein wollte unbedingt, dass Derer hier diesen Schnaps entwickelt.

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Doppelkümmel wird für die Fischhalle in der Hansestadt gebrannt / Guter Schluck geht auch zum Oktoberfest

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„Alle Hansestädte haben ihren Doppelkümmel“, meint Klein. „Jetzt ist Stralsund dran“. „Über ein Jahr lang lag der Fischhändler mir in den Ohren“, plaudert der Elmenhorster Geschäftsmann aus dem Nähkästchen. Die Idee vom eigenen Doppelkümmel ist aber noch älter. Vor einigen Wochen begann Derer nun, die berühmten Nägel mit Köpfen zu machen. „Wir haben viel ausprobiert. Fünf Mal wurde abgemischt. Immer mit verschiedenen Gewürzen“, sagt er. Fünf Abtriebe, also Brennvorgänge, habe es gegeben. Bis die richtige Mischung für den Stralsunder Doppelkümmel feststand, war es also kein kurzer Weg.

Der neue Schnaps aus Elmenhorst hat auch einen Namen.

Als „Stralsunder Jung“ kommt er heute auf den Markt. Denn am Abend wird er zum ersten Mal öffentlich verkostet auf einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer. Ab Montag soll er dann in der Stralsunder Fischhalle am Hafen zu haben sein. Zu leckerem Hering mit Bratkartoffeln. Oder einem Matjes.

„Der ‘Stralsunder Jung‘ ist keine Spirituose“, klärt Derer auf, sondern ein Doppelbrand. Also etwas Hochwertiges. Ganz ohne Zucker. Deshalb soll der Doppelkümmel, der 38 Volumenprozente hat, auch nur exklusiv vertrieben werden. Einige Stralsunder Hotels, wie der „Schweriner Hof“ und der „Klabautermann“ am Hafen hätten bereits Bestellungen aufgegeben, erklärt Klein. Auch in Binz gebe es Interesse in einigen Hotels. Selbst beim nächsten Oktoberfest in München wird der gute Schluck von der Waterkant ausgeschenkt werden. „Im Fischstad‘l“, so Klein. Dorthin habe er Kontakte zu Sterne-Koch Christian Loisl, erzählt er.

Der Fischhändler möchte sich den Namen „Stralsunder Jung“ auch schützen lassen mit der Zugabe „Original Stralsunder Doppelkümmel“. So wie beim Original Stralsunder Bismarck-Hering, der nur bei Rasmus in der Heilgeiststraße vertrieben wird.

Die ersten 200 Flaschen Doppelkümmel haben Elmenhorst inzwischen verlassen. Jede hat auf dem Boden eine Losnummer erhalten, mit der genau zurückverfolgt werden kann, wo der Schnaps herkommt. Das sei Vorschrift, erklärt Klaus Derer. Ebenso sei es streng vorgegeben, jederzeit die genaue Abfüllmenge zu dokumentieren. Denn in dem Moment, wo eine Flasche Schnaps den Raum ihrer Herstellung verlässt, fällt bereits die Branntweinsteuer an. Und das Finanzamt sei da ganz penibel.

Klaus Derer hat in Sachen Schnapsherstellung schon seit einigen Jahren Erfahrungen sammeln können, denn aus Elmenhorst kommen mehrere Obstbrände, wie Sanddorngeist, Kirsch- und Quittenbrand, auch ein Apfelschnaps. Selbst als Whiskyhersteller hat sich Derer schon einen Namen gemacht. Übrigens als einer von Sechsen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Elmenhorster Marke heißt „Derer 44 Whisky“.

Das Hauptgeschäft des Familienunternehmens in der kleinen Gemeinde nördlich von Grimmen ist aber nach wie vor die Mosterei. 400000 bis 600 000 Flaschen werden pro Jahr hier abgefüllt. Rund 60 Prozent davon ist Apfelsaft, den es mittlerweile in vielen interessanten Mischungen gibt.

Kleingärtner aus der Region kennen die Adresse der Derers bereits seit Jahren und nutzen hier die Möglichkeit der Lohnmosterei. Das heißt, sie bringen ihr Obst, ihren Rhabarber oder ihre Tomaten hierher, erhalten dafür einen Kelterschein, mit dem sie dann übers Jahr vergünstigt Saft kaufen können. „Werbung benötigen wir eigentlich keine“, sagt Derer. „Zu uns kommen die Leute von allein.“

Seit 1988 führt er seinen Betrieb.

Schmeckt mild und brennt nicht

200Flaschen des Doppelkümmels „Stralsunder Jung“ haben bereits die Elmenhorster Brennerei verlassen. Heute wird er erstmals öffentlich verkostet. Ab Montag gibt es den Schnaps in der Fischhalle am Hafen.

38 Prozent Alkohol hat der neue Doppelkümmel. Er schmeckt mild und brennt nicht. Es ist ein doppelt gebrannter Kümmel, deshalb der Name.

28Jahre ist Klaus Derer in dem Unternehmen tätig. Hauptgeschäft ist nach wie vor die Mosterei. Zunehmend brennt er Schnäpse.

Selbst einen Whisky hat er schon kreiert.

Nicht zu verwechseln: Die Kultgaststätte „Zur Fähre“ am Stralsunder Hafen führt seit einigen Jahren bereits eine exklusive Spirituose mit Kümmel. Das „Stralsunder Fährwasser“

wird auf Rügen hergestellt und hat 32 Prozent.

Von Reinhard Amler

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