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Radler leben gefährlich auf der Landesstraße 192

Müggenhall/Richtenberg Radler leben gefährlich auf der Landesstraße 192

Fast 4000 Fahrzeuge rollen pro Tag durch den Müggenhaller Kreisel / Neuer Radweg nach Richtenberg soll Situation entschärfen

Müggenhall/Richtenberg. Eine gute Nachricht: Die seit Jahren klaffende Lücke im Radwegenetz zwischen Franzburg und Richtenberg soll demnächst geschlossen werden: Rund 287000 Euro könnte der Abschnitt von Müggenhall nach Richtenberg kosten. Das Gros der Investition trägt das Land, das Geld fließt über das Straßenbauamt Stralsund. Im Moment laufen die Planungsarbeiten des Büros „UmweltPlan“ auf Hochtouren. Möglicher Baustart ist für Anfang 2017 ins Auge gefasst, heißt es aus dem Amt Franzburg-Richtenberg, das nach Aussagen des Straßenbauamtes die Betreuung des Projektes übernommen hat.

Der neue Radweg ist ein straßenbegleitender entlang der L 192 zwischen dem Kreisverkehr Müggenhall und dem Ortsrand von Richtenberg (Papenhagen). Aus Richtung Franzburg bis Müggenhall können die Radler bereits fahren, die Anbindung nach Richtenberg fehlt. Bleibt den Radlern nur, auf die Straße auszuweichen, und das ist gefährlich: Die Landesstraße 192 ist sehr schmal, bietet wegen der Alleebäume wenig Ausweichmöglichkeiten und ist zudem eine viel befahrene Hauptschlagader. Nach einer Studie wurden in diesem Bereich 3891 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden gezählt – davon waren allein 320 Fahrzeuge Laster oder Schwerlasttransporte...

Kein Wunder, denn hier wird der Verkehr von der B 194 von Stralsund ab Steinhagen Richtung Autobahn A20 nach Tribsees geführt. Außerdem hat genau der Kreisel eine wichtige Verteilungsfunktion:

Einerseits fließt der Verkehr von Rügen über Stralsund auf der bereits genannten L 192, andererseits geht es über die L 22 bis Marlow und Ribnitz-Damgarten, also zur Bundesstraße 105. Der ländliche Verkehr nach Velgast über die L 212 und nach Franzburg über die L 222 muss ebenfalls über den Knotenpunkt Müggenhall rollen.

Mit dem Bau des Radweges soll für ein sicheres Radfahren gesorgt werden. Vielleicht steigen dann ja auch einige wieder aufs Fahrrad um, die zwischen den beiden Kleinstädten unterwegs sind.

Andererseits sinkt die Verkehrsbeeinträchtigung auf der Landesstraße.

Übrigens: Die Radler, die nicht auf der gefährlichen Straße fahren wollen, nutzen zum Teil von Franzburg nach Richtenberg den touristischen Ostseeradfernweg an der anderen Seite des Seeufers ab Neubauhof.

Der zu bauende Abschnitt vom Müggenhaller Kreisel bis zur Richtenberger Ortseinfahrt (hier schließt er an das städtische Netz an) ist 954 Meter lang und soll auf einer Breite von 2,50 Metern als Asphaltweg ausgebaut werden. Die Trasse liegt etwa sechs bis acht Meter von der Straße entfernt. Außerdem wird der neue Radweg in der Raumplanung als Teil des Rundweges um den Richtenberger See genannt. Allein die Nähe zu diesem See-Schutzgebietes lässt erahnen, dass der vorliegenden Entwurfsplanung viele Beratungen mit den Naturschutzbehörden vorausgegangen sind.

Wichtiges Projekt

954 Meter lang und 2,50 Meter breit ist das Stück Radweg, das jetzt noch fehlt, um die Lücke rund um den Richtenberger See zu schließen. So haben es die Planungen des Büros UmweltPlan ergeben.

162000 Euro stehen für den Radweg in der Planung. Dazu kommen 32000 Euro für den Grunderwerb entlang der Trasse. Etwa 50000 Euro sind für Ausgleichsmaßnahmen geplant. Plus Mehrwertsteuer stehen dann rund 287000 Euro in der Kostenschätzung. Exakte Zahlen stehen natürlich erst nach der Ausschreibung fest.

2 Monate soll die Bauzeit betragen, derzeit wird mit dem Anrollen der Bagger Anfang 2017 gerechnet.

320 Laster passieren im Schnitt täglich den Müggenhaller Kreisverkehr. Insgesamt wurden pro Tag 3891 Fahrzeuge gezählt.

Ines Sommer

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