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Kein Schiff wird kommen

Stralsund Kein Schiff wird kommen

Der Schiffsanleger Devin steht nicht mehr im Fahrplan der Weißen Flotte / Reederei macht unwirtschaftlichen Betrieb geltend / Hansestadt hält am Konzept „Minikreuzfahrt“ fest

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Gähnende Leere auf dem Schiffsanleger Devin. Dabei ist hier alles vom Feinsten. Sogar Stromanschluss ist vorhanden.

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Die Weiße Flotte hat den Schiffsanleger in Devin aus dem Fahrplan genommen. „Wir fahren Devin nur noch mit Charter- oder Sonderfahrten an“, sagt Detlev Düwel, Vertriebsleiter der Reederei. Er macht wirtschaftliche Belange geltend: „Mitunter kommen wir kaum auf die Kraftstoffkosten.“

Dabei hatte alles so schön angefangen. Im Juni 2011 wurde der 115 Meter lange Schiffsanleger der Nutzung übergeben. „Die Seebrücke ist Teil des Konzepts ’Minikreuzfahrt auf dem Strelasund’ aus dem Jahr 2005“, sagt Peter Koslik, Sprecher der Stadtverwaltung. Bei der Einweihung war viel von Zukunft die Rede. Schiffstouren vom Stadthafen über Grahler Fähre und Gustow bis zur Marina Neuhof auf der einen und zur Schwedenschanze und Parow auf der anderen Seite sollten möglich werden. Ausflügler auf dem Küstenradwanderweg sollten Teilstücke der Route per Schiff bewältigen können...

Rund eine Million Euro kostete der Aufbau des Anlegers. 714 000 Euro davon wurden von Bund und Land gefördert. Anfangs legte die Weiße Flotte bis zu 55-mal in der Saison hier an. „Wir haben den Anleger noch in die verlängerte Hafentour mit eingebaut. Die dauerte dann bis zu 45 Minuten“, sagt Reederei-Sprecher Düwel. Doch so ein Angebot funktioniere eben nur, wenn der Fahrgast es annehme.

Die Hochzeiten der Schifffahrt am Anleger hat Luisa Eichhorn selbst nicht miterlebt. Die Leiterin der Jugendherberge Devin trat ihren Job im vergangenen November an. „Ich kann mir aber vorstellen, dass es spektakulär ist, wenn unsere Gäste von hier aus mit dem Schiff zum Ozeaneum fahren könnten“, sagt die 29-Jährige. Allerdings räumt sie auch ein, dass das Gros ihrer Gäste auf Klassenfahrt in der Herberge übernachtet. „Da ist nicht viel an Budget für Extras übrig“, weiß die Herbergschefin.

Christiane Glashagen kann die Wirtschaftlichkeitsbedenken bei der Weißen Flotte nachvollziehen. „So ein Fahrplan muss sich am Ende auch rechnen“, betont die Senior-Chefin des Deviner Kurhauses. Sie ist überzeugt, dass es für die Besucher ihres Hauses schön wäre, in Sichtweite auf einen Ausflugsdampfer steigen zu können. Derzeit ist das Kurhaus mit bis zu 60 Gästen jedes Wochenende gut belegt. „Auch wenn sich fast nur noch Angler am Steg tummeln, legen wir bei uns immer noch die Werbung für die Weiße Flotte aus“, sagt Christiane Glashagen. Sie hofft, dass noch mal Bewegung an den Schiffsanleger kommt.

Das will Detlev Düwel nicht ausschließen. „Wir sind dabei, falls sich alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch setzen würden, um über neue Ideen nachzudenken“, betont er. Christiane Glashagen und Luisa Eichhorn würden sich dem nicht verschließen. Bei der Hansestadt setzt man Hoffnung auf mehr Attraktivität durch weitere Investitionen. Peter Koslik verweist hier auf den Ausbau des Küstenradwanderweges bis Greifswald oder die Erneuerung der Steganlage im Strandbad. Koslik hofft: „Das kann sich positiv auf das Gesamtkonzept ’Minikreuzfahrt’ auswirken.“

Bauwerk wurde von Land und Bund gefördert

115 Meter lang ist der Schiffsanleger Devin. Schiffe bis 40 Meter Länge können hier anlegen. Der maximale Tiefgang bei normalem Wasserstand beträgt etwa 2,50 Meter.

Der Anleger wurde am 20. Juni 2011 übergeben.

1 Million Euro kostete das Bauwerk damals mit Zuwegung und Stromanschluss sowie Beleuchtung. 714 000 Euro davon wurden mit Geldern von Land und Bund gefördert.

Der Bootssteg ist Teil eines Konzepts „Minikreuzfahrt“ auf dem Sund.

Jörg Mattern

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