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Neues Konzept: Kap soll touristischer Leuchtturm werden

Putgarten Neues Konzept: Kap soll touristischer Leuchtturm werden

Verwildert, geschlossen, gesperrt — nicht alle Attraktionen am Kap Arkona erschließen sich dem Besucher sofort. Ein roter Faden für Besucher fehlt. Das will die Gemeinde Putgarten jetzt ändern.

Putgarten. Verwildert, geschlossen, gesperrt — nicht alle Attraktionen am Kap Arkona erschließen sich dem Besucher sofort. Ein roter Faden für Besucher fehlt. Das will die Gemeinde Putgarten jetzt ändern. Ein Mammut-Konzept soll die verschiedenen Attraktionen unter einen Hut bringen und Putgarten, dem Kap Arkona und Vitt eine nachhaltige touristische Zukunft ermöglichen.

„Wie bisher geht es jedenfalls nicht weiter. Archäologie, Schinkel, Slawenburg, Bunker, Wanderwege und Schifffahrtstechnik. Alles läuft nebeneinander her. Wir müssen weg vom Klein-Klein und eine Gesamtlösung finden“, erklärt Bürgermeisterin Iris Möbius. „Die Gemeindevertreterversammlung hat sich in einem Grundsatzbeschluss für die Erstellung eines umfassenden Konzepts ausgesprochen.“ Der vorliegende Bebauungsplan für das Gebiet sei veraltet, alleine die geographischen Veränderungen der Küste würden es notwendig machen, den Raum neu zu überdenken.

Auf einem Akteursworkshop wurden jetzt erste Ideen vorgestellt. Professor Burkhard Pahl von der Universität Leipzig und Peter Dietrich, der Geschäftführer des Kreidemuseums Rügen, erläuterten ihre Ideen zum Thema — und die ließen die über 50 Gäste in der Kulturscheune Putgarten staunen. Ein großes Besucherzentrum, entweder als eine Anlage oder dezentral in mehreren Gebäuden untergebracht, könnte der zentrale Anlaufpunkt für die Touristen werden. In verschiedenen Teilbereichen kann darin auf Themen wie Archäologie, Sehnsuchtsort der Romantik, Schifffahrtsgeschichte, Architektur und militärische Bedeutung des Ortes eingegangen werden. Aber auch die geografische Lage des Ortes mache an sich bereits ein attraktives Ziel aus. „In Großbritannien zum Beispiel gibt es den sogenannten Lands End Effekt — Besucher kommen an den Westzipfel Südenglands und Blicken aufs Meer, nur weil es eben der westlichste Punkt der Insel ist.“

Den traumhaft schönen Ausblick von Mecklenburg-Vorpommerns nördlichstem Punkt sollen künftig auch Menschen mit Handicap einfacher genießen können. „Wir dachten an eine barrierefreie Aussichtsplattform“, so Möbius. „Die Situation mit der Königstreppe die herunter an den Blockstrand führt, ist für uns unbefriedigend. Zumal sich dort ja auch die Abbruchbereiche der Steilküste befinden.“

In dem neuen Besucherzentrum könnte auch ein Ort geschaffen werden, an dem die Ausgrabungsergebnisse vom Burgwall präsentiert werden können. Derzeit werde Historie und Ausgrabung unter Wert verkauft. „Die Gäste sehen zwar, dass hier offensichtlich Ausgrabungen stattfinden, erfahren aber mehr durch Zufall von den Führungen. Was hier gefunden wurde, sehen sie gar nicht“, kritisiert Pahl. „Das ist einfach schade.“

Kritische Stimmen zum neuen Konzept kommen vom Förderverein Kap Arkona. Der Verein sei nicht genügend in die Konzeptionen eingebunden worden. Man werde unabhängig davon weiter an der Entwicklung der sogenannten „Schifffahrtsstrecke“ am Kap arbeiten, für die nautische Ausstellungsstücke restauriert und repariert werden. Arbeitsschritte wie die Wiederherstellung des SAR-Bootes würden weiterverfolgt. Burkhard Pahl versucht die Bedenken zu Zerstreuen. „Es ist für uns besonders wichtig, alle Akteure mit ins Boot zu holen, natürlich auch den Förderverein. Die Schifffahrtsstrecke haben wir mit eingeplant.“ Die Liste der in das Projekt eingebundenen Partner ist lang: Neben der Gemeinde, dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Stralsund, der Tourismus-Gesellschaft, dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege sind auch der Deutschen Wetterdienst, das Landesamt für Umwelt und Geologie und viele mehr eingeplant. „So ein Konzept kann nur gelingen, wenn wir alle Interessen mitnehmen“, meint Pahl. Damit weitere Ideen einfließen und diese auf Tauglichkeit getestet werden, ist ein mehrwöchiger Forschungsaufenthalt von Architekturstudenten mehrerer Fachhochschulen im April geplant. Die haben auch das Stichwort „Kultursommer am Kap“ auf ihre Aufgabenliste bekommen. Gemeinsam mit den Akteuren des Kultursommers, Marie-Theres Schwinn und Jens Hasselmann, sollen Wege erarbeitet werden, den Kultursommer in das Projekt einzugliedern.

Die Finanzierung des Vorhabens soll zum großen Teil über Fördermittel erfolgen. Ein erster Zeitplan steckt den Rahmen ab. Nach Potentialerfassung, -analyse und Abstimmung mit den Akteuren könnte noch in diesem Jahr ein Antrag auf Fördermittel eingereicht werden. „Am 14. Juni 2018 ist die 850-Jahrfeier des Überfalls auf die Slawenburg. Vielleicht können wir dann ja erste kuratierte Museumsstücke präsentieren und den Spatenstich für die bauliche Umsetzung setzen“, hofft Pahl.

Von Anne Ziebarth

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