Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Rückschlag für Tourismus in Putbus

Putbus Rückschlag für Tourismus in Putbus

Marstall-Pächter zieht die Notbremse / Marco Matuschak kündigte Vertrag für Hofladen und Gastronomie im Schlosspark

Putbus. In der Fürstenstadt wechseln sich die guten und schlechten Nachrichten ab. Nachdem erst kürzlich der fertiggestellte Parkplatz am Marstall übergeben werden konnte, verursacht nun die Mitteilung von der Kündigung von Pächter Marco Matuschak einige Aufregung. Er betrachte die Kündigung des Pachtvertrags für die Gastronomie im Marstall zunächst noch als vorsorglich. „Wenn ich zum Jahreswechsel nicht gekündigt hätte, hätte sich der Vertrag mehrere Monate verlängert“, so Matuschak. Das aber hätte in seiner aktuellen wirtschaftlichen Situation ein unkalkulierbares Risiko bedeutet.

Matuschak, der auf Rügen die Rujana GmbH & Co. KG mit Sitz in Ruschvitz gründete, betreibt gemeinsam mit seinem Bruder Andreas auch die in Schleswig-Holstein ansässige Veranstaltungsagentur „Am Wind“, die Weihnachts- und andere Märkte ausrichtet. „Ausgerechnet in der Weihnachtszeit haben sieben Mitarbeiter unseren Betrieb verlassen, die wir bisher nicht ersetzen konnten“, erklärt Marco Matuschak. Deswegen habe er in Putbus die Notbremse gezogen und Veranstaltungen wie die geplante und bereits angekündigte Silvesterparty absagen müssen. Auch die Besucher der Schlager-Gala im Dezember hatten die Möglichkeit vermisst, ein Getränk zu sich nehmen zu können. Da aber sei er ebenso wenig angefragt worden, wie anlässlich des Konzerts von City am vergangenen Sonnabend. In diesem Fall hatten die Veranstalter kurzfristig einen Ersatz organisiert. Eine Abschlussrechnung sei zum Kündigungszeitpunkt noch nicht erfolgt; mit anderen Worten: Zahlungen sind noch offen. Die Gastronomie im Marstall besteht seit 2010 und wurde 2015 von Matuschak übernommen. In der Zwischenzeit war sie von Andreas Prüfe betrieben worden. Der hatte vor allem beklagt, dass die Abrechnung der Heizungskosten stets strittig gewesen sei, was sich erst nach der Wahl von Beatrix Wilke im September 2015 durch einen außergerichtlichen Vergleich habe beilegen lassen. Auch habe die neue Bürgermeisterin daraufhin Heizungszähler installieren lassen.

„Wir hoffen sehr, dass Herr Matuschak seine Probleme lösen kann und wir ihn als Pächter halten können“, sagt Beatrix Wilke. Dessen Konzept, die Gastronomie um einen Hofladen zu erweitern, halte sie für erfolgversprechend. Das wünscht sich Marco Matuschak zwar auch, aber es sei „wirtschaftlich schon sehr sportlich“, unter diesen Bedingungen eine Gastronomie mit vier Angestellten zu führen. „Man kriegt einfach nicht das Personal, das man braucht und auf diese Situation muss ich nun reagieren“. Er könne es sich nicht leisten, einen der Geschäftszweige „dümpeln“ zu lassen und habe sogar die Teilnahme an der Grünen Woche absagen müssen.

„Wir haben auf dem Markt die Quittung dafür erhalten, dass ich zu viel Zeit im Marstall einsetzte“, so Matuschak. Darüber sei das Hauptgeschäft eingebrochen. So macht die touristische Entwicklung in der Stadt offenbar zwei Schritte vor und einen zurück. Zwar wäre der Marstall inklusive privater Feiern, im vergangenen Jahr immerhin an etwa der Hälfte der Wochenenden gebucht gewesen, weiß Birgit Lahann, Leiterin der Kurverwaltung der Stadt. Ohne Catering aber wird auch die Vermietung des Veranstaltungssaals nicht leichter. Eine Hürde bei der Vermietung von Rügens größtem Saal stellt überdies die unzulängliche Ausstattung dar.

Beim 2013 für gut drei Millionen Euro abgeschlossen „nutzungsneutralen“ Innenausbaus des Marstalls hatte es der Sanierungsträger trotz Aufforderung durch den Tourismusausschuss der Stadt unterlassen, eine Mindestausstattung für Beleuchtung und Beschallung einzuplanen. So verfügt der Saal nicht einmal über Traversen zur Befestigung von Scheinwerfern oder Podeste, auf denen Künstler erhöht und somit sichtbar agieren könnten. Auch, dass die Akustik nur bei gefülltem Saal annehmbar sei, monieren Besucher immer wieder. Zudem fehlt es an Garderoben für Künstler und Besucher und die Ausgabe für Speisen und Getränke ist unterdimensioniert. Hier wird nachgebessert werden müssen, bevor an die Nutzung als Kongress- Center oder für Hochzeitsmessen gedacht werden kann.

Uwe Driest

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Lühburg
Ralf Koch verputzt die Wand im Treppenhaus des Schlosses Lühburg. Dort wurde ein altes Fenster gefunden.

Die Calsows sind die guten Geister Lühburgs / Sie sanieren immer „an der Grenze“

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.