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„Fisch(er)tage“ erleben ihre Premiere

Putbus „Fisch(er)tage“ erleben ihre Premiere

Rügens Fischer sollen ihre Fänge künftig noch besser direkt vermarkten können. Das ist das Ziel einer Initiative des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen.

Putbus. Rügens Fischer sollen ihre Fänge künftig noch besser direkt vermarkten können. Das ist das Ziel einer Initiative des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen.

Dort laufen gegenwärtig die Vorbereitungen für eine Kampagne mit dem Arbeitstitel „Fisch(er)tage“. Zwei Wochen lang soll die Arbeit der Rügener und Hiddenseer Küstenfischer verstärkt ins Bewusstsein der Inselbewohner und vor allem der Gäste gerückt werden. Geplant sind Veranstaltungen, auf denen es um fangfrischen Fisch aus den Küstengewässern vor Rügen und Hiddensee geht, sowie Spezialitäten-Wochen in einer Reihe von Insel-Restaurants. „Ausgebrütet“ wurde die Idee auf der Grünen Woche in Berlin, als Vertreter des Rügenprodukte-Vereins mit Mitgliedern des Köche-Vereins und der Tourismusbranche ins Gespräch kamen. Sie erinnerten sich an die „Heringswochen“, die es einst auf Rügen gab. Mit einem Fest wurde die Heringssaison eröffnet und anschließend stand der „Brotfisch“

der Insel-Fischer auf vielen Speisekarten der teilnehmenden Restaurants. Allerdings waren Veranstaltungen meist schwer zu planen. Mal kamen die Heringsschwärme früher, mal später. „Problematisch waren auch die Quoten“, erinnert sich Thomas Kursikowski, Inhaber des Hotels und Restaurants „Gastmahl des Meeres“ in Sassnitz. Manchmal hatten die Fischer schon einen Großteil der Quote abgefischt und konnten den frischen Hering gar nicht mehr zu dem Zeitpunkt frisch liefern.

Bei den „Fisch(er)tagen“ will man diese Klippe umschiffen. „Die sollen künftig immer in der letzten April- und ersten Maiwoche stattfinden“, kündigt Cathrin Münster, Leiterin des Amtes für das Biosphärenreservat, an. Zum einen könne dann noch Hering angeboten werden, zum anderen sei schon der erste Hornfisch da. „Aber natürlich kann auch jeder andere Fisch, der gerade keine Schonzeit hat und den Fischern ins Netz geht, frisch in den Restaurants angeboten werden“, ergänzt die im Amt zuständige Dezernentin Dagmar Meinen.

Dass sich die Reservatsverwaltung den Hut für das Projekt aufgesetzt hat, erklärt Cathrin Münster mit der Aufgabe des Amtes. 2012 sei das Reservat mit der Charta für nachhaltigen Tourismus ausgezeichnet worden. „Der Erhalt der Küstenfischerei ist Teil unseres Aktionsplans.“ Ein Weg sei, sie verstärkt vom Tourismus auf den Inseln profitieren zu lassen. Das findet auch der Vorsitzende des Tourismusverbandes der Insel wichtig. „Die Fischerei als traditioneller Erwerbszweig gehört zu unserer Region“, sagt Knut Schäfer. Die Entwicklung bei den Küsten- und Kutterfischern beobachte man auch im Tourismusverband mit Sorge. „Aus unserer Sicht sind inselweite und auch überregionale Anstrengungen notwendig, damit die Fischerei auch künftig noch in unserer Region vertreten ist.“

Regionale und saisonale Fischgerichte zu bewerben, sei ein wichtiger Baustein.

Die Fischer erzielen bei der Direktvermarktung ihres Fischs beim Verkauf an Gaststätten in der Regel höhere Preise, als wenn sie ihn bei Groß- und Zwischenhändlern abliefern. „Und immer mehr Gäste fragen nach der Herkunft der Produkte und wollen ein regionales Angebot“, weiß Cathrin Münster von zahlreichen Restaurantbetreibern auf Rügen und Hiddensee, die die Initiative begrüßen.

Im Premierenjahr wird es eine einheitlich gestaltete Sonderkarte mit einem Fischermotiv auf dem Deckblatt geben, die die Biosphärenreservatsverwaltung entwickeln lässt. In diese Faltkarte können die teilnehmenden Gaststätten ein oder mehrere Blätter mit den regionalen Fischangeboten des jeweiligen Lokals einlegen. „Dazu sollten noch individuelle Informationen zum Fischer, der das Restaurant beliefert, oder zur Küstenfischerei vor Rügen und Hiddensee allgemein gegeben werden“, rät Dagmar Meinen. Sie vermutet, dass viel mehr Gastwirte von Fischern direkt beliefert werden, als derzeit bekannt ist. „Wir wollen die Fischer aus dieser Anonymität herausholen“, sagt sie.

Um mehr über deren Arbeit zu erfahren, soll es außerdem verschiedene Veranstaltungen geben. Statt mit Hüpfburg und großem Rummel will man die Gäste und Bewohner eher mit kleineren lokalen Aktionen neugierig machen. Dagmar Meinen zieht das Faltblatt zum Themen-Wanderweg „Silber des Meeres“ hervor. Auf Tafeln in Häfen und Fischerorten auf Rügen und Hiddensee wird der Besucher über die Fischereitradition informiert. „An solchen Orten könnten auch kleinere Feste im Rahmen der Fisch(er)tage stattfinden“, stellt sie sich vor. In diesem Jahr sei das wegen der Kürze der Vorbereitungszeit noch nicht optimal umzusetzen. Deshalb greifen die Organisatoren auf geplante Veranstaltungen zurück, wie etwa die Heringsfeste in Altefähr und auf Mönchgut, das Fischerfest in Vitt und die Heringstage auf der Selliner Seebrücke. Für 2017 wollen Dagmar Meinen und ihre Mitstreiter von der Dehoga, dem Köcheverband, dem Rügenprodukte-Verein und der Tourismuszentrale versuchen, solche Feste in den Zeitraum der „Fisch(er)tage“ zu legen.

Ansprechpartner:

Dagmar Meinen, ☎ 038301 / 88 29 30

OZ

Von Maik Trettin

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