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Erholungsort: Hesse überreicht Urkunde

Stralsund Erholungsort: Hesse überreicht Urkunde

Die Sozialministerin hat die Hansestadt in den höchsten Tönen gelobt. Zeitgleich protestierten Stralsunder gegen die hohe Verkehrsbelastung in der Altstadt.

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Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Brigit Hesse (SPD) überreicht an Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) die Urkunde für den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort. Rechts: Bürgerschaftspräsident Peter Paul (CDU). Fotos (2): Jens-Peter Woldt

Stralsund. Passen Verkehrslärm und der Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ zusammen? Nach Ansicht der etwa 30 Frauen und Männer, die gestern im Rathausdurchgang gegen die hohe Verkehrsbelastung der Stralsunder Altstadt demonstriert haben, natürlich nicht. Sie empfingen kurz vor zehn Uhr Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Birgit Hesse (SPD), informierten sie über die ihrer Meinung nach unerträgliche Situation in der Wasserstraße und Am Fischmarkt. Wenige Minuten später überreichte Hesse an Oberbürgermeister Alexander Badrow die Urkunde, die Stralsund jetzt ganz offiziell als „Staatlich anerkannter Erholungsort“ ausweist.

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Die Sozialministerin hat die Hansestadt in den höchsten Tönen gelobt. Zeitgleich protestierten Stralsunder gegen die hohe Verkehrsbelastung in der Altstadt.

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Die Hansestadt ist weitaus mehr als das Tor nach Rügen und hat den Titel Erholungsort verdient.“Birgit Hesse, Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern

Badrow ging sofort auf den von Verkehrsclub Deutschland, Bündnis 90/Die Grünen und Anwohnern organisierten Protest ein. Er glaubt, dass nach Beendigung der Bauarbeiten am Knieperwall die Belastung der Wasserstraße und des Fischmarkt zurück geht. „Dann werden wir den Verkehr dort neu beurteilen und entscheiden“, versicherte er.

Die Sozialministerin lobte Stralsund in hohen Tönen. „Die einmalige Altstadt als Unesco-Weltkulturerbe, das Meeresmuseum, das Ozeaneum, die ,Gorch Fock’, die prachtvollen Bauten der Backsteingotik – in Stralsund wird Besuchern und Einheimischen viel geboten“, sagte sie. „Die Hansestadt ist weitaus mehr als das Tor nach Rügen und hat den Titel Erholungsort verdient.“

Tatsächlich wurden aber auch einige Bereiche der Stadt von dem Titel ausgenommen. Zum Beispiel Vogelsang und Grünthal-Viermorgen oder Flächen mit Industrieansiedlungen wie das Volkswerftgelände.

Hesse: „So eine verhältnismäßig große Stadt als Erholungsort einzustufen, ist nicht einfach, weil es immer Gebiete gibt, die die Anforderungen nicht erfüllen.“

Die Ministerin verwies darauf, wie Stralsund in den vergangenen Jahren seine touristischen Angebote immer weiter ausgebaut hat. Man könne die Stadt herrlich mit dem Fahrrad erkunden. Sowohl im Strandbad als auch in Devin würden sich tolle Bademöglichkeiten bieten, die barrierefrei gestaltet sind. Gerade für Urlauber, die sich bewusst für einen Gesundheitsurlaub entschieden haben, würden sich tolle Angebote finden.

Stralsund ist die erste große kreisangehörige Stadt, die „Staatlich anerkannter Erholungsort“ ist. Damit verbunden ist auch das Recht, von Besuchern eine Kurtaxe einzufordern oder aber eine Fremdenverkehrsabgabe zu erheben, die jene Stralsunder Unternehmen zahlen müssten, die vom Tourismus profitieren.

Die ist in Stralsund nicht unumstritten. Nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer ist die Abgabenlast, die die Unternehmen schultern müssten, schon jetzt sehr hoch. Die IHK fordert jetzt Mitsprache, wenn eine entsprechende Satzung erarbeitet wird. Innerhalb der Bürgerschaft gibt es zudem viele Stimmen, die eine sehr moderate Fremdenverkehrsabgabe fordern. Die Einnahmen sollten ausschließlich für die Verbesserung der touristischen Infrastruktur und für die überregionale Stralsund-Werbung eingesetzt werden. Eine Position, die auch die Dehoga – eine Vereinigung von Hoteliers und Gastronomen – vertritt.

In Mecklenburg-Vorpommern haben bislang 63 Städte und Gemeinden eine staatliche Anerkennung nach dem Kurortgesetz erhalten, davon wurden sieben als Seeheilbad, zwei als Heilbad, vier als Luftkurort, zwei als Kneipp-Kurorte, 23 als Seebad und 25 als Erholungsort ausgezeichnet. Hinzu kommen nun die Hansestadt Stralsund als 26. Erholungsort und die Gemeinde Altefähr als 24. Seebad, wo die Ministerin gestern ebenfalls die entsprechende Urkunde übergeben hat.

Jens-Peter Woldt

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