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Gewerkschaft und Famila handeln Sozialplan aus

Stralsund Gewerkschaft und Famila handeln Sozialplan aus

Papier sieht Umsetzungen, Abfindungen und Transfergesellschaft vor / Im April wird mit jedem Mitarbeiter gesprochen

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Famila präsentiert seinen Schriftzug am Strelapark, wo einst das Citti-Logo prangte. Hinter der Fassade verhandeln Gewerkschafter und Geschäftsführung den Sozialplan, der das Schicksal der vom Betriebsübergang betroffenen Mitarbeiter abfedern soll.

Quelle: Foto: Jörg Mattern

Stralsund. Graue Wolken überm Strelapark, trübe Stimmung drinnen bei Famila. Seit Beginn dieser Woche ist die bisherige Citti-Belegschaft als Famila-Truppe für die Kundschaft da. Doch die aktuell 140 Mitarbeiter wissen, dass am Ende nur 70 von ihnen einen Job haben werden. Famila hat die bisherige Verkaufsfläche verkleinert.

„Am Montagabend haben sich Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft getroffen, um über den Sozialplan zu reden. Doch keiner redet mit uns, die es betrifft“, sagt eine Verkäuferin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Für sie ist die Situation ebenso schlimm, wie für ihre Kollegen. „Keiner weiß, wen es treffen wird.“ Statt dessen machen Gerüchte die Runde, die weiter auf die Stimmung drücken. Von Stundenreduzierungen ist die Rede zu einem Tarif, der am Ende eher einem „Packergehalt“ gleich komme, statt dem eines Verkäufers.

Sigrid Knoll, Verdi-Gewerkschaftssekretärin, saß Montagabend mit am Verhandlungstisch. „Wir haben erst letzten Freitag die fehlenden Informationen bekommen, die wir zur Erarbeitung eines Sozialplans brauchen“, sagt sie. Dennoch spricht sie von guten Gesprächen. „Wir sind weit vorangekommen. Jetzt gilt es noch Feinheiten abzustimmen, was zwei Wochen dauern kann.“ Erst dann könne man gegenüber Belegschaft ins Detail gehen. „Bei allem Verständnis für den Unmut der Kollegen“, sagt die Gewerkschafterin. Ihr Ziel: „Uns muss sowohl die Absicherung der Mitarbeiter gelingen, die ausscheiden werden, als auch jener, die weiterarbeiten. Wenn Famila im Strelapark mit roten Zahlen startet, hätten diese Kollegen sonst nichts davon.“

Für Bärbel Hammer, Sprecherin der Famila-Handelskette, steht fest: „Wir wollen diese Verhandlungen so schnell und so sozialverträglich wie möglich zum Abschluss bringen.“ Der Fahrplan der Geschäftsführung orientiere darauf, den Interessensausgleichs- und Sozialplan bis spätestens übernächster Woche vorzulegen. „Noch im April wird dann mit allen Mitarbeitern gesprochen“, so Hammer.

Knackpunkt für alle 70, die bleiben werden: Sie müssen vom Großhandels- in den Einzelhandelstarifvertrag wechseln. „Einige verdienen dann mehr, andere möglicherweise weniger, aber das wird jedem erklärt werden“, betont die Famila-Sprecherin. Das Problem: Der Einzelhandel hat andere Arbeitsschwerpunkte und damit andere Arbeitszeitstrukturen als der Großhandel. „70 Vollzeitstellen werden wir nicht anbieten können“, sagt Bärbel Hammer. Wer da nicht mitgehen kann, dem werden andere Lösungen vorgeschlagen – etwa in einem der 86 Famila-Märkte im Nordosten. „Schon jetzt gehen alle Stellenangebote zuerst nach Stralsund.“ Für alle, für die das keine Lösung sein kann, wird es nach Kündigung und Abfindung eine Transfergesellschaft geben. Diese soll sie fit für andere Jobs auf dem Arbeitsmarkt machen.

Gewerkschafterin Sigrid Knoll hat für sich eine Erfahrung mitgenommen: „Wir müssen in Fällen wie diesen die Kollegen schneller informieren.“

Flächenverkleinerung

Die in Kiel ansässige Citti Handelsgesellschaft mbH hatte Anfang Januar den Rückzug ihres Großverbrauchermarktes aus Stralsund verkündet.

Die Famila -Handelsmarkt Kiel GmbH & Co. KG, ebenfalls in Kiel beheimatet, hatte die Chance ergriffen, neben dem Ostsee-Center nun im Strelapark einen zweiten Markt in Stralsund zu eröffnen.

Die Verkaufsfläche im Strelapark hat Famila jedoch um 1500 Quadratmeter verkleinert. Entsprechend weniger Mitarbeiter werden gebraucht.

Jörg Mattern

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