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Region nördlich von Stralsund punktet mit Häfen und kleinen Stränden

Region nördlich von Stralsund punktet mit Häfen und kleinen Stränden

Tourismuskonzept der Ämter Niepars und Altenpleen offenbart mit fehlender Ausschilderung und wenig attraktiven Übernachtungsmöglichkeiten auch die Schwächen / Chancen für Rad- und Reittourismus

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Beliebt bei Seglern und Anglern: der Hafen in Barhöft, gleich nebenan mit kleinem Strand.

Niepars/Altenpleen Der erste Teil des Tourismuskonzeptes für die Ämter Niepars und Altenpleen liegt auf dem Tisch — es ist eine Bestandserhebung in puncto Attraktionen, Beherbergung, Gastronomie und Infrastruktur. Doch das Papier bewertet auch die einzelnen Gemeinden — 16 insgesamt.

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Tourismuskonzept der Ämter Niepars und Altenpleen offenbart mit fehlender Ausschilderung und wenig attraktiven Übernachtungsmöglichkeiten auch die Schwächen / Chancen für Rad- und Reittourismus

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Über 40000 Euro kostet das Konzept, je rund 5000 Euro haben beide Ämter nach Abzug der Förderung in die Hand genommen. Dafür erarbeitet nun das Büro Stadt, Land, Fluss aus Ravenhorst bei Rostock ein Konzept, das dringend erforderlich ist, um in Sachen Tourismus überhaupt noch eine Chance auf Fördermittel zu haben. Dabei kamen Stärken, Schwächen und Chancen ans Licht.

Stärken

Hier punkten beide Amtsbereiche mit Natur und abwechslungsreicher Landschaft, die man beobachten und erlebbar machen kann. Viele Gemeinden haben kleine Häfen und Badestellen an der Boddenküste, so in Barhöft, Parow oder Zühlendorf. Außerdem gibt es beste Möglichkeiten zum Radfahren, zum Beispiel mit dem Ostseeküstenfernweg. Zahlreiche Reiterhöfe sind in der Region zu finden. Als Stärke wird auch die Zugehörigkeit zum Schutzgebiet „Nordvorpommersche Waldlandschaft“ gesehen.

Schwächen

Bittere Pille: Kein Angebot strahlt nach außen. Die Übernachtungsmöglichkeiten und die gastronomischen Angebote sind in weiten Teilen der Region in Art und Qualität eingeschränkt. Ein ganz wichtiger Kritikpunkt ist die fehlende Ausschilderung und Besucherlenkung. Hinzu kommt keine vernünftige Außendarstellung der Region. Diese Punkte wurden auch von den Einheimischen immer wieder bemängelt. Und noch etwas stößt nicht nur den Planern, sondern zunehmend auch den Machern auf. Es gibt enorme planungsrechtliche Einschränkungen durch Schutzgebietausweisungen — mit Umwelt-, Wasser-, Natur- und Artenschutz.

Chancen

Die Planer empfehlen, die stark besuchten Tourismusorte im Umfeld als Vorteil zu nutzen. Man könnte auch die Angebote aus dem Bereich Naturbeobachtung erweitern und vernetzen. Quantität und Qualität rund ums Thema Radfahren sollten verbessert werden. Reittouristische Angebote müssten ausgebaut und vermarktet werden. Eine andere Entwicklungsmöglichkeit besteht im Ausbau des Angebots von regionalen Produkten. Eine andere Möglichkeit wäre die Errichtung eines touristischen Anziehungspunktes.

Doch derzeit sind Altenpleen und Niepars Anbieter im Nischentourismus, das heißt, man muss sich damit abfinden, dass die touristische Entwicklung langsamer vorangeht und eine geringere Wertschöpfung mit sich bringt. Und doch gibt es Möglichkeiten. So zeigt das Konzept auf, dass die Hauptmärkte Radfahren, Wandern, Camping und Wassertourismus ebenso wie die Potenzialmärkte Kultur, Reiten und Landurlaub in Verbindung mit Naturtourismus bedient werden können.

Gerade das Thema Wasser sei für eine Region mit 35 Kilometern Boddenküste stark unterrepräsentiert, stellt die Analyse des Planungsbüros heraus.

Was ist zu tun?

Erstens: Die Vernetzung des Bestandes und das Herausarbeiten ganz differenzierter Angebote sind wichtig. Dabei muss man genau überlegen, welche Zielgruppen man mit dem Angebot ansprechen möchte.

Zweitens: Es müssen themenorientierte Handlungsfelder erarbeitet werden, dabei ist die verkehrliche Erschließung unbedingt zu berücksichtigen.

Drittens: Eine umfassende Vermarktung ist erforderlich.

Viertens: Aus vorhandenen Attraktionen müssen neue, touristisch lukrative und vermarktungsfähige Produkte entwickelt werden.

Fünftens: Es wird eine touristische Organisationsstruktur gebraucht.

Ideenbörse

Auf erholsamen Pfaden — Gesundheitsurlaub mit Heilwäldern und Bodden als riesiges Kneippbecken.

Auf informierenden Pfaden — Bildungsurlaub mit einer Kombination aus Natur, Geschichte, Kunst.

Auf grünen Pfaden — Natururlaub mit Kranich und Co. im Norden der Region, weiterführend dann im Süden die Naturerlebnis-Kette von Pütter See, Borgwallsee, Krummenhagener See, Försterhofer Heide und Torfstiche Zarrendorf.

Auf abenteuerlichen Pfaden — Abenteuerurlaub mit neuem Tourismusmagnet Kiesgrube Barhöft.

Auf familiären Pfaden — Familienurlaub mit kombinierter Rad-, Kanu- und Pferdetour, denkbar auch Kindertouren oder Oma-Opa-Enkel-Tour.

Auf sportlichen Pfaden — Aktivurlaub durch Sport- und Wettkampferlebnis bei Kranichlauf, Bosseln, Reitturnieren, Fahrradrennen oder Kursen zum Erwerb von Angel- oder Jagdschein.

Fazit

Niepars und Altenpleen bleiben ein Zwischenraum — rangieren zwischen Fischland und Stralsund/Rügen. „Wir werden also sicher keine neue Großattraktion hier etablieren. Aber wir müssen das, was wir haben, in besserer Qualität anbieten. Es gibt genug Leute, die den großen Trubel nicht wollen. Aber denen müssen wir vernünftige Ferien bieten“, sagt Gabriele Eckardt, aus dem Bauamt in Niepars, die das Projekt betreut. Die Analyse habe schon zwei Bereiche herausgefiltert — die Waldlandschaft im Süden und die Boddenküste im Norden.

„Doch wenn wir Leute herziehen wollen, die genau das nutzen, müssen wir auch was bieten. Ich nehme mal das Beispiel Radfernweg. Tolle Strecke, tolle Natur. Aber die Radler brauchen gastronomische Betreuung unterwegs, ein paar Höhepunkte während der Pause und eben auch einen Fahrradladen, in dem man schnell etwas reparieren kann“, sagt sie und betont, dass es nur mit der Übernachtung nicht getan sei. Auf jeden Fall gebe das neue Konzept Impulse. Und man müsse mit den Ämtern Barth und Franzburg enger zusammenarbeiten, findet Gabriele Eckardt.

„Vieles aus dem Papier ist uns natürlich bekannt, über manche Dinge kann man streiten. Aber es ist schon auch mal gut, wenn jemand von draußen auf uns schaut. Interessant werden dann ja im zweiten Schritt die konkreten Maßnahmen“, sagt Ines Materna-Braun vom Amt Altenpleen.

Von Ines Sommer

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