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P+S-Pleite: Klage gegen Beraterfirma

Stralsund/Wolgast P+S-Pleite: Klage gegen Beraterfirma

Mehr als vier Jahre nach dem Aus in Stralsund und Wolgast nimmt die juristische Aufarbeitung Fahrt auf. Der Insolvenzverwalter wirft den Wirtschaftsprüfern Pflichtverletzung vor.

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Der Insolvenzverwalter der P+S -Werften, Berthold Brinkmann, vor der Schiffbauhalle der insolventen P+S-Werft Volkswerft in Stralsund (Archivfoto)

Quelle: Stefan Sauer / Dpa

Stralsund/Wolgast. Die Pleite der P+S-Werften mit Standorten in Stralsund und Wolgast vor viereinhalb Jahren hat das Land Mecklenburg-Vorpommern bis zu 270 Millionen Euro gekostet. Politische Konsequenzen hatte das spektakuläre Werften-Aus nie – trotz eines langwierigen Untersuchungsausschusses im Schweriner Landtag.Viereinhalb Jahre nach dem Werften-Ruin nimmt die juristische Aufarbeitung nun doch Fahrt auf. Das Landgericht Hamburg wird eigenen Angaben zufolge am 2. März über die entscheidende Schlüsselklage im Zusammenhang mit der Pleite des vorpommerschen Werftenverbundes im Jahr 2012 verhandeln.

P+S-Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann wirft der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG Pflichtverletzung vor. Brinkmann will sich mit der Zivilklage rund 514 Millionen Euro von den Wirtschaftsprüfern zurückholen. Alle vom Gericht angeforderten Stellungnahmen lägen vor, sagte ein Gerichtssprecher. Das Gericht hat für die mündliche Verhandlung zunächst einen Verhandlungstag anberaumt. Die Klage hatte Brinkmann am 17. Dezember 2015 eingereicht.

Dem aktuellen Gläubiger-Zwischenbericht zufolge begründet Brinkmann die Klage mit den aus seiner Sicht fehlerhaften Aussagen der renommierten Wirtschaftsprüfer zur Sanierungsfähigkeit der angeschlagenen Werften. KPMG habe den Schiffbaubetrieben in Stralsund und Wolgast Mitte Dezember 2009 in einem Gutachten ins „Blaue hinein“ Sanierungsfähigkeit attestiert und „wider besseren Wissens“ an der positiven Sanierungsaussage über zwei Jahre festgehalten.

Martina Rathke

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