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Stralsund Praktischer Unterricht im Cockpit
Vorpommern Stralsund Praktischer Unterricht im Cockpit
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00:05 03.09.2016
Fast alle der angehenden 15 Piloten, die in Barth ausgebildet werden, möchten später auf Langstrecken fliegen. Quelle: Volker Stephan

Fünfzehn junge Flugschüler, alle mit dem Berufsziel Airline-Pilot, festigen in diesen Tagen auf dem Ostsee-Flughafen Stralsund-Barth ihre theoretischen Kenntnisse und erwerben ihre ersten praktischen Flugerfahrungen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr führt die Pilot-Training Network GmbH (PTN), ein Unternehmen der Lufthansa Flight Training GmbH, hier einen ihrer sechswöchigen Grundkurse durch.

Flughafenstatistik

10 000 Flugbewegungen gab es 2016 bisher.

12 000 werden es bis zum Jahresende sein.

24 100 Aus- und Einsteiger wurden erfasst.

100 000 Liter Kraftstoff wurden bisher getankt.

Bis zum Jahr 1992 wurden 18 000 Flugbewegungen gezählt (auf den Osten gespannte West-Freizeitflieger).

Im Jahr 2011 waren es aufgrund von Bauarbeiten nur noch 4000.

Er ist international besetzt – neben den deutschen nehmen auch zwei österreichische, zwei italienische und ein indischer Flugschüler teil. Sie verständigen sich auf Englisch. Für die Trainingsflüge wurden drei doppelsitzige Maschinen vom Typ „Diamond DA20“ von Laage nach Barth verlegt, mit denen die Flugschüler mehrmals täglich abheben. „Anfangs noch unter Aufsicht“, erklärte Fluglehrer Michael Malatantis (27) aus Rostock. „Nach etwa 13 bis 14 Stunden sind die Flugschüler dann fit, ihre ersten selbstständigen Platzrunden mit Starts und Landungen drehen zu können.“

Die meisten von ihnen würden dieses Pensum in zwei bis drei Wochen schaffen. Für die Flugstunden seien rund um den Flughafen vier Übungszonen eingerichtet worden. Hier üben sie das Fliegen von Manövern. Auch Überlandflüge stünden auf dem Ausbildungsplan, beispielsweise bis nach Sylt oder in den Südharz. „Etwa zweieinhalb Stunden dauert der Hinflug. Vor Ort trinken wir gern einen Kaffee, bevor wir uns auf den Rückflug nach Barth machen“, so Michael Malatantis. Einst hatte er selbst bei PTN das Fliegen erlernt und nach einer anderthalbjährigen Berufspraxis eine Weiterbildung zum Fluglehrer absolviert.

Nach der Flugphase 1 in Barth geht es in Rostock-Laage mit der ebenfalls sechswöchigen Flugphase 2 weiter. „Das ist ein kontrollierter Flugplatz – wir handeln dort nach den Anweisungen der Flugleitung. In Barth hingegen sagen wir dem Tower, wie wir zu handeln gedenken“, erklärte Flugschüler Oliver Wagner aus Bayern. Der 18-Jährige hatte im vergangenen Jahr das Abitur abgelegt und sich dann intensiv über die Pilotenausbildung informiert und um eine Zulassung bemüht. Am Anfang standen ein zweitägiger Aufnahmetest sowie eine gründliche medizinische Untersuchung. „Man muss sich fit halten und ein gutes Seh- und Hörvermögen haben, dann sollte es mit der Tauglichkeit klappen“, so seine Erfahrung. Den schwierigen Aufnahmetest hätte ein gutes Drittel der Kandidaten bestanden.

Seine Familie stehe hinter seinem Berufswunsch, sonst wären die privat zu zahlenden Ausbildungskosten über den Zeitraum von 18 bis 20 Monaten wohl nicht zu stemmen. „Man kann aber einen speziellen Kredit für die Pilotenausbildung aufnehmen“, nannte er eine andere Finanzierungsmöglichkeit. Das Ziel aller seiner Wünsche wäre nach weiteren Qualifizierungen eine Anstellung als Flugkapitän eines großen Passagierflugzeuges im Langstreckenverkehr. „Dabei kommt man in der Welt rum und kann während der halb- bis ganztägigen Aufenthalte fremde Städte erkunden. Das ist mein Wunschtraum seit meiner Kindheit, eine andere Berufswahl wäre nicht in Frage gekommen“, verriet der junge Mann.

Am Mittwoch wurde er von Flughafenchef Paul Wojtasik mit einer Flasche Sekt überrascht: sein erster selbstständiger Übungsflug ist zugleich die 10 000. Flugbewegung des Jahres 2016 in Barth gewesen.

„Zum letzten Mal erreichten wir diese Zahl 1994. Seit Inbetriebnahme des neuen Flughafengebäudes 2012 sind es stetig mehr Flugbewegungen geworden – für 2016 rechne ich mit rund 12 000“, sagte der Geschäftsführer. Die einzige Frau unter den Schülern ist Hannah Widmann aus Graz/Österreich. Die 25-Jährige hatte zuvor fünf Jahre lang als Stewardess und beim Bodenpersonal am Check-in gearbeitet.

„Vor zweieinhalb Jahren entschloss ich mich, noch einmal einen Anlauf zu nehmen“, berichtete sie. Ihr berufliches Endziel sei ebenfalls Langstreckenpilotin. Obwohl sie leichte Bedenken gehegt habe, werde sie von den Jungs akzeptiert. „Ich bin ja auch keine 18 mehr und die meisten hier sind jünger als ich. Meine Eltern und meine Geschwister finden es jedenfalls toll, dass ich mich für diese Laufbahn entschieden habe.“

Volker Stephan

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