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Landwirt beheizt Schule mit Gülle

Lüdershagen Landwirt beheizt Schule mit Gülle

Conrad Tangemann versorgt in Lüdershagen auch die Kita und die Feuerwehr mit Wärme und Warmwasser

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Biogas vom Bauernhof: Links die beiden Fermenter, rechts das Gärproduktlager.

Quelle: Fotos: Detlef Lübcke

Lüdershagen. Die Grundschule „Thomas Müntzer“ in Lüdershagen wird jetzt über eine Biogasanlage mit Wärme und Warmwasser versorgt. Landwirt Conrad Tangemann betreibt die Anlage auf dem Hof seines Agrarbetriebes. Der Lüdershäger hat selbst zwei Kinder an der Schule. Haus und Hof befinden sich nur 300 Meter entfernt.

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Conrad Tangemann versorgt in Lüdershagen auch die Kita und die Feuerwehr mit Wärme und Warmwasser

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Sauberer Strom

Eine Biogasanlage dient der Erzeugung von Biogas durch Vergärung

von Biomasse. In landwirtschaftlichen Biogasanlagen werden meist tierische Exkremente und Energiepflanzen als Substrat eingesetzt. Als Nebenprodukt wird ein als Gärrest bezeichneter

Dünger produziert. Bei den meisten Biogasanlagen wird das entstandene Gas vor Ort in einem Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Durch die Umstellung der Heizungsanlage an der Schule spart die Gemeinde etwa zwei Drittel der Heizkosten. „Die Biogasanlage ist für uns ein Glücksfall“, sagt Bürgermeisterin Gerhild Balzer (Wählergemeinschaft für Lüdershagen) erfreut. Sie verweist auf die allgemeine Haushaltssituation der Kommunen. „Die Umlagen werden immer höher, da bleibt nicht mehr viel Bewegungsfreiheit“, erklärt sie. „Die Kosteneinsparung macht Gelder für andere Zwecke frei“, so die Bürgermeisterin. Zum Beispiel für das Computerkabinett an der Schule. Es wird in diesem Jahr erneuert. 44 Schüler aus dem Ort und der Umgebung besuchen die kleine Einrichtung. Tendenz: steigend.

Vor der Umstellung auf Fernwärme wurde an der Schule mit Nachtspeicheröfen geheizt. Sie ließen sich schwer regeln, waren in die Jahre gekommen und zuletzt durch gestiegene Stromtarife eine teure Angelegenheit. Deshalb entschloss sich die Gemeinde zum Anschluss der Schule an die örtliche Biogasanlage. Die alten Nachtspeicheröfen sind durch eine Zentralheizung mit wasserführenden Rohren und Heizkörpern ausgetauscht worden. 40000 Euro hat die Gemeinde in den Umbau der Heizung investiert. Fördergelder gab es nicht.

Auch die Kindertagesstätte und das Feuerwehrhaus in Lüdershagen werden von der Biogasanlage mit Fernwärme versorgt. Bürgermeisterin Balzer rechnet vor: „Über 10000 Euro spart unsere Gemeinde dadurch jährlich ein.“ Weitere Vorteile: Die geringeren Kosten wirken sich günstig auf die Kita-Beiträge und die Schulumlage aus. An das Fernwärmenetz der Biogasanlage sind außerdem rund 25

Haushalte in Lüdershagen angeschlossen. Conrad Tangemann ließ die Trasse der Hauptleitung nicht im Straßenbereich, sondern auf unversiegeltem Bauland verlegen. „Um Kosten zu senken“, wie er begründet.

Der 42-Jährige betreibt einen landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb mit Kühen, Schweinen und Ackerbau. Um sich ein weiteres Standbein zu schaffen, ließ er vor sieben Jahren die Biogasanlage bauen. Aus der Gülle von seinen Tieren, Mist und Futterresten entsteht hier in einem Gärprozess Biogas. Auch Maissilage, Grassilage und Zuckerrüben verwendet Conrad Tangemann dazu. Aus dem Biogas wird dann Energie gewonnen. Auch das eigene Agrarunternehmen wird von der Anlage versorgt.

Für den Landwirt stehen dabei nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund. „Die anfallende Wärme lässt sich ökologisch sinnvoll nutzen“, erklärt er. Und: Fossile Brennstoffe wie Öl und Gas ließen sich ersetzen. „Durch das Fernwärmenetz werden jährlich 140000 Liter Heizöl eingespart“, weiß Conrad Tangemann.

Viele herkömmliche Biogasanlagen speisen nur den erzeugten Strom ins Netz ein, lassen die dabei entstehende Wärme aber verpuffen.

Von Detlef Lübcke

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