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Stralsund Firma Gotsch ist 1a-Arbeitgeber
Vorpommern Stralsund Firma Gotsch ist 1a-Arbeitgeber
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00:00 14.01.2017
Firmenchef Henrik Gotsch mit der Auszeichnung „1a-Arbeitgeber“. Die Mitarbeiterbefragung – hier Mandy Beyer und Thomas Möller – ergab außergewöhnlich gute Bewertungen. Quelle: Fotos: Stefan Sauer/ines Sommer

Als erstes Unternehmen bundesweit wurde die Heizungs- und Sanitärfirma Gotsch aus Langendorf in der Gemeinde Lüssow gestern als 1a-Arbeitgeber geehrt. Eine Premiere – denn die Auszeichnung der Akademie Zukunft Handwerk, die mit der Fachhochschule Aachen zusammenarbeitet, wurde erstmals vergeben.

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Langendorfer GmbH erhält bundesweit erste Auszeichnung der Akademie Zukunft Handwerk

„Grundstein für die Ehrung ist eine intensive Mitarbeiterbefragung, und die haben wir in mehreren hundert Firmen in ganz Deutschland durchgeführt“, sagte Rolf Steffen von der Akademie gegenüber der OZ und fügte gleich an: „Wir haben auch viele Nominierungen für den Preis, aber Gotsch hatte die absolut besten Ergebnisse. Deshalb haben wir bei der Entscheidung nicht lange gezögert. Der erste Titel ,1a-Arbeitgeber’ geht völlig verdient nach Mecklenburg-Vorpommern.“

Das sei auch ein Zeichen für die Handwerkerkollegen im Osten, findet Rolf Steffen, der sich als waschechter Wessi („Von meinem Büro aus kann ich Holland sehen“) sehr über die Zusammenarbeit mit Hendrik Gotsch gefreut hat. „Das ist schon eine besondere Leistung, wenn man in einer strukturschwachen Region den Spagat zwischen Wertschätzung der eigenen Mitarbeiter und Wirtschaftlichkeit der Firma hinbekommt – und das über Jahre“, sagte der Aachener anerkennend.

60 Fragen in neun Themenbereichen, erarbeitet mit der Fachhochschule Aachen, hätten die Mitarbeiter auf dem Tisch gehabt. Besonders gut waren die Bewertungen in puncto Führungskompetenz, Management, Motivation, Kollegialität und Gerechtigkeit. „Selbst bei der Bezahlung, einem Gebiet, wo sich alle mehr wünschen, kommen die Gotsch-Befragten auf 75 Prozent Zufriedenheit“, berichtete Rolf Steffen, bevor er gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) den Glaspokal „1a-Arbeitgeber“ an den Firmenchef übergab.

Harry Glawe betonte, dass es gerade die 20000 klein- und mittelständischen Unternehmen sind, die das Land voranbringen. „Und Sie haben Ihre Firma auch durch schwere Zeiten gebracht. Dazu herzlichen Glückwunsch und weiter so“, meinte der Minister, dem man anmerkte, dass er in seiner Heimat Nordvorpommern besonders gern unterwegs ist. Er hatte dann auch ein Fläschchen Rotwein dabei, dass er Henrik Gotsch und seiner Frau Jeannette für einen gemütlichen Abend spendierte.

20 Mitarbeiter zählt die Langendorfer Firma, die 1998 gegründet wurde und heute mit „Kompetenz in Wärme und Bad“ auf dem Firmenschild wirbt. Drei Frauen in Buchhaltung und Verwaltung und 17 Männer im Lager oder auf den Monteursfahrzeugen stehen für den Erfolg des Unternehmens. Auch zwei Azubis gehören zum Team. „Drei unserer Mitarbeiter wohnen und arbeiten in Kappeln, denn auch dort haben wir Aufträge, zum Beispiel die Heizungs- und Sanitärausstattung für einen Hafen“, sagt der 42-jährige Firmenchef und zieht für die vielen Privatkunden in der Region den zu beackernden Umkreis auf rund 300 Kilometer.

„Es gibt auch mal Aufträge, da müssen die Jungs auf Montage, aber das ziehen sie auch mit durch“, so Gotsch, der übrigens in Stralsund wohnt. Der Heizungsfachmann versäumte es natürlich nicht, all seinen Mitarbeitern zu danken. „Ich war selbst überrascht, wie wohl sich die Kollegen hier fühlen. Aber dazu tragen alle bei.“ Ja, er bezahle seine Leute gut, sagte er später der OZ, denn für gute Arbeit soll es gutes Geld geben. „Und wir haben seit Jahren eine Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter. Läuft es gut – so wie 2016 – merken das alle an ihrem Geldbeutel.“

Seit 19 Jahren Dienstleister

1998 wagte Henrik Gotsch im Alter von 24 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. Der Start gestaltete sich als schwierig. Als liquide Mittel standen 4000 D-Mark zur Verfügung. Die Hälfte des Geldes wurde in die Anschaffung eines alten Ford Transit investiert.

2002 erfolgte der Einzug in die ersten Büroräume in der Lübecker Allee in Stralsund.

2007 feierte die Firma Einweihung des Betriebsgebäudes am Langendorfer Berg.

2009 wurde die Firma Gotsch vom TÜV Hessen mit dem Gütesiegel „Profi im Handwerk“ ausgezeichnet.

2010 wurde aus der Firma Gotsch die Gotsch GmbH – Kompetenz in Wärme und Bad. Weitere Auszubildende und neue Mitarbeiter wurden gewonnen.

2012 wurde ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück angeschafft, um eine weitere Vergrößerung mit einem neuen Betriebsgebäude zu planen. Das Unternehmen bildete seine Mitarbeiter so weiter, dass sie in der Lage waren, betriebswirtschaftliche Auswertungen zu verstehen.

2014 bis heute: Die Gotsch GmbH ist auf 20 Mitarbeiter angewachsen und betreut über 1000 private Haushalte.

Und schon wieder platzt das Unternehmen aus allen Nähten. Eine Vergrößerung wird angestrebt. Noch gibt es aber kein konkretes Projekt.

Henrik Gotsch (42): „Ich freue mich riesig über die Auszeichnung, aber dahinter steht das ganze Team. Deshalb danke ich allen Kollegen.“

Ines Sommer

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