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Grundstein für neues „Quartier Heilgeiststraße“ gelegt

Stralsund Grundstein für neues „Quartier Heilgeiststraße“ gelegt

Industrie- und Handelskammer mietet sich in Wohn- und Geschäftskomplex ein

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So soll die Heilgeist-/Ecke Jacobiturmstraße einmal aussehen, wenn die drei neuen Häuser fertig sind. GRAFIK: BÜRO MITTELBACH

Stralsund. Rund drei Millionen Euro investiert die Stralsunder „Itg Projektentwicklungsgesellschaft“ in drei neue Häuser in der Heilgeist-/Ecke Jacobiturmstraße.

OZ-Bild

Industrie- und Handelskammer mietet sich in Wohn- und Geschäftskomplex ein

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„Bereits im August wollen wir Richtfest feiern“, kündigte gestern Geschäftsführer Tom Süffert bei der Grundsteinlegung an.

Süffert erinnerte daran, dass genau an jener Freifläche, auf der jetzt das neue „Quartier Heilgeiststraße“ entsteht, beim Bombenangriff auf Stralsund am 6. Oktober 1944 alle Häuser zerstört wurden.

„Der Krieg wirkt immer noch nach“, sagte Süffert. Dass diese alte Wunde nun nach über 70 Jahren geschlossen wird, freut auch Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU). Er könne sich gar nicht genug bedanken, dass Stralsunder privat Geld in die Hand nehmen, um es mit Leidenschaft für die Stadt einzusetzen. Dann griff das Stadtoberhaupt selbst zu Kelle und Mörtel, um die Schatulle mit Zeitdokumenten und Visitenkarten nach altem Brauch einzumauern – nicht ohne die Ratschläge von Maurer Volker Dubberke zu beherzigen. Der Mitarbeiter der Greifswalder Hochbau GmbH, die als Hauptauftragnehmer für die nächsten Bauarbeiten zuständig ist, hatte alles fachkundig vorbereitet.

Geplant sind zwölf Eigentumswohnungen zwischen 65 und 151 Quadratmetern, wie Architekt Robert Mittelbach erläuterte. Im Erdgeschoss sind zwei Gewerbeeinheiten vorgesehen. Architektonisch wolle man eine „zeitgenössische Ergänzung“ der vorhandenen Bebauung schaffen. Dabei seien auch Hinweise aus dem Gestaltungsbeirat der Stadt aufgegriffen worden.

Früher lebten in den Giebel- und Traufenhäusern die unterschiedlichsten Handwerker, wie Stadthistoriker Dr. Andreas Neumerkel recherchiert hat. Darauf deutet auch der Straßenname hin, denn die Jacobiturmstraße hieß zwischen Heilgeist- und Böttcherstraße zunächst Gruttemakerstrate nach den ansässigen Grützmachern, die Grütze für die Bierbrauer herstellten. Später wurde der Abschnitt als Siebmacherstraße bezeichnet. 1840 gründete Otto Wilhelm auf dem gegenüberliegenden Eckgrundstück eine Kupfer- und Kesselschmiede mitsamt einer Gießerei. Wilhelm brachte es später zu großem Ansehen und exportierte auch ins Ausland.

Die Bewahrung alter Kaufmannstraditionen liegt ganz im Sinne des größten künftigen Mieters, der Industrie- und Handelskammer. Die IHK wird in das Eckhaus einziehen und 250 Quadratmeter auf zwei Etagen belegen. „Wir freuen uns über diese absolut zentrale Lage nicht weit vom Rathaus entfernt, nahe an der Politik“, sagte der Rostocker IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen. „Zugleich ist es eine wichtige Botschaft an unsere Unternehmen. Stralsund ist ein sehr wirtschaftsfreundlicher Standort“, lobte Madsen. Nicht zuletzt würden sich in dem neuen „Kaufmannshaus“ auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und einzelner Arbeitsgruppen verbessern, fügte Karsten Liefländer an. Er leitet die Stralsunder Geschäftsstelle, die 13000 Unternehmen in Vorpommern-Rügen vertritt.

Im Krieg zerstört

Im Mittelalter standen in der Heilgeiststraße 32-34 große Giebelhäuser und in der Jacobiturmstraße kleinere Buden, die jedoch der Belagerung durch den großen Kurfürsten von Brandenburg 1678 und dem Stadtbrand 1680 zum Opfer fielen.

In den um 1700 neu errichteten Häusern lebten Branntweinbrenner, Knochenhauer, ein Grützmacher, ein Mechanikus und ein Kupferstichhändler. Noch im 19. Jahrhundert gibt es in der Heilgeiststraße 32 die Herberge „Stadt Greifswald“.

1941 befanden sich in der Heilgeiststraße 32 der Laden einer Fischräucherei, in der 33/34 ein Briefmarkenhandel und eine Putzmacherin. Alle Häuser wurden beim Bombenangriff am 6. Oktober 1944 zerstört.

Marlies Walther

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