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Groß Kordshagen: Streit um Feuerwehrhaus entflammt erneut

Groß Kordshagen Groß Kordshagen: Streit um Feuerwehrhaus entflammt erneut

Blauröcke favorisieren Containerlösung — Gemeindevertretung will Massivbau und bringt damit wieder der vor Jahren diskutierte Mehrzwecknutzung ins Spiel

Groß Kordshagen. So kann man sich irren: Eigentlich stand die Feuerwehr nur mit einem wenig kontroversen Punkt auf der Tagesordnung der Groß Kordshäger Gemeindevertretersitzung — nämlich mit der Bestätigung des Ausbilders. Im Rahmen der „Inklusion“ der Neu Bartelshäger in die Groß Kordshäger Wehr waren sich die Abgeordneten schnell einig, die Fähigkeiten des früheren Bartelshäger Wehrführers Frank Wilms als neuen Ausbilder zu nutzen und angemessen zu entschädigen.

 

OZ-Bild

Skeptisch betrachtet Stefan Wellmann (stehend), Sicherheitsbeauftragter der Groß Kordshäger Feuerwehr, einen ersten Entwurf für das Mehrzweckgebäude in Flemendorf.

Quelle: Fotos: Suse Retzlaff/ines Sommer
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Wir haben das Geld und ein fertiges Container-Pro-jekt. Also kann es losgehen.“Siegfried Krüger, Feuerwehr-Chef

Quelle:
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Skeptisch betrachtet Stefan Wellmann (stehend), Sicherheitsbeauftragter der Groß Kordshäger Feuerwehr, einen ersten Entwurf für das Mehrzweckgebäude in Flemendorf.

Quelle: Fotos: Suse Retzlaff/ines Sommer
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Wir haben das Geld und ein fertiges Container-Pro-jekt. Also kann es losgehen.“Siegfried Krüger, Feuerwehr-Chef

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Aber dann flammte in der Einwohnerfragestunde eine Diskussion wieder auf, die sich im Laufe der letzten Jahre zum Dauerbrenner entwickelt hatte — das Feuerwehrhaus (die OZ berichtete mehrfach). Die Fahrzeuge der rund 30 aktiven Feuerwehrleute der Gemeinde stehen in zwei „hautengen“ Häuschen — eins im Ortsteil Flemendorf, eins in Groß Kordshagen, etwa drei Kilometer voneinander entfernt.

In den fast antiken Garagen hat neben den Autos kaum noch anderes Platz, nicht einmal die Einsatzkleidung. Deswegen will die Gemeinde ein Sozialgebäude zur Verfügung stellen, in Flemendorf direkt neben dem dortigen Häuschen. Die Idee, gebrauchte Container vom Campingplatz zu restaurieren und der Feuerwehr maßgeschneidert einzurichten, wurde in einer vorherigen Sitzung verworfen. Grund: Die Kosten wurden mit 70000 Euro als zu hoch eingestuft. „Dafür lieber etwas Besseres“, hieß es, und man argumentierte, dass es für ein Mehrzweckgebäude vielleicht Fördermittel gebe.

So waren 65000 Euro aus noch vorhandenen Rücklagen in den Groß Kordshäger Haushalt 2016 eingestellt worden, für die man (ohne Planungskosten, Anschlüsse...) etwas in Massivbauweise bekommen kann, was am Ende der Sitzung die offizielle Bezeichnung „Mehrzweckgebäude für die Nutzung der Feuerwehr und der dörflichen Gemeinschaft“ tragen sollte.

Auf etwa 60 gemeindeeigenen Quadratmetern können in Massivbauweise zwei unterschiedlich große Räume, zwei Toiletten und eine Waschgelegenheit errichtet werden, die dann auch die Feuerwehr nutzen kann. Beim ersten Blick auf diesen Entwurf bedauerten die Feuerwehrleute, dass der nicht so messerscharf auf die Feuerwehrbedürfnisse zugeschnitten sei wie die Containerlösung.

Es sei ja auch kein Feuerwehrhaus, nahm es die Politik sehr genau und wies zudem darauf hin, dass die Bereitstellung der Mittel in diesem Jahr nicht automatisch bedeute, dass 2016 auch gebaut würde.

Das erfordere einen eigenen Beschluss. „Und ohne Fördermittel geht nichts“, stellte Bürgermeister Jörg Zimmermann (CDU) fest und riskierte Unmut. Diese Politik habe immerhin dafür gesorgt, dass die Gemeinde überhaupt eine Rücklage hat, über deren Verwendung man nun diskutieren könne, begründete er sinngemäß. In diesem Jahr seien der Fördermittelzug bereits abgefahren und im nächsten Jahr die Rücklagen aufgefressen, fürchteten Pessimisten, dass überhaupt nicht gebaut würde. Widerspruch beim Bürgermeister.

Die Gemeindevertretung einigte sich jetzt erst einmal darauf, die Planung für das Mehrzweckgebäude in Flemendorf anzuschieben.

Allerdings trügt das nicht über gewisse Differenzen hinweg. Und die gibt es seit Jahren zum Thema Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehr. Das führte 2012 sogar zu einem Bürgerentscheid. Damals sprach sich die Mehrheit der Einwohner gegen einen Neubau in Groß Kordshagen aus. So wäre die Lösung Pfarrhaus Flemendorf als Alternative geblieben. Doch da das Geld fehlte und die Gemeinde immer auf Fördermittel wartete, passierte nichts. Dafür kann man jetzt auf eine Reihe von Projekten gucken, die in die Schublade verbannt wurden. „Und ehrlich gesagt: Ich befürchte, dass wir jetzt wieder alles zerreden. Wir hatten mit den Containern ein vernünftiges und von der Feuerwehr-Unfallkasse anerkanntes Projekt des Planungsbüros Habrich. Das Geld haben wir auch extra für die Feuerwehr angespart.

Und jetzt ist alles nicht mehr wahr“, ärgert sich Feuerwehr-Chef Siegfried Krüger.

Von Suse Retzlaff und Ines Sommer

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