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Orangerie in Parow gerettet: Lehr- und Schaugarten wächst

Orangerie in Parow gerettet: Lehr- und Schaugarten wächst

Gemeinde Kramerhof und Storchennestverein Niepars investieren rund 700000 Euro – eine halbe Million davon fließt aus EU-Topf

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Historische Giebel verbinden sich mit modernen Glasteilen – das prägt die künftige Schau- und Lehrgärtnerei in der Parower Orangerie.

Quelle: Fotos: Ines Sommer

Parow. Wer vor gut einem Jahr durch die alte Gutsgärtnerei in Parow schlenderte, brauchte viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass hier mal Gemüse und Kräuter angebaut und verarbeitet werden könnten. Der Storchennest-Verein aus Niepars hatte diese Vision und steckte damit nicht nur die Gemeinde Kramerhof an, sondern überzeugte auch den Leader-Vorstand, dieses Projekt großzügig zu fördern. Auf Platz 1 des europäischen Förderprogramms zur Stärkung ländlicher Räume gelandet, konnten bei Gesamtkosten von rund 700000 Euro über 500000 als Zuschuss an Land gezogen werden.

OZ-Bild

Gemeinde Kramerhof und Storchennestverein Niepars investieren rund 700000 Euro – eine halbe Million davon fließt aus EU-Topf

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Die Mühe hat sich gelohnt: Die Orangerie – 1910 errichtet und wie Schloss, Pferdestall und Scheune Teil des Parower Gutsensembles – konnte gerettet werden. Das Gelände wurde beräumt, alle Scheiben kamen raus, Stahlkonstruktionen wurden abgebaut. Im Inneren kamen alte Fußböden, Öfen und Leichtbauwände raus. Konnte man etwas wieder verwenden, wurde es beiseite gelegt. „Natürlich mussten die denkmalgeschützten Giebel der alten Gutsgärtnerei gesichert werden, damit sie später in den Umbau integriert werden können“, erklärt Anke Ehrecke. Die Geschäftsführerin des Storchennest-Vereins ist froh, dass sich mit der Gemeinde Kramerhof ein Bauherr mit Mut für Visionen gefunden hat. Dabei war es anfangs gar nicht so leicht, die im Nachhinein entstandenen Anbauten vom ursprünglichen Gebäude zu trennen. Außerdem waren Wege und Terrasse zugewachsen.

Das Haus der Gutsgärtnerei blieb stehen und wurde saniert. „Hier soll sich ein Erzeugerverbund präsentieren. Senfmühle aus Schlemmin, Kaffeerösterei Rost oder Weinhaus aus Solkendorf sind schon dabei. Mit weiteren Partnern sind wir im Gespräch. Ab 1. November wird eine Mitarbeiterin hier einsteigen, die sich um alles kümmert“, so die Storchennest-Chefin gegenüber der OZ.

Im Glasteil auf der linken Seite, der auch einen kleinen Anbau hat, wird ein Café mit etwa 30 Plätzen einladen, täglich soll frisch gebackener Kuchen auf dem Tisch stehen. Je nach Nachfrage werde man die Öffnungszeiten gestalten. „Vor dem Haus soll es einen Schaugarten geben.“

Dann wäre da noch der riesige Gutsgarten hinter dem Haus, der völlig zugewuchert war. Jahrzehntelang lag das Gelände brach. „Wir hatten ja zu einem Arbeitseinsatz eingeladen, und da haben wirklich viele Leute Hand angelegt. Es entstand eine Bienenweide, aber auch Kartoffeln und ein bisschen Rhabarber wurden angebaut. Im Moment stehen auch noch ein paar Sonnenblumen“, freut sich Anke Ehrecke und ergänzt: „Im Garten wollen wir anbauen, was dann im Café und im Restaurant der Minimanufaktur verarbeitet wird. Frisches Gemüse, Kräuter, Obst. Hier wollen wir aber auch verschiedene Mitmachprojekte anbieten, für Jugendliche, aber auch generationsübergreifend“, betont Anke Ehrecke. Simples Beispiel: Wenn Oma ihrem Enkel zeigen möchte, wie man Kohlrabi anbaut und den auch erntet, kann sie in Parow ein Stück Garten bekommen und bewirtschaften. Aber auch Schulklassen und Kita-Kinder sind herzlich zum Gärtnern willkommen.

Auf der rechten Seite soll in einem nächsten Bauabschnitt ein zweites Gewächshaus entstehen.

Gärtnerei 1910 gebaut

695 000 Euro kostet die Sanierung der 1910 gebauten Gutsgärtnerei. Erst 1974 wurde die Gärtnerei geschlossen. 528000 Euro zieht die Gemeinde Kramerhof als Bauherr aus dem EU-Fördertopf an Land. Nutzer des Projektes „Urban Gardening“ ist der Storchennest-Verein aus Niepars.

Leader steht für „Liaison entre actions de developpement de l‘economie rurale“ und soll die Entwicklung ländlicher Wirtschaft fördern. Die Sanierung der Parower Orangerie stand 2016 auf Platz 1 der Prioritätenliste in Nordvorpommern.

Ines Sommer

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