Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Kaum noch Spuren der Vergangenheit

Stralsund Kaum noch Spuren der Vergangenheit

Vor 20 Jahren wurde im Kronswinkel der Grundstein für den ersten Neubau in der Altstadt nach der politischen Wende gelegt.

Voriger Artikel
Zu langsam: Amt Nord-Rügen in der Kritik
Nächster Artikel
Vogelgrippe: Backhaus fordert Landkreis zum Handeln auf

Im Oktober 1996 rückten die Bagger auf dem Quartier 53 an, um alte Häuser abzureißen.

Quelle: Fotos: Stefan Sauer

Stralsund. Zwei Jahrzehnte ist es her, dass am 15. November 1996 auf dem Quartier 53 der Grundstein für eine großflächige Neubebauung in der Stralsunder Altstadt gelegt wurde. Doch bevor dort zwischen Heilgeistkirche und Langenstraße eine neue Wohnanlage entstehen konnte, begannen im Oktober und November an der Wasserstraße umfangreiche Abrissarbeiten.

OZ-Bild

Vor 20 Jahren wurde im Kronswinkel der Grundstein für den ersten Neubau in der Altstadt nach der politischen Wende gelegt.

Zur Bildergalerie

Umgangssprachlicher Namensgeber dieses Wohnkomplexes ist übrigens die kleine Gasse Kronswinkel, die heute zwischen der Wasserstraße 50 und 51 in das Quartier hineinführt. Dort erwartet den Besucher heute eine grüne Innenhofatmosphäre. Besonders schön ist der Anblick, wenn vom Frühjahr bis Herbst auf den Balkonen entlang der Häuserreihen eine herrliche Blütenpracht zu sehen ist.

In diesem alten Stralsunder Quartier 53 sind jedoch kaum noch Spuren der Vergangenheit zu finden. Zu den Ausnahmen gehört der Name „Im Gange“. Ihn kann man an einem Eckhaus entdecken, das sich dort befindet, wo ein Fußweg von der Gasse Kronswinkel in Richtung Langenstraße abbiegt. Nur diese Bezeichnung ist von der alten engen Gasse geblieben, deren schriftliche Erwähnung sich bis in das Jahr 1681 zurückverfolgen lässt. Kein Gebäude überlebte den Wandel der Zeit. Und die, die zunächst stehen geblieben waren, gehörten zu den Schandflecken der Altstadt. Entlang der Straße Kronswinkel machten die Abrissarbeiten des Jahres 1996 nur um die heutige Nummer 8 einen Bogen.

Woher der Name Kronswinkel als Straßenbezeichnung stammt, ist übrigens bis heute umstritten. Eindeutig ist indes, dass die Wohnanlage Kronswinkel die erste großflächige Neubebauung in der Stralsunder Altstadt seit der politischen Wende von 1989/90 war und schon bald nach Fertigstellung ein besonderes Interesse in der Fachwelt fand. Im Jahr 2004 wurde sie Gegenstand einer vergleichenden Betrachtung während einer kunsthistorischen Tagung in Greifswald. Das Urteil fiel dabei nicht schmeichelhaft aus. Die Architektur der Wohnanlage Kronswinkel wirke „eigentümlich blass“. Sie sei „schematisch, nüchtern und für diesen Standort allzu beliebig“.

Spricht man indes mit Mietern, dann ist für diese vor allem die Bequemlichkeit modernen Wohnens in idealer Altstadtlage mit Hafennähe entscheidend. Man kann sogar mit Balkon oder Tiefgarage leben, hat Sehenswürdigkeiten, Restaurants und viele Läden in unmittelbarer Nähe.

Kaum vorstellbar ist heute die Zeit, als hier der Name Kronswinkel das Licht der Welt erblickte und 1869 zur Bezeichnung einer kleinen engen Gasse wurde, in der vor allem Stralsunder mit einem vergleichsweise sehr geringen Einkommen lebten. Heute gehört die Wohnanlage Kronswinkel zur Vielfalt dessen, was die Stralsunder Altstadt im Spannungsfeld von herrlichem Welterbe und moderner, aber architektonisch blasser Neubebauung zu bieten hat.

Arme Schiffer und Fischer

Die Straße Kronswinkel in der Hafenvorstadt verlief von der Langenstraße im rechten Winkel bis zur Wasserstraße. Sie hieß zunächst Auf dem Langenwall.

1869 wurde sie umbenannt in Kronswinkel, um sie besser von der Straße Am Langenwall abzugrenzen.

In der Vergangenheit wohnten im Kronswinkel vor allem arme Bürger.

Handwerker , Schiffer und Fischer fristeten dort in kleinen und dunklen Wohnungen ihr karges Leben.

Stefan Sauer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Satow
Kaum noch Kunden an der Satower Tankstelle. Die Straßensperrung verhindert den Durchgangsverkehr.

Geschäfte und Unternehmen leiden schon jetzt unter der Straßensperrung zwischen Heiligenhagen und Satow (Landkreis Rostock). Doch die soll noch bis Juni andauern.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.