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Kooperation der Stadt mit Rugard-Welt umstritten

Bergen Kooperation der Stadt mit Rugard-Welt umstritten

Bergens Kommunalpolitiker haben unterschiedliche Auffassungen zu geplanten Zuschüssen aus öffentlicher Hand / Andere Gewerbetreibende loben das Vorhaben als „gut für die Stadt“

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Laut Kooperationsvertrag mit der Stadt kann die „Rugard Erlebniswelt“ an Bergens Zufahrtsstraßen kostenlos werben.

Quelle: Jens-Uwe Berndt

Bergen. Die Erneuerung eines Kooperationsvertrages zwischen der Stadt und der „Rugard Erlebniswelt“ sorgt derzeit für reichlich Unruhe. Während vor allem auf Seiten der CDU/FDP-Fraktion und bei den Sozialdemokraten außer Frage steht, dass diese Vereinbarung abgeschlossen werden sollte, sorgen sich Vertreter des Grünen Bündnisses Bergen (GBB) und von der Linkspartei um das Verhältnis der Stadt zu ausgewählten Wirtschaftsunternehmen.

Partner der Stadt

Zu den Vertragspartnern der Stadt, die unter dem Banner „Rugard Erlebniswelt“ laufen, gehören das „Rugard

Hotel“, der Minigolfplatz, der Kletterwald, die Inselrodelbahn, der Rutschenturm, die Go Kart & Buggybahn und Paul Dehn Grafik Design.

„Hier sehe ich den größten Kritikpunkt“, sagt Wolfgang Kannengießer, Mitglied im Bergener Rechnungsprüfungsausschuss und Sprecher des Bündnisses für Rügen. „Es werden praktisch sechs private Betreiber begünstigt. Da frage ich mich, warum wir den anderen Gewerbetreibenden nicht ähnliche Erleichterungen anbieten.“ Dabei gehe es um Werbekostenzuschüsse, um das kostenfreie Aufstellen überdimensionaler Werbeschilder an den Zufahrten zur Stadt oder die kostenfreie Überlassung von Parkflächen. „Das entspricht weder den üblichen Gepflogenheiten, noch wird das durch entsprechende Satzungsfestlegungen gedeckelt“, sagt Kannengießer.

Margret Jepp, Vertreterin der Linken im Finanzausschuss, äußert ähnliche Bedenken. „Was, wenn jetzt plötzlich die nächsten Unternehmer sich zu einer Gemeinschaft zusammenschließen – der Klosterhof zum Beispiel – und mit der Stadt einen Kooperationvertrag aushandeln wollen, mit ähnlichen Vergünstigungen?“ Für Finanzausschussmitglied Michael Müller (CDU/FDP-Fraktion) kein Problem.

„Eigentlich kein schlechter Gedanke“, sagt er. „Es wäre doch schön, wenn sich noch mehr Gewerbetreibende zusammentäten und auf die Stadt zukämen.“ Jepp ist da weniger euphorisch: „Was, wenn dann kein Geld für weitere Kooperationen da ist?“ Derzeit geht es um eine maximale Zuschusssumme von 3000 Euro pro Jahr. Bezieht man das kostenlose Aufstellen der Werbeschilder mit ein, kommen laut Gebührenordnung noch einmal rund 1800 Euro hinzu.

Andere Gewerbetreibende der Stadt sehen den Kooperationsvertrag nicht nur gelassen, sondern können ihm viel Positives abgewinnen. Wie Einkaufsladen-Betreiber und Catering-Anbieter Frank Lebahn zum Beispiel. „Ich finde das in Ordnung“, sagt er. „Vielleicht kann man mit denen ja sogar mal etwas gemeinsam veranstalten. Und wir haben hier in der Innenstadt bestimmt keinen Nachteil durch diese Kooperation.“ Birgitt Schröder vom Autohaus Bremer sieht das genauso. „Alles, was Bergen gut tut, hat meine Zustimmung“, sagt die Geschäftsführerin. „Die Rugard- Welt bringt Leute nach Bergen. Wenn uns das dort noch wegfallen würde, wäre die wirtschaftliche Situation in der Stadt noch schlimmer. Im Sinne eines Marketing- Konzeptes für Bergen ist diese Kooperation völlig in Ordnung.“

Diese Marketing-Strategie ist für Stadtvertreterin Carmen Kannengießer vom Grünen Bündnis Bergen (GBB) allerdings nicht ersichtlich. „Man sollte in der jetzigen wirtschaftlichen Situation Bergens keine Ausreißer schaffen, sondern ein Gesamtkonzept entwickeln“, sagt Kannengießer. Das sollte ihrer Ansicht nach natürlich die „Rugard Erlebniswelt“ mit einbeziehen, aber gleichzeitig andere wichtige Bereiche der Stadt berücksichtigen – vor allem bei der Sicht- oder Außenwerbung.

Kürschnermeister und Inhaber des Ladens „Handwerk & Lebensart“ Uwe Hinz findet die Unterstützung von Initiativen „grundsätzlich gut“. Allerdings: „Für die Innenstadt wird mir weiterhin zu wenig getan. Dort, wo jetzt die riesige Sichtwerbung für die Rugard-Welt steht, sollte ein ebenso großer Hinweis für die Händler in der Innenstadt hin.“ Hinz, bis zu seiner Mandatsniederlegung Ende 2014 Stadtvertreter von Bergen, plädiert für eine „gerechtere Verteilung“ städtischen Engagements.

Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) blickt pragmatisch auf das Thema: „Wir werden in der Stadtverwaltung umsetzen, was die Stadtvertreter beschließen.“

Jens-Uwe Berndt

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