Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Pastorin kehrt ins Pfarrhaus zurück

Prohn Pastorin kehrt ins Pfarrhaus zurück

Die Sanierung des 250 Jahre alten Gebäudes in Prohn ist abgeschlossen. Rund 200000 Euro wurden in die Bekämpfung von Schimmel und Schwamm investiert.

Voriger Artikel
Breitbandausbau soll regionale Wirtschaft ankurbeln
Nächster Artikel
Formstaal fürchtet die Folgen des Brexits

Pastorin Mechthild Karopka zieht nächste Woche wieder ins Pfarrhaus ein.

Quelle: Fotos: Ines Sommer

Prohn. Vor dem Kistenpacken graut ihr schon, aber nach drei Jahren im „Exil“ freut sich Mechthild Karopka auch wieder auf ihr Zuhause im Pfarrhaus, das in den vergangenen Monaten für rund 200000 Euro von Grund auf saniert wurde. Fluchtartig musste die Pastorin mit ihrer Familie damals das Haus verlassen, weil sich der Schimmel seinen Weg durchs Haus bahnte.

OZ-Bild

Die Sanierung des 250 Jahre alten Gebäudes in Prohn ist abgeschlossen. Rund 200000 Euro wurden in die Bekämpfung von Schimmel und Schwamm investiert.

Zur Bildergalerie

Wegen der Residenzpflicht der Pastorin ein ungewöhnlich harter Schritt, den sie erst durchboxen musste...

Die Sanierung zog sich zunächst hin, weil erst einmal das Geld besorgt werden musste. Im Sommer 2015 fiel dann mit der Dachsanierung der Startschuss für die Arbeiten im Pfarrhaus. „Das Ganze wurde entmoost, schadhafte Stellen haben die Dachdecker ausgebessert“, sagt Mechthild Karopka. Im Januar begann der Innenausbau. Und bei dem haben viele regionale Betriebe ihre Handschrift hinterlassen:

KMB aus Stralsund sorgte für neue Heizungs- und Sanitäranlagen. Trendbau aus Hohendorf und die Zimmerei Langner kümmerten sich um versetzte Wände, Fenster und Türen. Die Stralsunderin Ulrike Warnkross übernahm die energetische Planung. „Eta aus Prohn hat die gesamte Elektroanlage erneuert. Dabei kamen die Mitarbeiter ganz schön ins Schwitzen. Es gab Leitungen, bei denen wusste keiner, wo die hinführen. Da hatte im Laufe der Jahre mal immer einer ein Kabel irgendwohin verlegt“, erinnert sich Mechthild Karopka an Chaos Nummer 1.

Die zweite böse Überraschung kam zu Tage, als im Bad die Fußboden-Fliesen erneuert werden sollten. „Das war ein Schock: Im Boden unter den Dielen hatte sich Kellerschwamm ausgebreitet. Also mussten alle Fußböden erneuert werden. Das sind ja auch wieder zusätzliche Kosten. Aber unsere Architektin Elke Meißner hat gesagt, wenn wir das anfassen, dann richtig.“ Am meisten beeindruckt war Mechthild Karopka von den Methoden zur Feuchtigkeitsbekämpfung in den Wänden. „Horizontalsperre- und Mauersägeverfahren hieß das. Die Mitarbeiter der Hohendorfer Bautenschutz-Firma Wulff haben quasi die Wand einmal durchgesägt. Man hat von außen nur die Sägespitze gesehen – wie von Geisterhand geführt. Und in den Zwischenraum wurde dann so eine Schutzschicht eingebracht. Das war schon etwas Besonderes – und laut.“ Mit Grausen denkt die 50-Jährige an die Arbeit im Pfarrbüro zurück, als nebenan gebohrt, gehämmert und gestemmt wurde. Ganz zu schweigen von Dreck und Staub. „Ich habe unsere Reinigungskraft noch nie so verzweifelt gesehen. Naja, nun haben wir es geschafft. Alles ist gut gelaufen, die Firmen haben gute Arbeit abgeliefert. Die Bauabnahme ist erfolgt. Nächste Woche rollt der Umzugswagen.“

Etwa 200000 Euro sind in den letzten Monaten ins Pfarrhaus investiert worden. 80000 Euro steuerte der Pommersche Evangelische Kirchenkreis aus dem Fonds für die Sanierung von Pfarr- und Gemeindehäusern bei. Für 50000 Euro hat die Kirchengemeinde einen Kredit aufgenommen, den Rest berappt sie so aus Eigenmitteln.

Ein nächster Schritt wäre der Bodenausbau. „Die Kabel haben wir schon verlegen lassen. Es gibt auch schon erste Nutzungsideen. Aber jetzt müssen wir erst einmal Geld ansparen“, so die Prohner Pastorin.

Ärger mit dem Pfuschbau

Mit der deutschen Wertarbeit war es im Prohner Pfarrhaus wohl nicht so weit her. So berichtet Dr. Andreas Neumerkel aus dem Stralsunder Stadtarchiv: „Drei Stuben hatte der Maurermeister so fertig gestellt, dass sie über den Winter 1841/42 bewohnt werden konnten. Pastor Wilhelm August Heinrich Gebhardi zog es aber vor, im alten Domizil zu bleiben.“

1842 nach der Übergabe des Pfarrhauses im Sommer haftete die Baufirma Teichen noch zwei Jahre. Man glaubt es kaum, aber schon nach drei Jahren stellte Stadtbaumeister Johann Michael Lübke Spuren von Hausschwamm an den Wänden und Fußböden fest.

2008 als Familie Karopka hier einzog, wurde das Haus schon einmal saniert – offenbar nicht gut genug.

Ines Sommer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald
So soll der Neubau der Kirche der Greifswalder Siebenten-Tags-Adventisten aussehen. Animation: Adventistengemeinde

Siebenten-Tags-Adventisten lassen das Gotteshaus als Ersatz für den vor zwei Jahren abgebrannten Vorgänger errichten / Kirche will ein Begegnungszentrum sein

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.