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Ruine am Markt soll verschwinden

Richtenberg Ruine am Markt soll verschwinden

Richtenberg will die ehemalige Brennerei Saß-Holtfreter sanieren / Land jetzt Miteigentümer

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Der Markt 23/24 in Richtenberg, einst Brennerei, soll in den nächsten Jahren saniert werden.

Quelle: Foto: Jörg Mattern

Richtenberg. Richtenberg. Langsam kommt Bewegung in ein lang geplantes Projekt der Stadt Richtenberg: Die alte Brennerei am Markt soll saniert werden, so der Wunsch. 50000

Euro will die Stadt jedes Jahr zur Verfügung stellen – insgesamt aber nicht mehr als 500000 Euro. Im Haushalt 2018 ist bereits der erste Schlag eingeplant. Dafür muss die Kommune allerdings einen Kredit aufnehmen (die OZ berichtete). Einen großen Teil wuppt ein Investor, der bereits andere Häuser in der Stadt saniert hat. Aber auch aus dem Förderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“

möchte Richtenberg Geld haben. Bereits im März 2017 hatte die Stadtvertretung die ehemalige Industriebrache zum Einzelprojekt der Städtebauförderung erklärt.

Die Zeichen für Fördermittel stehen gut. „Wir waren jetzt im Ministerium. Für unseren gut vorbereiteten Antrag und die anderen Unterlagen wurden wir gelobt“, sagt Bürgermeister Karldiether Wegner (parteilos) am Montagabend in der Stadtvertretung und gab das Lob gleich an die Amtsverwaltung weiter. Und doch kam man aus Schwerin mit einer Hausaufgabe wieder: Die Stadt soll Perspektiven im Wohnungsbau aufzeigen, Bedarfe ermitteln.

Doch noch aus einem anderen Grund ist Bewegung in das Vorhaben gekommen. Galt bisher die Klärung der Eigentumsfrage als schwierig, weil die alte Fabrikantenvilla einer Erbengemeinschaft gehört, die über die ganze Welt verteilt ist, könnte es jetzt ganz schnell gehen. „Ein Eigentümer hat sein Erbe ausgeschlagen, damit fällt sein Teil automatisch ans Land. Und was kann uns Besseres passieren, als das Land als Miteigentümer“, freut sich Karldiether Wegner, dass sich nun Türen auf dem Weg zur Sanierung leichter öffnen.

In der alten Brennerei, die 1848 am Markt 23/24 gebaut wurde, sollen nach der Umgestaltung Wohnungen entstehen. Ursprünglich hatte sich Bürgermeister Wegner hier ein kleines Ärztehaus mit Physiotherapie vorgestellt. „Aber Wohnungsbau wird jetzt einfach besser gefördert. Betreutes Wohnen können wir ja vielleicht trotzdem anbieten – in Zusammenarbeit mit einem Pflegedienst. Mal sehen, was sich da in den nächsten Jahren ergibt“, sagt das Stadtoberhaupt und sieht auch eine spätere Nutzungsänderung als Option. „Wichtig ist jetzt erst mal, dass wir das Projekt vorantreiben“, so Wegner, der kein Geheimnis daraus macht, dass ihm eine Zwangsversteigerung der Brennerei am liebsten wäre. Weil dann ein klarer Schnitt gemacht werden kann und Eigentumsverhältnisse einwandfrei geklärt sind. „Und wenn wir den Markt 23/24 saniert bekommen, schließt sich auch die Lücke am Markt 18“, ist sich Karldiether Wegner sicher.

155 Jahre währte Schnaps-Ära

1848 wurde das Haus am Markt 23/24 in Richtenberg gebaut. Kaufmann August Biederstädt ließ hier erst eine Bierbrauerei und zwei Jahre später eine Branntweinbrennerei errichten.

Die Geschichte der ersten Schnapsfabrik endet 1892 nach einem Brand. Das Schnapsbrennen wurde eingestellt – bis 1916, denn da wurde die Fabrik wieder aufgebaut und als „Stralsunder und Richtenberger Kornbrennerei“ eröffnet.

Bis Kriegsende wurde in diesem Haus am Markt der echte Richtenberger destilliert. Zu DDR-Zeiten wurden hier Möbel verkauft, auch Getreide wurde gelagert. Hartnäckig hält sich die These, dass sich im Keller eine Champignon-Zucht befand.

Richtenberg ist eng mit der Alkoholgeschichte verbunden. Die begann am 25. April 1763 mit der Branntweinbrennerei Daniel Saß. Die „Sonne“ hatte ihren Ursprung im Betrieb Biederstädt 1789, der als Brennerei ab 1848/49 am Markt ansässig war. Den sonnigen Namen gab es ab 1926.

2003 endet die Schnaps-Ära, da wurde „Sonne“ Richtenberg für immer geschlossen.

Ines Sommer

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