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Keine Spur mehr vom Plattenbaugrau

Stralsund Keine Spur mehr vom Plattenbaugrau

Im kommenden Monat sind die Sanierungsarbeiten der Mauerstraße 5/6 und der Semlowerstraße 19 abgeschlossen.

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Bunt und individuell sind die Fassaden der Mauerstraße 5/6 und der Semlowerstraße 19 nach der Sanierung.

Quelle: Christian Rödel/miriam Weber (2)

Stralsund. Leuchtende Fassaden. Viel Glas und Holz. Vom Plattenbaugrau keine Spur mehr.

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Im kommenden Monat sind die Sanierungsarbeiten der Mauerstraße 5/6 und der Semlowerstraße 19 abgeschlossen.

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Im September 2014begannen in der Mauerstraße 5/6 die Sanierungsarbeiten, im vergangenen Jahr ging es dann in der Semlowerstraße 19, sozusagen einmal um die Ecke, weiter. Bis zum Juni sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. „Es war zwar eine Herausforderung, aber eine schöne“, sagt Norma Könenkamp vom Architekturbüro Linie 1, das die Planungen übernahm. „Sonst sanieren wir eher alte Häuser und diesmal diese Neubauten, bei denen im Grundriss nichts verändert werden durfte.“ Die Häuser in der Mauer- und zu einem Teil in der Semlower Straße wurden Ende der 80er-Jahre errichtet. Zuvor hatte auf dieser Fläche nichts mehr gestanden, denn das gesamte Gebiet wurde bei dem Bombenangriff am 6. Oktober 1944 zerstört.

In der Mauerstraße 5/6 gibt es ausschließlich Dreiraumwohnungen, die etwa 65 Quadratmeter groß sind. In der Semlowerstraße gibt es Ein-, Drei- und Vierzimmerwohnungen, die bei der Größe zwischen 35 und 100 Quadratmetern schwanken. „Im Prinzip haben wir alles gemacht: Fenster, Dachfassade, die Elektrotechnik, Heizungen, Türen und komplett neue Bäder“, sagt Ralph Könenkamp. Die Schwierigkeit war, dass viele Mieter während der Arbeiten in den Wohnungen blieben. „Das war sicher oft nicht einfach, besonders dann, als die Fassaden aufgeschnitten wurden“, erinnert sich Ralph Könenkamp.

Betonplatten aufzuschneiden, macht nicht nur ordentlich Lärm, sondern auch Dreck. „Doch das war notwendig, um Balkontüren einzubauen, und damit die Fenster nach der neuen Fassadendämmung noch ihre ursprüngliche Größe behielten“, erklärt Norma Könenkamp.

Bei den Balkons, die sich hofseitig befinden, konnte Norma Könenkamp etwas variieren. „Das wollte ich gern etwas abwechslungsreicher gestalten“, sagt die Architektin. Das gilt auch für die Hausflure.

„Durch kleine Details sollen sie individuell wirken“, sagt Norma Könenkamp und zeigt auf große Bilder mit unterschiedlichen Motiven, die an den Wänden hängen.

Auf dem Hof sind die Ursprungsformen wieder aufgenommen worden, das heißt, dass es wieder runde und geschwungene Wege gibt, die mit Hecken eingefriedet sind. „Außerdem wurden einige Obstbäume und Johannisbeersträucher angepflanzt“, erklärt Ralph Könenkamp. Von den Balkons und Terrassen haben die Mieter übrigens einen tollen Blick auf die Nikolaikirche. Und wer in den oberen Etagen wohnt, für den öffnet sich ein fantastisches Bild auf den Sund bis nach Hiddensee oder die Rügenbrücke. Im Juni soll die abgeschlossene Sanierung gemeinsam mit der Musikschule bei einem Hoffest gefeiert werden.

Wo einst der Flachs gelagert wurde

Bis zum Jahr 1869 hieß die Mauerstraße Flachshagen. Wie der Name verrät, wurde in dieser Straße Flachs gelagert oder verkauft. Die Endung -hagen trugen damals die Straßen, die sich am Rande der Stadt befanden. Nach 1869 wurde Flachshagen dann zur Mauerstraße.

Das gesamte Gebiet wurde beim Bombenangriff auf Stralsund am 6. Oktober 1944 zerstört und zunächst auch nicht wieder bebaut.

Am 17. September 1988 verkündete ein großes Bauschild den Beginn von Bauarbeiten. Im Oktober fiel dann schon der Startschuss für die Tiefbauarbeiten.

Tongefäße, Scherben und Kacheln, die bei diesen Arbeiten gefunden wurden, waren später im Speicher in der Böttcherstraße ausgestellt.

Im Juli 1989 begann die Plattenbaumontage. In dem gesamten Bereich entstanden insgesamt 115 Wohnungen.

Am 6. Oktober 1989 , einen Tag vor dem 40. Geburtstag der DDR, wurde der Schlüssel an den ersten Mieter in der Mauerstraße 5 übergeben.

Der damalige Direktor des Wohnungsbaukombinats Stralsund, Günther Hohenstein, übergab den Schlüssel für die Neubauwohnung.

Von Miriam Weber

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