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Nach dem Wassertreten in Omas Socken schlüpfen

Klausdorf Nach dem Wassertreten in Omas Socken schlüpfen

„Moosmutzel“-Kinder der Awo-Kita in Klausdorf trotzen den Erkältungsviren mit viel Bewegung, gesunder Ernährung, Kräuter-Spezialitäten und besonderen Massagen

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Die Klausdorfer „Moosmutzel“ sind gern an der frischen Luft. Die Bewegung mit dem Schwungtuch macht ihnen Spaß. Sie machen das Meer mit Wellen nach, und das Spielzeug auf dem Tuch sind Fische, die mal kurz aus dem Wasser gucken.

Quelle: Ines Sommer

Klausdorf. Wassertreten, das macht den kleinen „Moosmutzeln“ Spaß. Die Kita-Kinder aus Klausdorf haben dafür ja ein extra Becken im Bad. Aber wenn es das Wetter erlaubt, marschieren sie lieber zum Klausdorfer Strand und rennen dort in den Sund.

„Wir leben das Kneipp-Prinzip“, sagt Erzieherin Sandra Knuth. Und deshalb gehen die Kinder auch bei kalten Temperaturen raus und flanieren mit nackten Füßen durchs Gras – Taulaufen nennt man das. Und danach geht’s gleich in Omas selbstgestrickte Socken. „Ja, wir haben hier von einem Kind eine Oma, die strickt für die ganze Gruppe die Strümpfe, damit die Kleinen nach dem Wassertreten schön warm stecken“, so Sandra Knuth.

Die 34-Jährige, seit 2004 in der Kita, betont, dass einst bei Pfarrer Kneipp Bewegung groß geschrieben wurde. Die Kita der Arbeiterwohlfahrt in Klausdorf arbeitet seit Jahren nach den Kneippschen Methoden. Deshalb steht diesmal ein Angebot mit dem Schwungtuch auf dem Programm für den „Arbeitstag“ der Kleinen.

Die Mädchen und Jungen sind begeistert. Jeder hält sich an dem großen Tuch fest. „Das Karussell fängt an zu drehen, immer schneller soll es gehen“, rufen die Kinder und legen beim Tempo noch eine Schippe drauf. Dann gibt Erzieherin Sonja Dittmann – die 56-Jährige arbeitet seit 18 Jahren in der Kita – das Kommando zum Umdrehen.

Nun also der Spaß in die andere Richtung. Mal wird das Tuch noch oben bewegt, dann wiederum halten sich alle daran fest und setzen oder legen sich hin. Dass das geht, zeigen die Kinder mit Begeisterung. Doch als die Erwachsenen kleine Bälle aus dem Eimer holen und sie auf das Tuch werfen, horchen sie gespannt auf. „Die Bälle sind jetzt Fische. Ihr müsst das Tuch hoch- und runterbewegen, immer schneller. So machen wir unsere eigenen Wellen im Meer, dann springen die Fische auf und ab.“ Hu, da beginnt der bunte Wirbel...

„Wir bewegen uns gern, legen Wert auf gesundes Essen, trinken Tee und bauen selbst Heilkräuter an“, erzählt Sandra Knuth. Sie hat festgestellt, dass die Kinder viel weniger krank sind und die Erkältungsphasen in der Kita abgenommen haben. Die stellvertretende Kita-Leiterin betont aber auch, dass die Entspannung der Kinder mindestens genauso wichtig ist. „Wir haben da unsere Rituale. So legen wir Massagen ein, machen auch mal Yoga oder andere Entspannungsübungen.“

Das heißt zum Beispiel, die Kinder massieren sich gegenseitig, hören dazu Geschichten und gestalten diese auf dem Rücken des Vordermanns mit den Fingern. „So eine Massage haben wir unseren Muttis dann auch zum Muttertag geschenkt. Die Kinder haben massiert, der Papa sollte die Geschichte vorlesen, und Mutti durfte entspannen. Ein ganz besonderes Geschenk, und die Kinder waren mit Feuereifer dabei“, sagt Sandra Knuth und lacht: „Ja, da wird zu Hause dann auch der selbst gemachte Pfefferminztee gefordert...“

Die fünf Säulen der Kneipp-Medizin

Sebastian Anton Kneipp ( 1821 bis 1897) war ein bayerischer Priester und Hydrotherapeut. Er ist der Namensgeber der Kneipp-Medizin und der Wasserkur mit Wassertreten usw., die schon früher angewandt, aber durch ihn erst populär wurden.

5 Säulen stehen hinter der Kneipp-Medizin.

Die Hydrotherapie wendet Wasser an. Die bekanntesten Anwendungen sind Kneippgüsse und Wassertreten. Die Ernährungstherapie stellt vielseitige Vollwertkost in den Vordergrund. Bei der Bewegungstherapie soll auf einengende Kleidung verzichtet werden. Als intensive Form der Bewegung und einfache Abhärtungsmethode hat Kneipp das Barfußlaufen empfohlen. Die Phytotherapie nutzt die Möglichkeiten der Heilpflanzen. Mit der Ordnungstherapie hat Kneipp einen Weg zu einer bewussten, die Gesundheit erhaltenden Lebensführung vorgeschlagen.

8 Erzieherinnen , davon eine Integrationshelferin, betreuen die „Moosmutzelchen“ vom Windel- bis zum Vorschulalter. Die Kita bietet Platz für 48 Kinder. Zur Jubiläumsfeier von Klausdorf im August 2015 beging auch die Kindereinrichtung ihr 45-jähriges Bestehen.

Ines Sommer

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